JUNI 2019

Kindergarten

11.06.2019


Verkehrsexperte schlägt Einbahnstraßen-Regelung vor
Studie zum Kinder-Bringverkehr an Schulen und Kindergärten präsentiert


Rund um die Schulen und Kindergärten in Estenfeld herrscht viel Verkehr – besonders zu den Stoßzeiten, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen oder abholen. Um auf belastbare Zahlen zurückgreifen zu können, hatte der Gemeinderat im vergangenen Jahr den renommierten Verkehrsexperten Dr. Konrad Schliephake, Lehrbeauftragter am Institut für Geografie und Geologie der Universität Würzburg, mit der Erstellung einer Studie beauftragt. Das Ergebnis stellte Schliephake in der Gemeinderatssitzung vor.
Eine Gruppe von Studenten hatte am 23. und 25. Oktober 2018 jeweils zwischen 7 und 9.15 Uhr an allen sieben Zugängen zu Schulen und Kindergärten die Verkehrsbewegungen gezählt (entlang der Riemenschneiderstraße sowie den Fußwegen von St.-Mauritius-Straße, St.-Bruno-Straße und Dürerstraße). Freundliches Oktoberwetter sei an beiden Tagen gewesen – optimal für Fußgänger und Radfahrer, sagte Schliephake.
82 Prozent aller Bewegungen fanden zwischen 7.30 und 7.45 Uhr statt. Bei den Schülern kamen 69 Prozent zu Fuß. 16 Prozent wurden mit dem Auto gebracht, der Rest nahm den Schulbus. Bei den Kindergartenkindern war der Anteil der „Eltern-Taxis“ deutlich höher: Rund 76 Prozent wurden mit dem Auto gefahren. Zu Fuß kamen rund 14 Prozent und nur ein geringer Teil mit dem Fahrrad oder Roller. Interessant ist hier ein Vergleich mit dem Jahr 2011, als Schliephake im Auftrag der Gemeinde schon einmal eine Zählung durchgeführt hat: Damals lag der Anteil der „Bringkinder“ aus dem Kindergarten bei „nur“ 51 Prozent.
Die aktuelle Untersuchung habe gezeigt, dass 65 Prozent der „Bringeltern“ länger als eine Minute am Kindergarten halten, sagte Schliephake. Das Abgeben der Kinder in der Gruppe nehme bei den meisten die wenigste Zeit in Anspruch. Viele Eltern setzten sich nach dem „Abliefern“ in ihr Auto und griffen erst mal zum Handy. Andere hielten einen Plausch miteinander. Fazit: Viele Autos stehen deutlich länger vor dem Kindergarten als nötig.
Eine bemerkenswerte Erkenntnis der Studie: 87 Prozent der „Gesamtbewegungen“ in der Riemenschneiderstraße finden aus nördlicher Richtung statt, also von der St.-Mauritius-Straße kommend. Daher schlug Schliephake vor, in Nord-Süd-Richtung, zwischen der St.-Mauritius-Straße und den Hochhäusern Riemenschneiderstraße 27 und 28, eine Einbahnstraße einzurichten. Dies sei leicht umzusetzen und zahlreiche Ausweichmanöver würden entfallen. Für Fahrradfahrer sollte die Durchfahrt in beiden Richtungen frei bleiben. Ob eine solche „Regulierung der Fahrzeugbewegungen“ nur zeitlich begrenzt gelte (etwa von 6 bis 16 Uhr) oder dauerhaft sein solle, müsse „kommunalpolitisch in Absprache mit der zuständigen Behörde entschieden werden“, so Schliephake.
Die Idee einer abschnittsweisen Einbahnstraße ergänzt sich nach Ansicht des Verkehrsexperten bestens mit den weiteren Plänen in diesem Bereich. Wenn der angedachte „Durchstich“ zwischen Riemenschneiderstraße und Unterer Ritterstraße (in Höhe von Hausnummer 14) verwirklicht werde, verbesserten sich die Zufahrtsmöglichkeiten. Es wäre dann ein Leichtes, die „sehr ungünstige und oft gefährliche Verbindungsstraße“ zwischen Rathaus und Metzgerei zu umgehen. Diese könnte dann verkehrsberuhigt und der Bereich zu einem Platz umgestaltet werden.
Für die wenigen Eltern, die ihre Kinder von Süden (aus Richtung Konrad-Adenauer-Straße kommend) zum Kindergarten St. Elisabeth bringen beziehungsweise mittags wieder dort abholen, möchte Schliephake eine Wendemöglichkeit vor Beginn der Einbahnstraße schaffen. Denkbar wäre dies auf Höhe des Fußweges zur Lengfelder Straße.
Schliephake hält es auch für überlegenswert, diesen Fußweg für den Autoverkehr zu öffnen – etwa als Einbahnstraße aus südlicher Richtung (Lengfelder Straße). An der Einmündung zur Riemenschneiderstraße müssten die Autofahrer dann zwingend links abbiegen. Klar sei aber auch, so Schliephake, dass der Fußweg für die Kinder, die von der Lengfelder Straße zur Schule kommen, nicht behindert werden dürfe. Bürgermeisterin Rosi Schraud sowie mehrere Gemeinderäte lehnten eine Öffnung kategorisch ab: Der Fußweg sollte autofrei bleiben.
Noch drei weitere Anregungen brachte Schliephake vor: Die Parkplätze auf der „Schulseite“ der Riemenschneiderstraße sollten bewirtschaftet werden. Nutzen dürfe sie nur, wer eine Parkscheibe ins Auto lege. So könne verhindert werden, dass die Parkplätze von Dauerparkern belegt werden. Darüber hinaus regte Schliephake an, Schülerlotsen einzusetzen. In der Schule sollte außerdem über „Mobilitätskonzepte“ gesprochen werden: Kinder sollten motiviert werden, zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule zu kommen.

Westring

11.06.2019


Gabionenwand oder Betonmauer?
Gemeinderat vertagt Entscheidung

über Gestaltung des Lärmschutzwalls am Westring


Die Erschließungsarbeiten im Baugebiet „Westring“ laufen auf Hochtouren. Auf der 6,6 Hektar großen Fläche am Ortsrand werden 65 Grundstücke entstehen. Vor allem junge Familien werden hier ihr neues Zuhause finden. Damit sie vom Verkehr auf dem Westring möglichst wenig mitbekommen, wird die Gemeinde einen Lärmschutzwall errichten. Wie dieser aussehen könnte, zeigte Tobias Schneider, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Arz (Würzburg), in der Gemeinderatssitzung.
Fest steht: Der Schutzwall wird begrünt und etwa 650 Meter lang sein. Je nach Beschaffenheit des Geländes ist er zwischen 50 Zentimeter und drei Meter hoch. Hinzu kommt ein einheitlicher Aufbau von einem Meter Höhe, für den es laut Schneider mehrere Optionen gibt: Gabionen (mit Steinen gefüllte Drahtkörbe), Mauern aus Natursteinen, Glasteile mit Vogelschutzstreifen sowie Holz-, Metall- und Betonelemente. Schneider schlug vor, den Schutzwall als begrüntes Steilböschungssystem anzulegen – mit Gabionen und Holzelementen obendrauf (im Verhältnis 60:40). Die Gabionen sind ungefähr 50 Zentimeter breit, während die Holzelemente lediglich eine Stärke von etwa 20 Zentimetern haben.
Nach längerer Debatte sprachen sich die Gemeinderäte dafür aus, entweder eine durchgehende Gabionenwand oder eine Betonmauer, versehen mit gestalterischen Elementen, auf den Wall „draufzusatteln“. Ihnen ist wichtig, dass er ein gleichmäßiges Bild abgibt – auch auf der Seite zu den Grundstückseigentümern hin, damit hier keine Versprünge entstehen. Eine endgültige Abstimmung fand noch nicht statt. Das Büro Arz wird für beide Varianten erst noch eine Vergleichsberechnung vornehmen und die geschätzten Kosten dann dem Gemeinderat vorlegen.
Gut möglich ist, dass die Räte auf eine Bemusterung setzen. Das heißt: Sie warten, bis der Wall fertig ist – und sprechen erst dann das letzte Wort über den Aufbau. Das hätte den Vorteil, dass sie die Dimensionen besser erkennen und sich das prägende Bild am Ortsrand leichter vorstellen können. Eine Entscheidung von solcher Tragweite will schließlich wohl überlegt sein.

Spatenstich

24.06.2019


23 Eigentumswohnungen
in zentraler Lage

Spatenstich für Wohnanlage
​​​​​​​in der Würzburger Straße


Auf dem ehemaligen Anwesen Stecher in der Würzburger Straße in Estenfeld haben die Bauarbeiten begonnen. 3500 Quadratmeter groß ist das Grundstück, auf dem eine Wohnanlage mit 23 Eigentumswohnungen entsteht. Bauherr ist die Unternehmensgruppe Glöckle (Schweinfurt), sie investiert dort über zehn Millionen Euro. Nun trafen sich Vertreter der Firma und der Sparkasse mit Bürgermeisterin Rosi Schraud zum offiziellen Spatenstich.
Geplant sind zwei stirnseitig zur Straße stehende, dreigeschossige Flachdachgebäude mit zurückversetzten Staffelgeschossen. Jedes Haus hat eine eigene Garagenebene mit jeweils 18 Autostellplätzen. Weitere Stellplätze sind außen, an der nordöstlichen Grundstücksgrenze, vorgesehen. Die 23 Wohnungen werden zwischen 64 und 178 Quadratmeter Wohnfläche haben. In dem einen Gebäude befinden sich zwölf Wohnungen, in dem anderen elf. Die Wohnungen im Staffelgeschoss sind als Penthouse-Wohnungen geplant. Sie sollen großzügige, teils überdachte Dachterrassen bekommen. In allen Wohnungen sorgen bodentiefe Fenster und breite Schiebeelemente an Terrassen und Balkonen, die überwiegend nach Südwesten ausgerichtet sind, dafür, dass helle, lichtdurchflutete Räume entstehen. Insgesamt acht der 23 Wohnungen werden barrierefrei gebaut. Ein barrierefreier Zugang ist zu allen Wohnungen gegeben. Bisher ist eine Wohnung verkauft, acht sind reserviert. Die Wohnungen sollen Ende 2020 bezugsfertig sein.
Bürgermeisterin Schraud beglückwünschte das Unternehmen beim Spatenstich zur Entscheidung für den Standort Estenfeld. Als Stadtrandgemeinde sei Estenfeld als attraktiver Wohnort sehr gefragt. Die beiden Mehrfamilienhäuser seien zentral gelegen, alle Einrichtungen in der Gemeinde für die Bewohner somit zu Fuß gut erreichbar. Darüber hinaus könne man in wenigen Spazierminuten die Estenfelder Flur erreichen und die schöne Natur genießen.
Mit dem Bau der beiden Mehrfamilienhäuser werde das städtebauliche Erscheinungsbild erheblich aufgewertet, betonte Schraud. Die Würzburger Straße als Ortsdurchfahrt sei so etwas wie die „Visitenkarte“ der Gemeinde. Hier bekämen viele den ersten Eindruck von Estenfeld – und deshalb werde die Straße im Laufe der kommenden Jahre auch umgestaltet, um die Wohnqualität zu steigern.
Bei Carolin Glöckle, der geschäftsführenden Gesellschafterin von Glöckle, bedankte sich Schraud für die „gute und konstruktive Zusammenarbeit“. Das Unternehmen sei auch auf die Wünsche der Gemeinde Estenfeld eingegangen – deshalb habe der Gemeinderat das Bauvorhaben einstimmig genehmigt.


Beim Spatenstich: (von links) Otto Schreck (Abteilungsleiter Immobilien Sparkasse Mainfranken Würzburg), Sebastian Weber (Vorarbeiter Glöckle Hoch- und Tiefbau GmbH), Andreas Halbig (Technischer Leiter Glöckle GmbH), Carolin Glöckle (Geschäftsführende Gesellschafterin Unternehmensgruppe Glöckle), Bürgermeisterin Rosi Schraud, Roland Hornung (Vertrieb Sparkasse Mainfranken Würzburg) und Philipp Kaiser (Bauleiter Glöckle SF-Bau GmbH).

Letzte Änderung: 04.07.2019 20:10 Uhr