NOVEMBER 2019

Zu kompliziert und zu teuer



Versorgung der Aussiedlerhöfe: Gemeinde lehnt Angebot für schnelleres Internet ab
Die Bewohner der Aussiedlerhöfe können – verglichen mit anderen Estenfelder Bürgern – nur relativ langsam im Internet surfen. An dieser Situation wird sich vorerst auch nichts ändern. Denn der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 12. November ein Angebot der RegioNet Schweinfurt GmbH abgelehnt, die abseits des Ortes gelegenen Höfe an ein schnelleres Netz anzuschließen. Elf von 14 anwesenden Gemeinderäten waren dagegen.

Sie störten sich vor allem daran, dass die Anbindung so kompliziert ist: Denn die RegioNet sieht vor, die Höfe „von hinten“ zu erschließen. Das bedeutet, sie würde sich vom Ende des Landwirtschaftswegs, der an den Höfen vorbeiführt, aus Richtung Rothof kommend bis zu den beiden Anwesen vorarbeiten. Dazu müsste sie das Erdreich auf einer Länge von mehreren Hundert Metern aufgraben. Eine andere Möglichkeit gibt es für sie nicht, weil dies immer noch die kürzeste Verbindung zur Hauptleitung wäre.

Das Problem: Je weiter gebuddelt werden muss, umso länger sind die Leitungen – und umso höher die Kosten. Für die Gemeinde würde das bedeuten, dass sie mehr als 40 000 Euro aus der eigenen Kasse bezahlen müsste, um den Bewohnern zweier Höfe schnellere Internetverbindungen zu ermöglichen. Bei so hohen Aufwendungen rückt die staatliche Förderung über das „Höfeprogramm“, die hier etwa 137 000 Euro betragen würde, in den Hintergrund.

Das mehrheitliche Nein des Gemeinderats bedeutet jedoch keinesfalls, dass die Aussiedlerhöfe für immer und ewig vom schnellen Internet abgehängt sind. Die Gemeinde will nun Gespräche mit anderen Anbietern führen, um nach alternativen Anbindungsmöglichkeiten zu suchen.

Kinderbetreuung: 370 Plätze im Bedarfsplan



Nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) sind die Kommunen dafür verantwortlich, ein ausreichendes Betreuungsangebot für Krippen- und Kindergartenkinder sicherzustellen. Um dem gerecht zu werden, ist es unerlässlich, einen Bedarfsplan auszuarbeiten, der regelmäßig aktualisiert wird. Die Gemeinde Estenfeld ist hier jetzt auf dem neuesten Stand: Sie hat ab dem Betreuungsjahr 2019/20 den Bedarf für die Kinderkrippe (Kinder: bis drei Jahre) auf 120 Plätze und den für die Kindergärten (Kinder: drei bis sechs Jahre) auf 250 Plätze festgelegt – macht insgesamt 370 Plätze. Dafür herangezogen hat sie die aktuelle Belegungssituation und die Geburtenzahl, die in Estenfeld in den vergangenen fünf Jahren bei durchschnittlich 55 Kindern lag.

Die Gemeinde sieht sich mit ihren Angeboten zur Kinderbetreuung „insgesamt gut aufgestellt“, wie sie in ihrem Lagebericht schreibt. Im Bereich der Kindergärten sei derzeit „eine gute Versorgung gewährleistet“, die jedoch bald nicht mehr ausreichen werde. Auch bei den Krippenplätzen bestehe „Ausbaubedarf“. Um alle Kinder unterzubringen, wird die Gemeinde sowohl in der Wilhelm-Hoegner-Straße als auch auf dem Schulgelände jeweils einen neuen Kindergarten bauen. Wenn diese beiden Einrichtungen fertig seien, könne „die Situation als bedarfsgerecht und vor allem rechtskonform bezeichnet werden“, heißt es im Bericht abschließend.

Der Gemeinderat hat den Bedarfsplan in seiner Sitzung am 12. November einstimmig (14:0) genehmigt. Es ist vorgesehen, ihn in drei Jahren fortzuschreiben.

Schulturnhalle/altes Feuerwehrhaus: Drei weitere Aufträge vergeben



Es ist unübersehbar: Die Modernisierung der Schulturnhalle und der Umbau des alten Feuerwehrhauses laufen auf Hochtouren. Damit bei den Arbeiten alles im Fluss bleibt, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 12. November jeweils einstimmig (14:0) drei weitere Aufträge vergeben:

- Den Einbau der Fenster und die Installation eines Sonnenschutzes wird die Firma Vorndran (Kleinwenkheim) übernehmen. Kosten: rund 170 000 Euro brutto. Im Angebot des Unternehmens waren für die Fenster der Turnhalle auch zusätzliche Außenlamellen vorgesehen. Diese hält der Gemeinderat aber für verzichtbar, wodurch sich der Endpreis um fast 41 000 Euro reduziert.

- Den Auftrag zur Sanierung des Daches erhielt die Firma Rüttger (Gerbrunn). Ihr Angebot in Höhe von rund 97 000 Euro war das günstigste von drei Bietern. Die Vergabesumme liegt dennoch deutlich über der Kostenschätzung des Architekten, der von etwa 73 000 Euro ausgegangen war.
- Die Firma Troll (Rimpar) wird den Einbau von Türen und Toren erledigen. Sie verlangt dafür circa 87 000 Euro.

Mehrzweckhalle: Einheitliche Lösung bei der Wärmeerzeugung



Bei der derzeit laufenden Sanierung der Heizungs- und Lüftungsanlagen in der Mehrzweckhalle „Weiße Mühle“ hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 12. November noch einmal nachgebessert. Die gesamte technische Ausstattung zur Wärmeerzeugung wird nach einem einstimmigen Beschluss (14:0) nun von ein und derselben Herstellerfirma stammen. Das hat den Vorteil, dass bei der Wartung der kompletten Anlagen auch nur dieses eine Unternehmen benötigt wird. Ursprünglich war vorgesehen, die Heizkessel von einem anderen Anbieter zu nehmen. Die Änderung bedeutet für die Gemeinde Kosten von etwa 9000 Euro brutto.

Briefwahl: Auszählung künftig in der Mehrzweckhalle



Die Anzahl der Briefwähler ist in Estenfeld in den vergangenen Jahren immer weiter angestiegen. Es brauchte also mehr Wahlhelfer, die sich speziell um die Auszählung dieser Stimmzettel kümmerten. Bislang haben sie dies in der Mittelschule gemacht, doch dort wurde es an den Wahlabenden zuletzt zusehends enger. Damit die Briefwahl-Beauftragten ausreichend Platz haben, können sie ihre ehrenvolle Arbeit ab der Kommunalwahl 2020 in der Mehrzweckhalle „Weiße Mühle“ erledigen. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 12. November einstimmig (14:0) beschlossen, die Halle als „Briefwahllokal“ zu widmen.

Aushub aus der Höfersgasse muss entsorgt werden



Der Aushub, der beim Ausbau der Höfersgasse in Mühlhausen übriggeblieben ist, kann nicht zur Estenfelder Deponie gebracht werden. Zu diesem Ergebnis kam das Büro PeTerra (Kitzingen), das das Material untersucht hat. Um die Entsorgung wird sich nun die Firma Beuerlein (Volkach) kümmern, die dafür ein Angebot über rund 9500 Euro vorgelegt hat. Einstimmig (14:0) hat der Gemeinderat dieses in seiner Sitzung am 12. November angenommen. Was der Gemeinde sehr entgegenkommt: Das Unternehmen entsorgt bereits den Aushub vom „Scheidmännlein“, somit kann es beide Aufträge in einem Zuge ausführen.

Letzte Änderung: 22.12.2020 10:47 Uhr