SEPTEMBER 2019

Pfarrwiese

10.09.2019

Parkplatz auf der Pfarrwiese wird gebaut
Gemeinderat vergibt Tiefbauarbeiten an günstigste Firma – Bürgerantrag aus formalrechtlichen Gründen abgelehnt

Auf der Pfarrwiese wird bald mit dem Bau des Parkplatzes begonnen – das hat der Estenfelder Gemeinderat in seiner Sitzung einstimmig (15:0) beschlossen. Die Arbeiten werden an die Firma vergeben, die dafür das wenigste Geld verlangt. Voraussichtlich belaufen sich die Kosten für die Straßen- und Erdbauarbeiten auf rund 380 000 Euro. Den Auftrag wird die Verwaltung erteilen, sobald das Architekturbüro Schlicht Lamprecht (Schweinfurt) die eingegangenen Angebote geprüft hat. 32 Unternehmen hatte die Gemeinde angeschrieben – lediglich zwei haben ein Angebot abgegeben.
Gegen das Parkplatz-Projekt hat sich Widerstand formiert. Am 14. August war im Rathaus ein Bürgerantrag von Prof. Dr. Hansdieter Krüger und Dr. Bernd Parusel eingegangen. Die beiden forderten, die Pfarrwiese, auf der 13 „prächtige Apfelbäume“ stehen, nicht zu bebauen. Unterstützung bekamen sie von weiteren Bürgern, die auf einer Liste für den Erhalt der Pfarrwiese unterschrieben.
Die Gemeindeverwaltung hielt den Antrag für zulässig – die Rechtsaufsicht des Landratsamtes kam jedoch zu einem anderen Schluss: Nach einer Prüfung urteilten die Juristen, dass der Antrag zwar „materiell in Ordnung“ sei. Allerdings sei er „formell als unzulässig zu betrachten“, weil auf den jeweiligen Unterschriftslisten die Begründung und die Namen der Vertreter des Antrags fehlten. Dass jeder Unterschriftsliste ein Blatt angeklammert wurde, auf dem Begründung und Vertreter stehen, genügte der Rechtsaufsicht nicht. Der Gemeinderat lehnte den Antrag deshalb jetzt „aus formalrechtlichen Gründen“ ab (13:1) – fristgerecht, denn er musste spätestens vier Wochen nach Eingang des Antrags eine Entscheidung treffen.
So wie vom Landratsamt empfohlen, wurde der Antrag in der Gemeinderatssitzung dennoch als Eingabe behandelt. Die Gemeinderäte kamen den Antragstellern entgegen und erteilten ihnen per Abstimmung Rederecht (13:1) – verpflichtet wären sie dazu nicht gewesen.
Prof. Dr. Krüger erläuterte daraufhin, warum er und seine Unterstützer sich so vehement für den Erhalt der Pfarrwiese stark machten. Der Gemeinderat habe die Entscheidung, dort einen Parkplatz zu errichten, damit begründet, dass Pkw-Stellplätze für Besucher des benachbarten Alten Friedhofs geschaffen werden sollten. Dabei könne das Parkproblem doch auch anders gelöst werden, zum Beispiel durch die Einrichtung eines „Kirchen-Minibus-Dienstes“, sagte Krüger. In einigen Nachbargemeinden gebe es ein solches Angebot bereits. Außerdem regte er eine Haltestelle für den bereits bestehenden Bürgerbus am Alten Friedhof an. „Zum Schutze der Umwelt, zum Erhalt der Schöpfung wäre das die bessere Lösung“, betonte Krüger.
Ein anderer Denkanstoß von ihm: Wenn die Gemeinde die Pfarrwiese von der katholischen Kirche pachte, müsste über Jahrzehnte ein Pachtzins entrichtet werden. Krügers rhetorische Frage: „Tragen dann alle Bürger die Kosten mit?“
Auf öffentliche Fördermittel, die das Abholzen von Bäumen beinhalteten, sollte die Gemeinde nach Ansicht Krügers verzichten. Das vermeintliche Totschlagargument der „Klimahysterie“ sei unangebracht. Krüger wörtlich: „Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt. Was ich in Feld und Flur, vor allem in unseren Wäldern an Schäden sehe, ist alarmierend.“ Umweltschädliche Maßnahmen müssten daher unbedingt vermieden werden, wenn andere Lösungen möglich seien.
Dass unmittelbar nach der Entscheidung über den Bürgerantrag schon die Tiefbauarbeiten für den Parkplatz beschlossen werden sollten, zeigte nach Krügers Auffassung, welche Interessen tatsächlich hinter dem Projekt steckten. Er forderte deshalb, diesen Tagesordnungspunkt „für eine Denkpause zu streichen“ und ganz auf das Abholzen der Bäume zu verzichten. Krüger: „Dann geht der heutige Dienstag als 'Tuesday for future' in Estenfelds Annalen ein.“
Nach der Entscheidung der Rechtsaufsicht und deren folgender Empfehlung hatten sich die Bürgermeister und die Fraktionssprecher darüber beraten, wie sie sich weiter positionieren sollten. Die in der Gesprächsrunde erarbeitete gemeinsame Erklärung des Gemeinderats gab Bürgermeisterin Rosi Schraud direkt nach Krügers Ausführungen ab. Schraud erinnerte daran, dass die Idee, auf der Pfarrwiese einen Parkplatz zu schaffen, aus dem ISEK-Verfahren zur Dorfentwicklung heraus entstanden sei. Die Bürger hätten sich hierbei eine Neuordnung der Parksituation im Altort gewünscht. Diese Anregung sei vom Gemeinderat aufgegriffen worden. Außerdem gehe es nicht nur darum, für ältere Friedhofsbesucher einen Parkplatz zu errichten. Vielmehr solle die gesamte Maßnahme für ein „qualitätsvolles Erscheinungsbild des Kirchenumfeldes“ sorgen, die Verkehrssituation verbessern und die Wohn- und Lebensqualität für die Anwohner erhöhen. Es werde ein kleiner Stellplatz entstehen, der den Besuchern von Friedhof, Kirche, Pfarrhaus und Pfarrheim, in dem zahlreiche Veranstaltungen und Vorträge stattfinden, Möglichkeiten zum Parken biete und den öffentlichen Straßenraum entlaste. Auch für mehr Sicherheit der Anwohner sei gesorgt, da die Durchfahrt für Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge verbessert werde. Darüber hinaus, so Schraud, werde im Zuge der Baumaßnahme ein Aufenthaltsbereich mit Sitzmöglichkeiten geschaffen. Der denkmalgeschützte Kreuzschlepper werde versetzt und komme dadurch besser zur Geltung. Die Neugestaltung der Stichstraße stärke die fußläufige Wegeverbindung im Altort.
In den vergangenen zweieinhalb Jahren, seit das Projekt angestoßen wurde, ist nach den Worten Schrauds viel geschehen. Ganz entscheidend: In mehreren Veranstaltungen und bei einer Bürgerbegehung sei das entwickelte Projekt vorgestellt worden. Während des gesamten Verfahrens hätten die Bürger immer wieder die Möglichkeit gehabt, sich einzubringen. Mittlerweile seien Verträge geschlossen, die Baumaßnahme sei ausgeschrieben worden und bei der Gemeinde liege bereits der Förderbescheid der Regierung (60 Prozent) vor. Man könne jetzt nicht einfach alles auf Eis legen. „Der Gemeinde würde dadurch ein erheblicher finanzieller Schaden entstehen – und dies würde dann zu Lasten der Bürger gehen“, sagte Schraud.
An die Adresse Krügers gerichtet stellte die Bürgermeisterin klar: „Dem Gemeinderat liegen die Bäume so am Herzen wie Ihnen auch.“ Es könnten jedoch nur zwei Bäume „gerettet“ werden, dafür würden auf dem Parkplatz neun neue gepflanzt. Zusätzlich leiste die Gemeinde einen freiwilligen Ausgleich und setze an anderer Stelle im Ort weitere neue Bäume.
Schraud kündigte an, es werde in den nächsten Wochen noch eine Informationsveranstaltung für die Anwohner und alle anderen interessierten Bürger stattfinden. Der genaue Termin stehe jedoch noch nicht fest.
Am Rande der Diskussion sickerte noch ein interessantes Detail durch: An der Einfahrt zum Parkplatz auf der Pfarrwiese soll es eine Höhenbegrenzung geben. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die vielen Sprinter, die aktuell im Bereich Obere Ritterstraße/Joseph-Knapp-Straße stehen, einfach dorthin ausweichen.

Geplante Verbindungsstraße (Dezember 2018) - Grafik Ingenieurbüro Arz

10.09.2019

Bodendenkmal könnte Fertigstellung der Stichstraße verzögern
Gemeinderat beschließt Bebauungsplan „Untere Ritterstraße“

Die geplante Errichtung eines Durchstichs zwischen der Riemenschneiderstraße und der Unteren Ritterstraße ist einen entscheidenden Schritt weitergekommen. In seiner Sitzung beschloss der Estenfelder Gemeinderat einstimmig (14:0) den Bebauungsplan „Untere Ritterstraße“. Dessen Geltungsbereich umfasst lediglich 1800 Quadratmeter. Zur Riemenschneiderstraße hin wird ein Bauplatz ausgewiesen.
Bevor der Bebauungsplan von den Ratsmitgliedern beschlossen wurde, hatte Tobias Schneider vom Ingenieurbüro Arz (Würzburg) mit ihnen noch die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange durchgearbeitet.
Aus den Schreiben sticht das vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege heraus. Dieses weist darauf hin, dass sich dort, wo der Durchstich entstehen soll, ein Bodendenkmal befindet. Die Gemeinde braucht nun „für Bodeneingriffe jeglicher Art“ eine denkmalrechtliche Erlaubnis. Und sie muss sich – mal wieder – auf archäologische Ausgrabungen und die daraus resultierenden Kosten einstellen. Immerhin: Die Ausgrabungen werden sich lediglich auf den Bereich des bereits bekannten Bodendenkmals beschränken.
Für den Bestandsschutz des landwirtschaftlichen Betriebs der Familie Gutmann in direkter Nachbarschaft machen sich der Bauernverband und das Amt für Landwirtschaft stark.
Die Gutmanns selbst haben auch eine Stellungnahme abgegeben. Sie fordern die Gemeinde auf, vor Beginn der Bauarbeiten eine Beweissicherung der Gebäude auf ihrem Grundstück durchführen zu lassen. Derzeit seien diese „statisch einwandfrei“. Die Gemeinde sagte eine Beweissicherung zu, „um gegebenenfalls durch die Baumaßnahme entstandene Schäden bewerten zu können“.
Auch Martin Keller hat sich zu der geplanten Stichstraße zu Wort gemeldet. Er forderte Gehwege auf beiden Seiten, dazu beidseitige Schutzstreifen für Radfahrer. Außerdem regte er an, die Zu- und Ausfahrt für das Baugrundstück nur zur Riemenschneiderstraße hin zu gestatten, um den Durchgangsverkehr nicht zusätzlich einzuschränken. Zwei seiner Wünsche werden sicher nicht verwirklicht: Für einen zweiten Gehweg ist die Straße nicht breit genug – und eine Beschränkung der Zufahrt hält die Gemeinde für nicht angebracht. Für Kellers dritten Vorschlag, die Ausweisung von Schutzstreifen, ist die Gemeinde nicht zuständig. Es handelt sich um eine verkehrsregelnde Maßnahme, die von der Polizei angeordnet werden muss.


10.09.2019

Baugenehmigung liegt endlich vor
Schulturnhalle und altes Feuerwehrhaus werden saniert – Gemeinderat vergibt weitere Aufträge

Eigentlich hatte die Gemeinde die Sommerferien nutzen wollen, um mit der Sanierung der Schulturnhalle und dem Umbau des alten Feuerwehrhauses zu beginnen. Doch die dazu nötige Baugenehmigung ließ lange auf sich warten – und traf just am ersten Schultag im Rathaus ein. Damit die Arbeiten jetzt endlich losgehen können, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung mehrere Aufträge vergeben. Den Zuschlag bekamen die Firmen:

- Prötzel (Bergtheim) für Teilabbruch/Entrümpelung (rund 127 000 Euro brutto);
- MHT (Grabfeld) für die Heizungsinstallation (rund 100 000 Euro brutto);
- Bischoff (Lautertal) für die Lüftungsinstallation (rund 241 000 Euro brutto);
- Kieback & Peter (Nürnberg) für die Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik (rund 71 000 Euro brutto).

Noch nicht vergeben wurde die Installation der Sanitäranlagen, weil keine der zehn angefragten Firmen ein Angebot abgegeben hatte. Einstimmig (14:0) beschloss der Gemeinderat, dass die Verwaltung weitersuchen und den Auftrag dann eigenständig vergeben solle.
Die Sanierung der Schulturnhalle kostet rund 2,1 Millionen Euro. Förderfähig sind 1,7 Millionen Euro. An Zuschüssen sind 49 Prozent der förderfähigen Kosten zugesichert, maximal 846 000 Euro. Den entsprechenden Bescheid hat die Gemeinde schon vor Wochen von der Regierung erhalten. Gefördert wird nur die Sanierung der Schulturnhalle, nicht aber der Umbau des alten Feuerwehrhauses.


10.09.2019

ISEK: Förderantrag für Projekte bis 2022

Das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“, kurz ISEK genannt, ist ein sperriger Begriff. Für die Gemeinde ist es aber die entscheidende Grundlage, um den Ort in den kommenden Jahren weiterentwickeln zu können. Eine Prioritätenliste, welche Projekte wann verwirklicht werden sollen, wurde bereits erstellt. In seiner Sitzung hat der Gemeinderat nun einstimmig (15:0) die Bedarfsermittlung genehmigt, die zur Bewilligung von Fördergeldern nötig ist. Der Antrag schließt für das Jahr 2020 mit förderfähigen Gesamtkosten von 327 000 Euro. Für 2021 sind im Antrag 730 000 Euro vorgesehen, für 2022 sind es 800 000 Euro.

Jubiläumsfest 001

15.09.2019


Estenfeld hat sich gefeiert – und viele feierten mit

1175-Jahrfeier: Großes Fest zum Dorfjubiläum mit über 2000 Gästen


Mit einem großen Dorffest feierte Estenfeld seine erste urkundliche Erwähnung vor 1175 Jahren.

Der ökumenische Gottesdienst am Elsweg war der Start. Pfarrer Joachim Bayer und Pfarrer Frank Hofmann-Kasang gingen auf das Thema Heimat und damit auf das Gemeindejubiläum ein. Alle Gottesdienstteilnehmer schwärmten anschließend von dem kurzweiligen Gottesdienst.

Danach ging es mit einem Festzug durch das Dorf in Richtung „Weiße Mühle“ zum Festplatz. Der erfahrene „Zugmarschall“ Günther Grimm hatte die Aufstellung vorgenommen und der Festzug schlängelte sich unter viel Beifall der Besucher durch die Straßen.

An der „Weißen Mühle“ angekommen, kamen die Gäste aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Team der Gärtnerei Wolz hatte dort ein nostalgisches Dörfchen mit Bauerngarten und vielen weiteren Hinguckern geschaffen. Der Festplatz war in einen Marktplatz verwandelt worden mit einem Tanzboden in der Mitte, überspannt von weißen Schirmen und gesäumt von unzähligen Sitzgelegenheiten. Die Bewirtung der über 2000 Gäste wurde vom Team der Metzgerei Wolz gemeistert. Rings um den Festplatz, auf dem gegenüberliegenden Parkplatz, in der Halle und auf den öffentlichen Flächen hatten die Vereine, Schulen und Kindergärten verschiedene Stände vorbereitet. Den Besuchern wurde ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Programm angeboten, bei dem für jedes Alter etwas dabei war.

Den Abschluss bildete das Wirtshaussingen im Mühlenhof, das sich großer Beliebtheit erfreute. Die Jagdhornbläser ließen einen herrlichen Tag ausklingen.

Beim Jubiläumsfest brachten sich folgende Vereine und Verbände ein:
- Feuerwehren aus Estenfeld und Mühlhausen
- Malteser-Hilfsdienst

- Musikanten: Spielmannszug, Musikverein Estenfeld – JBO, Mühlhäuser Musikanten, Püssensheimer Musikkapelle

- Sängervereinigung Estenfeld

- Schützenverein Estenfeld und Böllerschützen

- TSG Estenfeld mit den Abteilungen Rhönrad, Handball, Basketball, Turnen, Fußball, Break Dance

- Kindergärten, Grund- und Mittelschule

- Freundeskreis der Kartause Estenfeld

- Kleintierzüchter

- Judo-Mattenfüchse

- VKM, Mühlhausen

- Tennisclub

- Bund Naturschutz

- Obst- und Gartenbauverein

- Pfadfinder

- Bayerischer Bauernverband, Landfrauen, Feldgeschworene, Wald- und Jagdgenossen

- KjG Estenfeld                                                                                

- Trachtengruppe Kürnach

- Jagdhornbläser


Damit diese Jubiläumsfeier möglich werden konnte, brauchte es im Vorfeld viele Organisatoren. Der Dank der Gemeinde gilt dem Jubiläumsausschuss, bestehend aus den Gemeinderatsmitgliedern Ulrike Roth, Silvia Fischer, Peter Walter und Josef Ziegler, sowie Verena Fleischhacker (Vorstand Kindergartenverein), Frank Loose (Vorstand Feuerwehr Estenfeld) und Anja Klafke (Vorstand TSG). Andreas Förster hatte die Holzarbeiten übernommen. Heike und Frank Wolz waren für die Dekoration verantwortlich, Susanne und Michael Wolz für die Verpflegung der Gäste. Als Moderator des Festes brillierte Günter Heller.

Estenfeld und seine Dorfgemeinschaft haben sich engagiert und vielfältig präsentiert und somit das Fest zu einem unvergesslichen Jubiläum werden lassen.

Viele Bilder vom Dorfjubiläum sehen Sie hier (Fotografen: Hermann Heinickel, Daniel Klafke, Hermann Konstanz und Günther Prinz):​​​​​​​




Letzte Änderung: 27.09.2019 12:10 Uhr