AUGUST 2019

Hüttendorf

02.08.2019


Eintauchen in die Unterwasserwelten
Über 130 Kinder verbringen ereignisreiche zwei Wochen am Ferienspielplatz


Ihr Klopfen kann man schon von Weitem hören: Zwei Wochen lang verbringen viele Estenfelder Kinder ihre schulfreie Zeit auf dem Ferienspielplatz neben dem Feuchtbiotop und werkeln dort fleißig an ihren Hütten. 136 Mädchen und Jungen hatten sich angemeldet, durchschnittlich sind sie zehn Jahre alt. 18 Betreuerinnen und Betreuer kümmern sich um die kleinen Handwerker und sorgen dafür, dass beim „Häuslebauen“ alles glatt läuft. Die Hauptverantwortung liegt in den Händen von Nina Schleichert (20 Jahre) und Sarah Wößner (19).
Bis zum Freitagvormittag waren die Kinder mit ihrer Arbeit schon ganz schön weit gekommen. Die Wände der Hütten standen bereits, die Dächer werden Anfang der kommenden Woche gedeckt und ganz zum Schluss folgt dann noch ein knallbunter Anstrich. Neun Hütten werden gezimmert – drei doppelte und drei einzelne. Für die kleineren sind zwei Betreuer verantwortlich, bei den größeren werden vier gebraucht. Denn: Sicher ist sicher.
Das „Hüttendorf“ ist das, was vorbeikommenden Spaziergängern, Joggern oder Radfahrern am deutlichsten auffällt. Doch die Kinder machen noch viel mehr. Das Motto des Ferienspielplatzes lautet „Unterwasserwelten“. Passend dazu fand bereits ein Entenrennen auf der Kürnach statt, es wurden Flöße aus Holz gefertigt, auf denen die jungen „Kapitäne“ dann durch das Biotop fahren konnten, und es wird ein Tanz einstudiert. Der Titel des dazugehörigen Liedes ist gut gewählt: „Unter dem Meer“.
Was bei den Kindern ebenfalls sehr gut ankommt, sind die Scoobidoo-Bändchen. 600 Stück hatte Nina Schleichert bestellt – weil sie alle bereits „verknüpft“ sind, hat sie noch mal 600 weitere geordert. Bei Mädchen und Jungen gleichermaßen beliebt sind auch die Buchstabenketten, die viele – versehen mit ihrem eigenen Namen – am Arm tragen.
Die Mittagsbetreuung gibt es beim Ferienspielplatz schon seit mehreren Jahren. Neu in diesem Sommer ist, dass Eltern für ihre Kinder ein warmes Mittagessen bestellen konnten. Von diesem Angebot haben allerdings lediglich acht Eltern Gebrauch gemacht – hier hatte die Gemeinde als Ausrichter eine größere Resonanz erwartet. Die meisten Kinder, die mittags nicht nach Hause gehen, haben ihre eigene Brotzeit dabei. Gegessen wird in der „Brunnenstube“ der nahe gelegenen Weißen Mühle.
Das Wetter in diesem Jahr ist bislang nahezu ideal – an allen Tagen ist es trocken geblieben und vor allem ist es nicht so heiß wie 2018, als es teilweise Temperaturen um die 40 Grad gab. Nun hoffen alle – Kinder genau wie Betreuer – dass es auch in der zweiten Woche so angenehm warm bleibt. Gerade an den letzten beiden Tagen wäre das so wichtig. Dann findet das Abschlussfest statt, bei dem es die leckeren Burger von den Maltesern gibt. Eine Nachtwanderung ist geplant – und als Höhepunkt soll in den selbst errichteten Hütten übernachtet werden. Mit einem Frühstück, an dem Kinder und Eltern teilnehmen, geht der Ferienspielplatz dann am Freitag zu Ende.
Für den Fall, dass das Wetter nicht mitspielt, gibt es noch das Pfarrheim als Ausweichquartier. Wer den Eifer der Kinder sieht, mit dem sie ihre Hütten bauen, der kann nur hoffen, dass dieser „Plan B“ nicht gebraucht wird.

Letzte Änderung: 11.08.2019 18:08 Uhr