MÄRZ 2019

Ausstellung

05.03.2019


Bilder bringen Farbe und Lebensfreude ins Rathaus
Ausstellung mit Gemälden von Menschen mit Sehbehinderung eröffnet


Lebhaft fröhliche und ausdrucksstarke Gemälde sind zurzeit im Rathaus der Gemeinde Estenfeld zu sehen. Das Besondere daran: Gemalt haben sie junge Bewohnerinnen und Bewohner vom Blindeninstitut Würzburg, die blind oder sehbehindert sind und weitere Beeinträchtigungen haben. Mit einer Vernissage wurde die Ausstellung unter dem Titel „Kunst von Menschen, die anders sehen“ am vergangenen Mittwoch offiziell eröffnet. Noch bis 6. Juni können die Acryl-Strukturbilder auf Leinwand im Rathaus während der Geschäftszeiten besichtigt werden.
„Die Bilder bringen nicht nur Farbe, sondern auch viel Lebensfreude ins Rathaus“, sagte Bürgermeisterin Rosi Schraud bei der Begrüßung zur Vernissage. Sie freue sich, dass die Ausstellung nicht nur ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Lächeln ins Gesicht zaubern, sondern bestimmt auch viele Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste, die ins Rathaus kommen, begeistern werde.
Der frühere Direktor der Blindeninstitutsstiftung, Dr. Hans Neugebauer, dankte Rosi Schraud und dem Ausstellungsinitiator Jürgen Baur dafür, dass sie die Bilder aus der Förderstätte des Blindeninstituts in Estenfeld einem großen Publikum zugänglich machen. Er gab in seinem Grußwort einen Rückblick auf die Entwicklung der Stiftung von einer unterfränkischen Schule für zunächst sechs blinde Kinder im Jahr 1853 zur Trägerin von Angeboten für mittlerweile rund 4000 blinde, seh- und mehrfachbehinderte Menschen in Bayern und Thüringen.
Wie die großformatigen Gemälde innerhalb der letzten Wochen und Monate in der Förderstätte am Blindeninstitut Würzburg entstanden sind, erläuterte die kunstpädagogische Leiterin Andrea Seifert. Die jungen Bewohnerinnen und Bewohner mit Seh- und Mehrfachbeeinträchtigung gestalteten die Bilder entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten in vier Schritten. Unterstützt wurden sie dabei von Seifert und ihren Kolleginnen. „Den allergrößten Anteil haben unsere Förderstätten-Besucher – wir helfen nur dabei, den Bildern den letzten Schliff zu geben“, erklärte die kunstpädagogische Leiterin. Entstanden sind so 22 ausdrucksstarke und farbintensive Acryl-Strukturbilder.
Den Malerinnen und Malern aus der Förderstätte war bei der Vernissage anzusehen, dass sie stolz sind auf ihre Werke. Dass schon während der ersten Ausstellungstage einige Besucher großes Interesse bekundeten, sich eines der Bilder nach der Ausstellung für die eigenen vier Wände zu sichern, zeigt, dass sie allen Grund dazu haben.
Die Förderstätte im Blindeninstitut Würzburg bietet Lebensperspektiven für erwachsene blinde oder sehbehinderte Menschen mit weiteren schweren Behinderungen. Eingebettet in tagesstrukturierende Maßnahmen können die betreuten Menschen hier wohnen, arbeiten und ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen. Da sie aufgrund ihrer komplexen Behinderung nicht in der Bentheim-Werkstatt arbeiten können, besuchen die Erwachsenen täglich von Montag bis Freitag die Förderstätte. Dort gehen sie ihren Fähigkeiten entsprechend einer individuellen Tätigkeit nach, die sie fordert und fördert. So haben sie auf ihre Weise Teil am Arbeitsleben und bauen darüber Selbstvertrauen und Selbstwert auf. Im Rahmen der Förderstättenarbeit wird auch die Kreativgruppe Malen angeboten, in der die abstrakten Acryl-Kunstwerke entstehen.


Im Bild: (ganz hinten auf der Treppe, von links) Bürgermeisterin Rosi Schraud, Dr. Hans Neugebauer (Stiftungsdirektor a. D. der Blindeninstitutsstiftung), Dr. Marco Bambach (Vorstand der Blindeninstitutsstiftung), Jürgen Baur (Ausstellungsinitiator aus Estenfeld) und Andrea Seifert (Künstlerische Leiterin, Blindeninstitut Würzburg) mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern sowie Förderstättenleiterin Barbara Knötgen (Zweite von links) und Kolleginnen aus der Förderstätte.


Foto: Ulrike Roth

Westring

12.03.2019


Neue Straße wird

„Riedstraße“ heißen


Eigentlich hatte die Straße, die im Baugebiet „Am Westring“ entstehen wird, schon einen Namen: „Weststraße“ gefiel den meisten Gemeinderäten in der Februar-Sitzung am besten. Doch im Nachhinein kam die Gemeindeverwaltung ins Grübeln: Ist „Weststraße“ wirklich eine gute Wahl, wo doch die parallel verlaufende Ortsrandstraße „Westring“ heißt? In der März-Sitzung dachten die Gemeinderäte über diesen Einwand nach – und tatsächlich entschieden sie sich noch mal anders: Die Straße wird nun „Riedstraße“ heißen, nach der früheren Flurbezeichnung. Für den Vorschlag von Albin Wolz stimmten acht von 15 anwesenden Gemeinderäten – und damit war schnell eine Mehrheit gefunden. Einstimmig war kurz zuvor der Kaufpreis für die Grundstücke beschlossen worden: Er beträgt 325 Euro pro Quadratmeter (erschlossen). Allerdings kommen hier noch Kosten hinzu, beispielsweise für die Ver- und Entsorgungsleitungen, die in das Grundstück hineinragen, für Notargebühren und die Grunderwerbsteuer.


12.03.2019


Kita-Pläne: Gemeinde will Architekten-Wettbewerb


Auf dem Bolzplatz des unteren Hoegner-Spielplatzes soll eine neue Kindertagesstätte entstehen, die Platz für vier Kleinkind- und zwei Kindergartengruppen bietet. Ein Projekt größeren Ausmaßes, bei dem schon jetzt klar ist: Die Kosten für die gesamten Planungsleistungen des Architekten werden die 221 000 Euro-Marke überschreiten – und damit den Schwellenwert, der in der Vergabeverordnung (VgV) bei öffentlichen Aufträgen festgeschrieben ist. Somit wird ein so genanntes VgV-Verfahren nötig, in dem der Neubau europaweit ausgeschrieben wird. Unterstützt wird die Gemeinde dabei von einem Projektsteuerer: der Firma WSP (Würzburg). Im Zuge des VgV-Verfahrens können bis zu fünf Architekturbüros den Auftrag für eine erste, ganz grobe Objektplanung (Skizzen und einfache Entwürfe im Maßstab 1:200) erhalten. Der Gemeinderat, der sich in seiner Sitzung einstimmig (15:0) für diesen Wettbewerb entschied, gab hierfür ein Pauschalhonorar von 3500 Euro netto pro Büro frei.


12.03.2019


Plakat-Flut soll eingedämmt werden


Ein Auswärtiger, der in Estenfeld plakatieren will, muss sich an klare Regeln halten. Seine „Werbeträger“ dürfen maximal DIN A4-Größe haben, den Straßenverkehr in keiner Weise behindern und müssen ordentlich an Laternen, Bäumen oder Verkehrsschildern befestigt sein. So weit, so gut. Doch weil die Zahl der Plakate gerade in der Würzburger Straße in letzter Zeit überhandgenommen hat, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung die Vorgaben noch weiter verschärft: Jeder Auswärtige darf künftig höchstens fünf Plakate im Ort aufhängen. Insgesamt dürfen maximal drei Veranstalter gleichzeitig mit ihren „Aushängen“ vertreten sein. Der Beschluss, hier noch strenger zu sein, fiel einstimmig (15:0).

Deponie 1971

12.03.2019


Extra-Förderung

für Grundwasser-Untersuchung


Drei Jahre hat die Gemeinde das Grundwasser im Erdreich der ehemaligen Mülldeponie hinter der Weißen Mühle untersuchen lassen. Ergebnis: Bei keiner der halbjährlich durchgeführten Kontrollen gab es irgendwelche Beanstandungen. Allerdings waren die Arbeiten letztlich doch teurer als gedacht – und zwar um fast 10 000 Euro. Um diesen Betrag zu decken, hat die Gemeindeverwaltung einen Zuschussantrag bei der Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern mbH (GAB) gestellt. Mit Erfolg: Die GAB hat die Extra-Förderung bewilligt und einen entsprechenden Vertrag zugeschickt. Diesen hat der Gemeinderat in seiner Sitzung einstimmig (15:0) genehmigt.


Im Bild: die frühere Mülldeponie im Jahr 1971, rechts oben die Weiße Mühle.


12.03.2019


Neue Straßenlampen, neue Pflanzen


In seiner Sitzung hat der Gemeinderat einstimmig (15:0) zwei Aufträge vergeben:

- Die Straße „Am Scheidmännlein“, die derzeit saniert wird, bekommt auch eine neue Beleuchtung. Installiert werden die Lampen von den Stadtwerken Würzburg. Kosten:

etwa 16 000 Euro brutto.

- Für etwas mehr als 10 000 Euro brutto wird die Firma Bruns aus Bad Zwischenahn (Niedersachsen) der Gemeinde Pflanzen liefern. Diese sollen im Gewerbegebiet an der A 7, im Baugebiet „Kies IV“ im Ortsteil Mühlhausen und auf mehreren Spielplätzen gesetzt werden – so wie das der Grünordnungsplan vorsieht.


12.03.2019


Erschließung am Bauhof kann beginnen


Es ist fast eine Punktlandung: Auf 125 000 Euro brutto hatte der planende Architekt die Kosten für die Tiefbaumaßnahmen im Baugebiet „Am Bauhof“ geschätzt. Mehrheitlich vergeben (14:1) wurde der Auftrag in der Gemeinderatssitzung für rund 124 800 Euro. Das Angebot stammte von der Firma Ullrich Bau aus Elfershausen (Lkr. Bad Kissingen). Sie war das einzige von sieben Unternehmen, das auf die Anfrage der Gemeinde über das Online-Portal Deutsche eVergabe reagiert hat.

Kartause

25.03.2019


Bürgerpark: Baubeginn

im Frühjahr 2020 denkbar
Landschaftsarchitekt stellt möglichen Verlauf des Weges hinter der Kartause vor


Bis die Sanierung der Gebäude in der Kartause beginnen kann, werden sicher noch einige Jahre ins Land gehen. Fachfirmen, die von der Gemeinde beauftragt worden waren, haben festgestellt, dass die historische Bausubstanz teils in keinem guten Zustand ist. Vor den Planern liegt somit ein langwieriger Prozess. Früher dagegen soll die Errichtung des Bürgerparks hinter der Kartause in Angriff genommen werden. Wenn alles reibungslos klappt, wäre ein Baubeginn im Frühjahr 2020 möglich, sagte Landschaftsarchitekt Thomas Wirth vom Büro arc.grün (Kitzingen) in seinem Vortrag bei der Bürgerversammlung.
Wie der kombinierte Rad- und Wanderweg durch den Bürgerpark verlaufen könnte, demonstrierte Wirth anhand einer Grafik. Die Trasse soll an den bestehenden Feldweg hinter dem Sängerheim anschließen, über die jetzige Kartausenwiese führen und schließlich in den Triebweg münden. Die Ministranten, die die Umsetzung des Projekts vorantreiben, hatten sich in der zweiten März-Woche unter anderen mit Architekt Wirth, Bürgermeisterin Rosi Schraud, deren Stellvertretern Joachim Sadler und Gerhard Knorz sowie Mitgliedern des Gemeinderats getroffen, um die Wegeführung zu besprechen (im Bild). Hierbei streuten sie die mögliche Strecke mit Sägespänen ab. Schnurgerade soll der Weg nicht verlaufen, sondern in leichten Kurven. Eine Renaturierung der Kürnach in diesem Bereich sei nicht ratsam, erklärte Wirth. Störend seien die 20-kV-Stromleitungen, der Ortskanal und der Verbandssammler. Das ist der Kanal, durch den das Abwasser aus Kürnach und Estenfeld zur Kläranlage nach Würzburg transportiert wird. Der Aufwand, das Bachbett zu verlegen, wäre zu groß – und zu teuer.
Auf Nachfrage eines Bürgers sagte Wirth, die Kosten für den Bürgerpark seien zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwer abzuschätzen. Finanzierbar sei er aber in jedem Fall – schließlich könne die Gemeinde mit einem Zuschuss in Höhe von 60 Prozent rechnen. Wichtig war Wirth ein Hinweis aus Erfahrung: „Gebaut ist so etwas schnell – entscheidend ist, sich vorab Gedanken über den Unterhalt zu machen.“
Was im Bürgerpark entstehen könnte, zeigte der Architekt anhand einiger Schaubilder aus Ortschaften, in denen er bereits tätig war. Dazu gehören Spielgeräte, Sitzgelegenheiten, überdachte Pergolen, ein Schrank zum Büchertausch, aber auch einige Parkplätze. Das Kernziel Wirths ist, eine ansprechende Verbindung zur Weißen Mühle zu schaffen, in deren Nähe auch ein großer Abenteuerspielplatz vorgesehen ist.
Bis Mitte dieses Jahres möchte Wirth der Gemeinde einen ersten Vorentwurf für den Bürgerpark präsentieren. Stimmt der Gemeinderat diesem zu, könnte der Zuschussantrag gestellt werden. Danach würde die Planung noch verfeinert und schließlich ein endgültiges Konzept vorgelegt. Geht der Gemeinderat auch hier mit, wäre der von Wirth genannte Baustart im nächsten Frühjahr denkbar.
Wie der Stand in Sachen Kartausengebäude ist, darüber klärte Bürgermeisterin Schraud auf. Nach der Bürgerwerkstatt im vergangenen Oktober haben die Gemeinderäte die dort gesammelten Vorschläge mit auf eine Klausur genommen. Daraufhin wurde ein so genanntes Leistungsverzeichnis erstellt, mit dem eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wird. Es wird die Arbeitsgrundlage für den Architekten sein, der anhand dieser Untersuchung der Gemeinde Antworten liefert, was räumlich aufgrund der vorhandenen Bauwerke und deren Bausubstanz überhaupt in die Kartause passt. Im Herbst soll das Ergebnis der Studie vorliegen.


Foto: Marvin Schmiedel


25.03.2019


Abschnitt der Kürnach soll renaturiert werden
Warum die Gemeinde ihre Pläne bislang nicht umsetzen konnte


Am neuen Friedhof führt ein asphaltierter Weg in Richtung Kürnach. Die Gegend, in der der Kürnachbach hinter den Schrebergärten vorbeiläuft, trägt den Flurnamen „Am Brühl“. Hier würde die Gemeinde gerne ein Teilstück des Baches renaturieren. Dazu soll die Kürnach von ihrem jetzigen geraden Verlauf abweichen und eine Schleife machen – „mäandern“ heißt das in der Fachsprache. Die Pläne dazu hat Bauhofleiter Jürgen Fottner schon lange fertig. Klingt gut – nur: So einfach ist es leider nicht. Seit zwei Jahren versucht die Gemeinde, ihr Naturprojekt umzusetzen – doch ohne eine offizielle Genehmigung sind ihr die Hände gebunden.
Was Bürgermeisterin Rosi Schraud in der Bürgerversammlung erzählte, klang wie eine Posse: Erst ging der Ansprechpartner des Wasser- und Wirtschaftsamtes, der mit den Estenfelder Plänen gut vertraut war, in den Ruhestand. Sein Nachfolger brauchte eine Weile, um sich in die Materie einzuarbeiten – dann wechselte er kurzfristig in eine andere Abteilung. Wieder war die Gemeinde zum Warten verdammt. Im April soll es nun einen erneuten Anlauf und einen abermaligen Vor-Ort-Termin geben – mit einem Behördenvertreter, der hoffentlich lange genug auf seinem Posten bleibt.
Weil es gut zum Thema Umwelt passte, erinnerte die Bürgermeisterin daran, dass der Naturschutz der Gemeinde insgesamt sehr wichtig sei. Sie erklärte, dass Estenfeld ein Ökokonto führt: 24 Hektar Ackerland wurden als Ausgleichsflächen ökologisch aufgewertet, hinzu kommen noch zehn Hektar allein für den Artenschutz. Andere Beispiele, mit denen Schraud das Umweltbewusstsein der Gemeinde verdeutlichte: der Blühstreifen am Weg zum Lengfelder See, der ein Paradies für Insekten sei, die Pflege der Streuobstwiesen und die Reduzierung des Mähens an Wegrändern. Selbst bei der Errichtung des Parkplatzes an der Pfarrwiese berücksichtige man ökologische Aspekte, denn auf der Fläche würden mehrere Bäume gepflanzt. Für die Verbesserung der dortigen Situation hat die Gemeinde bereits die Förderzusage in Höhe von 246 000 Euro von der Regierung von Unterfranken.


25.03.2019


Millionen-Investitionen in die Infrastruktur


Einen Überblick über die wichtigsten Investitionen der Jahre 2019 bis 2022 gab Bürgermeisterin Rosi Schraud in der Bürgerversammlung. Hier ist eine Auflistung nach den Summen, die in den Haushaltsplänen eingestellt sind:
- Erschließung Baugebiet Westring: 5,2 Millionen Euro
- Neubau Kita Wilhelm-Hoegner-Straße: 3,0 Millionen Euro
- Neubau Kindergarten/Grundschule: 3,0 Millionen Euro
- Sanierung Weiße Mühle: 3,0 Millionen Euro
- Sanierung Kartause: 1,5 Millionen Euro
- Sanierung Schulturnhalle: 1,4 Millionen Euro
- ISEK-Maßnahmen: 0,5 Millionen Euro
- Verkehrskonzept Würzburger Straße: 0,5 Millionen Euro
- Kreisverkehr Westring: 0,4 Millionen Euro

Neugeborenes

25.03.2019


Estenfeld wird größer und jünger


Die Gemeinde wächst munter weiter: Zum Ende des vergangenen Jahres lebten in Estenfeld 4953 Menschen, in Mühlhausen waren es 385 – macht zusammen 5338. Bemerkenswert dabei ist: Die Bürger werden im Durchschnitt jünger. Das hängt natürlich mit den vielen Zuzügen von Familien zusammen. 2018 wurden in Estenfeld 44 Neugeborene registriert, 40 Menschen sind gestorben (Mühlhausen: 9/2). Insgesamt wurden 19 Ehen geschlossen. Asylbewerber leben in Estenfeld aktuell 19, der Wert im vorangegangenen Jahr lag bei 78. All diese Zahlen nannte Bürgermeisterin Rosi Schraud in der Bürgerversammlung.


25.03.2019


Westring: Hunderte Bewerber reichten Fragebögen ein


Das Interesse an den Bauplätzen im Baugebiet „Am Westring“ ist riesig: Hunderte von Fragebögen sind in den letzten Wochen bei der Gemeinde eingegangen. Sie alle wurden von Margit Ackermann, der Sekretärin im Büro der Bürgermeisterin, ausgewertet – ein langwieriger Vorgang, der höchste Konzentration erforderte. Denn schließlich musste bei der Verteilung der Punkte alles korrekt laufen. Für ihren Arbeitseifer bekam Ackermann in der Bürgerversammlung noch mal ein großes Lob von ihrer Chefin Rosi Schraud. Die Bewerber werden Ende April erfahren, ob sie einen Bauplatz bekommen – wenn der Gemeinderat die offizielle Vergabe beschlossen hat. Einen Appell wollte die Bürgermeisterin noch loswerden: Sie bat die Estenfelder eindringlich, an der Baustelle am Westring nicht allzu neugierig zu sein. Das Baufeld dürfe keinesfalls betreten werden, damit es nicht zu Unfällen kommt. „Wer hinter einem Bagger steht, kann vom Fahrer nicht gesehen werden“, warnte Schraud.


25.03.2019


Kilometerlange Leitungen sind Millionen wert


Mit beeindruckenden Zahlen zum Kanalnetz wartete Bürgermeisterin Rosi Schraud in der Bürgerversammlung auf. Würde man in Estenfeld alle Leitungen der Mischwasserkanäle aneinanderreihen, käme man auf eine Länge von 23,7 Kilometern. Bei den Kanälen für das Schmutzwasser sind es 3,9 Kilometer, bei denen für das Regenwasser 6,7 Kilometer. In Mühlhausen sind die Größenordnungen natürlich etwas geringer: Mischwasser – 4,9 Kilometer; Schmutzwasser – 0,7 Kilometer; Regenwasser – 0,3 Kilometer. In Estenfeld gibt es etwa 2100 Hausanschlüsse, in Mühlhausen sind es rund 400. Sämtliche Leitungen müssten ertüchtigt werden, sagte Schraud. Dies sei eine Investition, die sich lohne, denn „unter der Erde liegen Millionen von Euro vergraben“. Wie dringend nötig die Instandhaltung des Kanalnetzes sei, veranschaulichte Schraud am Beispiel der Straße „Am Scheidmännlein“, die derzeit saniert wird. Hier hätten manche Leitungen ausgesehen, „als hätte man mit der Schrotflinte drauf geschossen“. Auskunft über den Zustand der Kanäle erhält der Bauhof künftig über ein neues Modul in seinem Geographischen Informationssystem (GIS).

Joka

25.03.2019


Joka mit Rekordinvestition

in Estenfeld


Es ist die größte Summe, die ein Unternehmen jemals in Estenfeld investiert hat: Zehn Millionen Euro lässt sich die Firma Jordan, besser bekannt unter dem Namen Joka, ihre neue Niederlassung im Estenfelder Gewerbegebiet kosten. An diesen gewaltigen Betrag erinnerte Bürgermeisterin Rosi Schraud in der Bürgerversammlung. Insgesamt 10 000 Quadratmeter Fläche stehen in Estenfeld als Lagerhalle und für den zweistöckigen Bürokomplex inklusive Showroom im Erdgeschoss zur Verfügung. Zum Lagersortiment von Joka gehören Bodenbeläge, Heimtextilien und Tapeten. Die Bürgermeisterin gab auch bekannt, dass es im Gewerbegebiet nun keine Möglichkeit mehr gebe, größere Flächen für Neuansiedlungen auszuweisen.


25.03.2019


Während der Heizungssanierung: Sport ja, duschen nein


Im Sommer wird die Heizung in der Mehrzweckhalle an der Weißen Mühle saniert. Losgehen sollen die Arbeiten am 6. Mai, abgeschlossen sein sollen sie zum Ende der großen Ferien, also am 10. September. Wie Bürgermeisterin Rosi Schraud in der Bürgerversammlung sagte, werde der Sportbetrieb in der Halle während der Sanierung so gut es geht aufrechterhalten. Die Benutzung der Duschen sei allerdings vorübergehend nicht möglich. Angesichts der starken Auslastung der Mehrzweckhalle sollten TSG und Gemeinde überlegen, in Estenfeld eine eigene Ballsporthalle zu bauen, betonte Schraud. Der beste Weg wäre, wenn die TSG hier als Bauherr auftreten würde, da sie als Verein höhere Zuschüsse zu erwarten hätte. Aber selbstverständlich würde die Gemeinde ein solches Projekt finanziell entsprechend unterstützen.


25.03.2019


Noch mehr Wissenswertes aus der Bürgerversammlung


Im Anschluss an den Präsentationsteil hatten die Gäste bei der Bürgerversammlung noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Hier ist eine kleine Auswahl von Themen, die für die breite Bevölkerung von Interesse sind:
- Die Würzburger Straße wird nicht so schnell verkehrsberuhigt werden können. Grund dafür sind die hohen Kosten, die auf bis zu sieben Millionen Euro für die gesamte Maßnahme beziffert wurden. Bislang existiert nur ein Verkehrskonzept, das vom Architekten nach einer Ortsbegehung erstellt wurde – eine konkrete Planung gibt es noch nicht. Sicher ist aber schon heute: Die Umsetzung wird nur in mehreren Bauabschnitten möglich sein.
- In nicht allzu ferner Zukunft wird die Konrad-Adenauer-Straße saniert – ihr Zustand lässt der Gemeinde gar keine andere Wahl. Auch hier hat bereits eine Begehung stattgefunden, ein Verkehrskonzept liegt der Gemeinde ebenfalls schon vor. Die erste Kostenschätzung lag bei rund drei Millionen Euro. Geplant ist, die Straße von unten nach oben in drei Bauabschnitten zu erneuern.
- Auf Anfrage eines Bürgers teilte Bürgermeisterin Rosi Schraud mit, dass die Kirche sich nicht an den Kosten für die Errichtung des Parkplatzes an der Pfarrwiese beteiligen werde. Allerdings stelle sie das Grundstück dafür bereit.
- Der Termin der Bürgerwerkstatt zur Kartause an einem frühen Freitagnachmittag war aus Sicht mancher Berufstätiger nicht glücklich gewählt. Er wurde so früh angesetzt, weil das gesamte Arbeitsprogramm auf fünf Stunden ausgelegt war. Für eine Abendveranstaltung wäre das zu lang gewesen. Bei künftigen „Werkstätten“ soll ein Termin ausgesucht werden, der mehr Menschen entgegenkommt.
- Um bessere Möglichkeiten bei der Gestaltung des Altorts zu haben, kauft die Gemeinde private Grundstücke auf. Dazu gehören die Anwesen Kupiak (Lengfelder Straße 10) und Maag (Untere Ritterstraße 14). Mit den Eigentümern des Anwesens an der Ecke Untere Ritterstraße/Zinnergasse laufen noch Verhandlungen, hier könnte eine Parkscheune entstehen. Das städtebauliche Gesamtkonzept muss mit einem Verkehrskonzept eng abgestimmt sein – nur so kann der Ortskern vernünftig weiterentwickelt werden.

Letzte Änderung: 30.03.2019 15:20 Uhr