OKTOBER 2018

Westring

02.10.2018


Pläne für Baugebiet am

Westring sind auf der Zielgeraden

Bebauungsplan als Satzung beschlossen — Nur eine Stellungnahme von Bürgern eingegangen


Die Planungen für das Estenfelder Baugebiet „Westring“ sind wieder einen Schritt vorangekommen. In seiner Sitzung hat der Gemeinderat den Bebauungsplan des Büros Wegner (Veitshöchheim) einstimmig (16:0) als Satzung beschlossen. Nun muss nur noch der Flächennutzungsplan genehmigt werden, dann sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Bebauung geschaffen. Vor der Abstimmung hatte Architekt und Stadtplaner Bertram Wegner mit den Gemeinderäten die Stellungnahmen der Behörden und anderen Träger öffentlicher Belange „abgearbeitet“ — ein relativ zäher Prozess, der fast eine Stunde dauerte. Damit die Sache nicht noch mehr Zeit kostete, fasste Wegner die wichtigsten Hinweise zusammen.

Das Landratsamt monierte, dass die „maßgebenden (Lärm-)Orientierungswerte“ trotz Schallschutzmaßnahmen „in weiten Bereichen des Baugebiets überschritten werden“. In der Tat, so Wegner, werde das „Optimum“ nicht überall erreicht. Allerdings verfügten fast alle Grundstücke über Freibereiche, in denen die Werte eingehalten oder unterschritten werden. Die vorgesehene Lärmschutzwand höher als einen Meter zu bauen hielte Wegner für nicht sinnvoll, denn: „Für die Wohnqualität ist neben dem Lärmschutz auch eine Aussicht in die Landschaft von Bedeutung.“ Damit die Bewohner in den Häusern möglichst wenig vom Verkehr mitbekommen, empfahl Wegner den Einbau von Schallschutzfenstern. Dort wo die Werte überschritten würden, seien die Aufenthalts- und Schlafräume auf der lärmabgewandten Seite einzurichten.

Dass auf den Ausgleichsflächen „Blühstreifen“ angelegt werden, goutierte das Landratsamt. Deutlich wies es aber darauf hin, dass beim Mähen auf die Winterruhe des Feldhamsters und auf die Brut-, Nist- und Aufzuchtzeiten von Vögeln geachtet werden müsse.

Für Irritationen sorgte der Vorschlag des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), den Mutterboden „nur an Landwirte“ zur Verbesserung der eigenen Böden abzugeben. Bei einigen Gemeinderäten entstand der Eindruck, als würde der Boden, der als recht fruchtbar gilt, den Bauherren am Westring „entzogen“. Das sei mitnichten der Fall, stellte Bürgermeisterin Rosi Schraud klar. Nur der Erdaushub, der auf den Grundstücken nicht mehr benötigt werde, werde anderswo wiederverwendet.

Etwas länger diskutiert wurde darüber, was der Bund Naturschutz der Gemeinde geschrieben hatte. In seinem Statement machte er unter anderem auf die vielen unbebauten Grundstücke und Leerstände sowie auf das „Nachverdichtungspotenzial“ in Estenfeld aufmerksam. Bevor die Gemeinde ein neues Baugebiet ausweise, sollte sie zunächst einmal innerorts tätig werden. Außerdem wies der Bund Naturschutz auf das Baugebot hin — damit können Kommunen die Eigentümer von Baulücken nach Paragraf 176 des Baugesetzbuchs verpflichten, die Fläche zu bebauen. Die Gemeinderäte waren sich einig, dass es zahllose Härtefälle geben würde, wenn die Gemeinde hier tatsächlich ernst machen sollte. Auch Architekt Wegner stellte infrage, ob ein Baugebot wirklich der klügste Weg sei. Sinnvoller fände er es, eine spezielle Grundsteuer für unbebaute Grundstücke einzuführen. Sich darüber Gedanken zu machen sei aber Aufgabe des Gesetzgebers — und nicht der Kommunen.

Neben dem Landratsamt, dem AELF und dem Bund Naturschutz äußerten sich zu den Plänen am Westring auch noch die Regierung von Unterfranken, der Regionale Planungsverband, das Wasserwirtschaftsamt, das Staatliche Bauamt, das Amt für ländliche Entwicklung, der Bayerische Bauernverband, die Mainfranken Netze GmbH und die Deutsche Telekom.

Aus den Reihen der Bürger gab es nur eine einzige Stellungnahme: Ein Ehepaar aus der Wilhelm-Hoegner-Straße ärgert sich darüber, dass die beiden Wohnhäuser am Westring, die hinter seinem Grundstück geplant sind, zwei Geschosse haben dürfen. „Als wir 1987 den Bauantrag für unser Haus (…) gestellt haben, wurde uns eine zweigeschossige Bauweise nicht erlaubt“, beschweren sich die beiden. Weil ihrer Ansicht nach der Bebauungsplan für den Westring gegen das Gleichheitsgebot verstößt, haben sie Widerspruch gegen die Umsetzung eingelegt. Architekt Wegner erklärte, wenn sich nach so vielen Jahren die Planungsgrundsätze änderten, habe dies nichts mit einer Ungleichbehandlung zu tun. Im Gegensatz zu 1979, als der Bebauungsplan „Westlich der Konrad-Adenauer-Straße“ rechtskräftig wurde, werde heute „mehr Wert auf eine flächensparende Bauweise gelegt“. Die Grundstücke am Westring, auf denen die zweigeschossigen Häuser gebaut werden, seien kleiner als das des Ehepaars in der Wilhelm-Hoegner-Straße. Da die Höhe der Gebäude am Westring beschränkt sei, werde „den Belangen der Nachbarn hinreichend Rechnung getragen“, sagte Wegner.

Schnapsbrennerei

02.10.2018


Schnaps aus der Kartause

Freundeskreis will alte Estenfelder Tradition wiederbeleben


Früher wurde bei Hermann Pfeuffer auf dem Kartausen-Gelände Schnaps gebrannt. Die Brennblase stand in dem Gebäude neben der Mansardenscheune — und genau dort soll die alte Tradition jetzt wiederbelebt werden. Das jedenfalls wünscht sich der Freundeskreis der Kartause, dessen Vorsitzender Joachim Iwanowitsch in der Gemeinderatssitzung von der Idee des Vereins berichtete.

Iwanowitsch hatte eine Karte von Estenfeld mitgebracht, auf der mehrere Flächen rot markiert waren. Auffällig waren die Bereiche am Stangenberg und ums Eichelein. Hier sei früher Wein angebaut worden — die Reblaus habe dem jedoch leider ein Ende bereitet, erklärte Iwanowitsch. Das „natürliche Erbe“ hätten dann die Streuobstwiesen übernommen. Noch heute gebe es mehrere davon — nur kümmerten sich die Grundstückseigentümer oder Pächter oft nicht darum. Die Folge: Besonders Äpfel oder Zwetschgen fallen zu Boden und verfaulen. Dabei könnte man aus ihnen so viel machen.

Genau hier möchte der Freundeskreis „einspringen“: Iwanowitsch sagte, der Verein wolle auf Estenfelder Gemarkung Flächen mit Obstbäumen pachten und entsprechend kultivieren. Dazu gehörten das Mähen der Wiese, der Baumschnitt — und natürlich die Ernte. Das Obst könnte man dann zum Schnapsbrennen verwenden. Bei Grundstücken, die in Gemeindebesitz sind, ist folgender „Deal“ üblich: Wer eine Fläche pachtet, zahlt dafür kein Geld — aber übernimmt die komplette Pflege. Der gewonnene Ernteertrag darf behalten werden. Eine Regelung, die dem Freundeskreis sehr entgegenkommen würde.

Um Schnaps brennen zu dürfen, müsste der Verein mindestens 1,5 Hektar Obstwiesen bewirtschaften. Sollte er so viele Flächen zusammenbekommen, bräuchte er — ganz entscheidend — noch die offizielle Brennerlaubnis vom Zoll. Die Brennblase, die einst in der Kartause zum Einsatz kam, ist zwar noch funktionstüchtig. Wenn sie häufiger und regelmäßig genutzt werden soll, müsste sie vorher aber noch ordentlich hergerichtet werden. Beim Brennen würde den so genannten Stoffbesitzern — also all jenen, die ihr Obst zu Schnaps machen wollen — ein Mann vom Fach behilflich sein: Mathias Barthel, der selbst Schnaps brennt und seit dem Jahr 2015 die „Destillerie Espinaveld“ betreibt. Von seinen Fähigkeiten konnte man sich erst jüngst beim Kelterfest in der Kartause überzeugen.

Wichtig ist dem Gemeinderat, dass das Nutzungsrecht auf dem Kartausen-Gelände nur auf Widerruf eingeräumt werden könnte. Das heißt: Sollte der Gebäudeteil nach einer Sanierung des Areals für andere Zwecke benötigt werden, müsste der Freundeskreis Platz machen. Iwanowitsch sagte, dem sei sich der Verein bewusst und es sei möglich, die Brennblase auch anderswo zu nutzen. Er schlug vor, mit der Gemeinde einen Pachtvertrag wie beim Bauerngarten zu schließen. Im Falle einer Umnutzung würde die Pacht dann erlöschen.

Eine Entscheidung zu den Plänen des Freundeskreises konnte und wollte der Gemeinderat zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht treffen. Noch gelte es einige Bedenken auszuräumen, etwa in versicherungsrechtlicher Hinsicht. Außerdem sollten erst die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt abgewartet werden. Trotzdem gab Iwanowitsch schon ein Versprechen ab: „Wenn wir den ersten Schnaps in der Kartause gebrannt haben, bekommt der Gemeinderat ein Fläschchen.“

Gelbe Tonne

02.10.2018


Gelbe Tonne statt gelber Säcke?


Das Team Orange, der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Würzburg, denkt über die Einführung der gelben Tonne nach. Darin könnte all jener Verpackungsmüll landen, der zurzeit in die gelben Säcke wandert. Um ein erstes Stimmungsbild zu bekommen, hat das Team Orange bei den Gemeinden im Landkreis angefragt, ob sie an einer möglichen Umstellung interessiert seien — natürlich auch in Estenfeld. Dass die gelben Säcke keine Ideallösung sind, sahen die Gemeinderäte in ihrer Sitzung wohl. Sie erinnerten zum Beispiel daran, dass die Säcke „vom Winde verweht“ werden, wenn es draußen einmal etwas heftiger bläst. Doch ob das allein reicht, eine Umstellung zu fordern, vermochten sie nicht zu sagen. Zu viele Fragen waren für sie noch offen: Wie viele Säcke passen in eine gelbe Tonne? Könnte man zusätzlich zur gelben Tonne auch noch gelbe Säcke auf die Straße stellen? Würde der Wertstoffhof „überschüssigen“ Müll annehmen? Wäre die Umstellung für die Bürger kostenneutral? Die Probeabstimmung im Gemeinderat brachte jedenfalls keine Klarheit, ob man in Estenfeld Tonne oder Säcke besser findet — sie endete 8:8.

Kiga-Standorte

09.10.2018


Zwei weitere Standorte

für die Kinderbetreuung

In Estenfeld wird es eine neue Kinderkrippe und einen neuen Kindergarten geben


Lange hat der Gemeinderat darum gerungen, wie er die Kinderbetreuung in Estenfeld langfristig sicherstellen kann. Nun steht fest: Es wird im Ort zwei neue Kita-Standorte geben — auf dem Bolzplatz des unteren Hoegner-Spielplatzes und auf dem Schulgelände. Dem einstimmigen Beschluss (17:0) vorausgegangen war eine etwa einstündige Präsentation von Simon Wenger von der Firma WSP, die im Auftrag der Gemeinde eine Machbarkeitsstudie erstellt hatte.

Wenger erklärte zunächst, warum in Estenfeld dringend gehandelt werden müsse: Die Bedarfsermittlung habe ergeben, dass insgesamt zehn Gruppen benötigt werden — fünf für Krippenkinder (U 3), fünf für Kindergartenkinder (Ü 3). Sie alle unter einem Dach unterzubringen gehe nicht, denn mehr als sechs Gruppen seien an einem Standort nicht zulässig. Somit bliebe der Gemeinde keine andere Wahl als zwei neue Gebäude errichten zu lassen. Doch wo könnten sie entstehen? Fünf potenzielle Standorte seien untersucht worden, sagte Wenger. Das Ziel dabei sei gewesen, der Gemeinde eine vernünftige Empfehlung zu geben, die ihr die schwierige Entscheidung erleichtern könne.

Die ersten beiden Optionen, die Wenger vorstellte, waren auch die Favoriten der Firma WSP. Nummer 1: der Bolzplatz des unteren Hoegner-Spielplatzes. Die gemeindeeigene Fläche ist groß genug für Kinderkrippe oder Kindergarten, die leichte Hanglage würde beim Bau keine Probleme machen. Ein ganz wichtiger Punkt für Wenger ist die Verkehrssituation: Die Stelle sei kein „Nadelöhr“ wie die Straßen vor den bestehenden Kindergärten, die zu erwartende Verkehrszunahme sei „vertretbar“ — gerade weil die Wilhelm-Hoegner-Straße „vergleichsweise wenig befahren“ sei. Wengers Ansage, dass auf dem Grundstück Bodendenkmäler zu erwarten seien, kam wenig überraschend. Auch über den von ihm angeregten Ersatz für den Bolzplatz hat sich der Gemeinderat bereits Gedanken gemacht. Dass sich am Westring bald viele junge Familien ansiedeln werden, spielte in Wengers Überlegungen keine allzu große Rolle. Denn für einen Kita-Standort habe ein Neubaugebiet meist „nur eine Halbwertszeit von etwa zehn Jahren“. Soll heißen: Wenn die Kinder älter sind, wechseln sie in die Schule — und die Kita in ihrer Nähe hat für sie keinerlei Bedeutung mehr.

Die Nummer 2 auf Wengers Liste war das Schulgelände, das ebenfalls der Gemeinde gehört. Hier schlug er den Gemeinderäten vor, den gesamten Komplex in ihre Überlegungen einzubeziehen. Wenger, der mit öffentlichen Bauten und staatlichen Zuschüssen einige Erfahrung hat, riet ihnen, sich auf eines einzustellen: „Zu 90 Prozent“ werde die Regierung eine Sanierung der Grundschule nicht fördern. Dazu sei der Zustand des Gebäudes einfach zu schlecht. Einen möglichen Neubau könne man in den hinteren Teil des Areals „versetzen“. Die Schule könnte dann auch als „Lärmpuffer“ für die Anwohner dienen, denn dort sei der Geräuschpegel nicht ganz so hoch wie bei kleineren Kindern. Eine Krippe oder ein Kindergarten zur Riemenschneiderstraße hin hätte den Vorteil, dass das Abliefern und Abholen der Kinder etwas unkomplizierter wären. Die Verkehrs- und Parksituation rund um das Schulgelände bezeichnete Wenger als „weniger optimal“. Eine Erschließung über die St.-Mauritius-Straße sei nicht mehr möglich, da das Eckgrundstück vor den Hochhäusern bebaut werde. Wenger riet den Gemeinderäten, über eine Einbahnstraßenregelung in der Riemenschneiderstraße nachzudenken — selbst wenn sie nur zeitlich begrenzt sein sollte.

Günther Grimm fragte nach, ob die bereits beschlossene Sanierung der Schulturnhalle nicht besser vorläufig zurückgestellt werden sollte. Wenger entgegnete ihm: „Wenn die Regierung zu einer Förderung bereit ist, sollte die Gemeinde zuschlagen.“ Die Turnhalle stehe so, dass noch genug Möglichkeiten vorhanden seien, „um sich städtebaulich zu entfalten“. An dieser Stelle informierte Bürgermeisterin Rosi Schraud über den Stand der Dinge bei der vorgesehenen Hallensanierung: Die Gemeinde habe der Regierung die Planunterlagen geschickt — doch noch gebe es keinen Gesprächstermin und somit natürlich auch noch keine konkreten Förderzusagen.

Ebenfalls geprüft hat die Firma WSP eine private Fläche oberhalb vom ehemaligen „Straßwirt“ in der Würzburger Straße. Hier wäre laut Wenger zwar auch genug Platz für eine Kinderbetreuungseinrichtung, doch die negativen Aspekte überwiegen deutlich. Erstens: Noch ist nicht geklärt, ob der Eigentümer überhaupt zum Verkauf bereit wäre. Zweitens: Die Lage an der immer noch stark befahrenen Straße ist nicht gerade günstig. Drittens: Das Grundstück könnte zwar eventuell über die Friedrich-Ebert-Straße angefahren werden — über einen „Durchstich“ auf Höhe der jetzigen Malteser-Unterkunft. Das hätte aber zur Folge, dass es zu den Stoßzeiten an der Ecke Wilhelm-Barth-Straße/Friedrich-Ebert-Straße (unterhalb der Kirche) richtig eng würde. Die Gemeinde hätte so das nächste „Nadelöhr“ geschaffen. Und viertens: Die Entwässerung müsste wegen der Topografie des Geländes über Nebengrundstücke erfolgen — diese Nutzung müssten die Nachbarn erst mal gestatten.

In der „Pfanne“, hinter den Wohnhäusern auf Höhe von Tegut und Feuerwehrhaus, wäre theoretisch auch ein neuer Kita-Standort denkbar. Doch auch hier gibt es nach den Erläuterungen Wengers einige gravierende Hindernisse: Die Flächen sind ebenfalls Privatgrund und die Hanglage ist für eine Krippe oder einen Kindergarten extrem. „Hier müsste viel Erde bewegt werden“, sagte Wenger. Als ernstes Problem sieht der Fachmann die Nähe zum Gewerbegebiet. Statt einer Kita hielte er es für klüger, in der „Pfanne“ weitere Wohnhäuser zu bauen.

Komplett durchgefallen ist bei Wenger die Obstwiese auf dem Kartausengelände, direkt an der Lengfelder Straße. Sein K.o.-Argument: Die Fläche sei mit weniger als 2000 Quadratmetern schlichtweg zu klein.

In der nachfolgenden Diskussion kam mehrmals der Zeitfaktor zur Sprache. Gemeinderat Ralf Wünsch beispielsweise äußerte die Sorge, die baulichen Maßnahmen auf dem Schulgelände könnten so lange dauern, dass ein neues Kita-Gebäude nicht rechtzeitig fertig werden könnte. Zweiter Bürgermeister Joachim Sadler regte gar an, doch noch mal über einen Kauf der Krippen-Container nachzudenken.

Schlussendlich folgten die Gemeinderäte dem Rat Wengers, zwei separate Gebäude zur Kinderbetreuung errichten zu lassen. Wo die Kinderkrippe entsteht und wo der Kindergarten, ist noch nicht entschieden. Zum Beschluss gehörte auch, ein „städtebauliches Gesamtkonzept“ für das Schulgelände in Auftrag zu geben. Es soll der Gemeinde die weiteren Planungen deutlich vereinfachen.

Internet

09.10.2018


Internet-Ausbau: Bitratenanalyse erkennt Schwachstellen


Viel ist passiert in den vergangenen Jahren, um das Internet in Estenfeld noch schneller zu machen. Aber wie ist nun der Ist-Zustand beim Breitbandausbau? Werden die Bitraten, die die Anbieter versprechen, tatsächlich erreicht? Und was wird in Zukunft möglich sein? Der Gemeinderat will diese Fragen von einem unabhängigen Prüfer beantworten lassen. Deshalb hat er in seiner Sitzung einstimmig (17:0) die Breitbandberatung Bayern GmbH beauftragt, eine sogenannte Bitratenanalyse zu erstellen. Diese erlaubt es, die Entwicklung des Breitbandausbaus für jedes einzelne Gebäude darzustellen. Auf einer Karte wird dann ersichtlich sein, wo noch „weiße Flecken“ sind — gemeint sind damit Haushalte, die mit einer Internet-Geschwindigkeit von weniger als 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) als unterversorgt gelten. Mit Hilfe der Analyse soll auf die Anbieter der nötige Druck aufgebaut werden, um die Schwachstellen zu beseitigen. Auch für Bauwillige wird das Untersuchungsergebnis von Interesse sein: Sie können die Karte — sobald sie fertig ist — auf der Internetseite bitratenkarte.de oder über einen Link auf der Gemeinde-Homepage estenfeld.de (Rubrik: Bauen & Wohnen) abrufen. Die Analyse kostet die Gemeinde übrigens keinen Cent, sie wird aus Bundesmitteln finanziert.

09.10.2018


ISEK: Förderantrag für Projekte bis 2022


Das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“, kurz ISEK genannt, dient der Gemeinde Estenfeld dazu, den Ort in den nächsten Jahren weiterzuentwickeln. Eine Prioritätenliste, welche Projekte wann verwirklicht werden sollen, wurde bereits erstellt. Das erste Vorhaben, die Errichtung eines Parkplatzes auf der Pfarrwiese, ist auf den Weg gebracht. In seiner Sitzung hat der Gemeinderat nun einstimmig (17:0) die Bedarfsermittlung genehmigt, die zur Bewilligung von Zuschüssen über das Förderprogramm „Soziale Stadt“ nötig ist. Der Antrag schließt für das Jahr 2019 mit förderfähigen Gesamtkosten von 425 000 Euro. Für 2020 sind 57 000 Euro vorgesehen, für 2021 sind es 190 000 Euro und für 2022 schließlich 250 000 Euro.

09.10.2018


Gutachten soll zur Lösung des Verkehrsproblems beitragen


Rund um die Schulen und Kindergärten in Estenfeld herrscht viel Verkehr — besonders zu den Stoßzeiten, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen oder abholen. Um auf belastbare Zahlen zurückgreifen zu können, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung einstimmig (17:0) den renommierten Verkehrsexperten Dr. Konrad Schliephake, Lehrbeauftragter am Institut für Geografie und Geologie der Universität Würzburg, mit der Erstellung einer Studie beauftragt. Eine Gruppe von Studenten wird nicht nur das Verkehrsaufkommen in der Riemenschneiderstraße untersuchen, sondern auch konkrete Lösungsvorschläge erarbeiten, wie der gesamte Bereich entlastet werden könnte. Für das Gutachten, das später im Gemeinderat vorgestellt werden soll, verlangt Schliephake etwa 4000 Euro.

12.10.2018


Kartause: Ein Bürgerpark könnte der erste „Baustein“ sein
Bürgerwerkstatt brachte der Gemeinde viele wichtige Erkenntnisse


Die Frage, was aus der Kartause einmal werden soll, bewegt die Menschen in Estenfeld. Der Gemeinde ist daher sehr daran gelegen, dass möglichst viele von ihnen die Zukunft des geschichtsträchtigen Gebäudes mitgestalten. Ein wichtiger Schritt war die Bürger- und Ideenwerkstatt — ein produktiver Nachmittag mit vielen bereichernden Beiträgen und zielführenden Diskussionen.
Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Rosi Schraud ging es mit einem Rundgang über das Kartausenareal los. Dabei gewannen die Teilnehmer einen Eindruck von der Größe der gesamten Fläche. Sie hatten die Gelegenheit, durch die Scheune in den rückwärtigen Bereich an der Kürnach zu gehen und den nicht öffentlich zugänglichen Garten zu besichtigen. Ein Bürger hatte ein Foto mitgebracht, auf dem seine Eltern bei einer „Bootspartie“ auf dem ehemaligen See zu sehen sind. An den ursprünglichen Zustand des Gartens und an die Bauarbeiten bei der Verlegung der Kürnach Ende der 1950er Jahre konnten sich einige ältere Bürger noch gut erinnern.
Im Pfarrheim brachte Stadtplaner Thomas Wirth, Leiter des Planungsbüros arc.grün (Kitzingen), dann in einem „Impulsvortrag“ alle auf den aktuellsten Stand. Er erklärte, über welche Arten der Nutzung bislang gesprochen worden sei und welche Vorgaben eingehalten werden müssten. Zu drei Säulen der vorliegenden Planung (Gastronomie, Veranstaltungsraum und Bürgerpark) gebe es bereits einen weitgehenden Konsens im Gemeinderat, machte Wirth deutlich. Für den Bereich der ehemaligen Stallungen, die vierte Säule, fehle jedoch eine tragfähige Konzeption zur weiteren Entwicklung.
Nun waren die Bürger gefragt: Anhand eines Lageplans diskutierten sie in sieben Gruppen darüber, was sie sich in der Kartause vorstellen können. Besonders erfreulich war das Engagement der jugendlichen Ministranten, die äußerst versiert bei der Sache waren und prima Ideen hatten.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Arbeitsgruppen:
- Was die Nutzung der Stallgebäude (vierte Säule) angeht, gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen. Wichtig erscheint bei jeder Variante — abgesehen von der Nutzung als Rathaus — eine möglichst hohe Flexibilität, um auf noch nicht absehbare Nachfragen reagieren zu können. Mehrzweckräume und Multifunktionalität stehen dabei im Vordergrund.
- Grundsätzlich wird die Nutzung der Scheune als Veranstaltungsraum begrüßt. Dabei sind aber der tatsächliche Bedarf und die Größe zu klären.
- Eine Gastronomie ist sinnvoll — sie könnte im Wohnhaus, aber auch im Zusammenhang mit der Nutzung in der Scheune entstehen.
- Ein Angebot für Familienveranstaltungen (Hochzeiten, Geburtstage, Familienfeiern) soll intensiver geprüft werden, da hier große Nachfrage besteht.
- Der Garten und die Kürnach-Wiese sollen zu einem Bürgerpark entwickelt werden. Aufgrund der Komplexität der Gebäudesanierung könnte dies der erste „Baustein“ sein.
- Der Stellplatzbedarf und die Zufahrtssituation müssen stärker als bisher ins Blickfeld rücken.
- Für die anstehenden Schritte soll ein möglichst konkreter Zeitplan aufgestellt werden.

Die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt sollen für den Gemeinderat eine Art „Leitfaden“ sein. Er wird demnächst in einer Klausur über das weitere Vorgehen beraten. Konkrete Beschlüsse zu den nächsten Schritten (Wettbewerb, Planerauswahlverfahren, Förderanträge usw.) wird es erst zu einem späteren Zeitpunkt geben. Klar ist: Die Bürger werden auch künftig in den Entscheidungsprozess zur Kartause eingebunden. Es wird noch eine Bürgerbefragung geben und darüber hinaus sind weitere Beteiligungsrunden geplant.


Die ausführliche Dokumentation der Bürgerbeteiligung finden Sie hier.

Landtagswahl 2018

14.10.2018


Hohe Wahlbeteiligung in Estenfeld

Fast die Hälfte stimmte per Briefwahl ab

Die Beteiligung an der Landtagswahl war in Estenfeld erfreulich hoch: Sie lag bei 80,7 Prozent — und damit über dem bayernweiten Wert von rund 72,5 Prozent. Von 4119 Stimmberechtigten gingen 3324 zur Wahl. Bei den Erststimmen waren 24 ungültig, bei den Zweitstimmen 33. Der Anteil der Briefwähler war enorm: 42,24 Prozent der Stimmberechtigten zogen diese Variante dem Gang ins Wahllokal vor.

Erststimmen nach Wahlvorschlag:
1. Ländner, Manfred (CSU): 1339 Erststimmen / 40,58%
2. Halbleib, Volkmar (SPD): 333 / 10,09%
3. Rützel, Thomas (Freie Wähler): 232 / 7,03%
4. Celina, Kerstin (Grüne): 755 / 22,88%
5. Kuhl, Wolfgang (FDP): 175 / 5,30%
6. Hansen, Kevin-Christopher (Linke): 72 / 2,18%
7. Gilbert, Raimund (BP): 14 / 0,42%
8. Welzenbach, Patricia (ÖDP): 33 / 1,00%
10. Dr. Konrad, Herbert (Die Franken): 39 / 1,18%
11. Gebhardt, Michael (AfD): 226 / 6,85%
12. Höfner, Julian (mut): 18 / 0,55%
14. Bremer, Sabrina (Tierschutzpartei): 49 / 1,48%
15. Schmitt, Bertram (V-Partei): 15 / 0,45%

Zweitstimmen nach Wahlvorschlag:
1. CSU: 1349 Zweitstimmen / 40,99%
2. SPD: 335 / 10,18%
3. Freie Wähler: 302 / 9,18%
4. Grüne: 639 / 19,42%
5. FDP: 181 / 5,50%
6. Linke: 63 / 1,91%
7. BP: 21 / 0,64%
8. ÖDP: 29 / 0,88%
9. Piraten: 12 / 0,36%
10. Die Franken: 27 / 0,82%
11. AfD: 236 / 7,17%
12. mut: 25 / 0,76%
13. Die Partei: 26 / 0,79%
14. Tierschutzpartei: 31 / 0,94%

15. V-Partei: 15 / 0,46%

26.10.2018


Netze lassen noch auf sich warten

Minispielfeld: Gemeinde dankt Anwohnern für Geduld


Das Minispielfeld am Triebweg ist eine tolle Ergänzung des Sportangebots in Estenfeld. Wenn das Wetter passt, sind dort fast immer Kinder und Jugendliche anzutreffen. Einziges Problem: die Lautstärke, die von dem Platz ausgeht. Anfang August kamen deshalb Anlieger und Nutzer des Feldes zu einem offenen Austausch unter dem Motto „Lasst uns reden…“ zusammen. Dabei wurde unter anderem vereinbart, den Ballfangzaun und die Gitter der Tore durch Netze zu ersetzen. Bis jetzt wurde dies jedoch noch nicht erledigt – was beim zweiten Treffen der Beteiligten kritisiert wurde. Bürgermeisterin Rosi Schraud sagte, sie bedauere es sehr, dass der versprochene Austausch noch auf sich warten lasse. Um zu verdeutlichen, dass dies kein Versäumnis der Gemeinde sei, hatte Schraud die Bestellformulare mitgebracht. Bereits im Juli waren die Netze bei der Firma bestellt worden. Wegen der aktuellen Auftragslage wurde der Gemeinde allerdings angekündigt, dass eine Lieferung bis zu 14 Wochen dauern werde. Unterstützung bekam die Bürgermeisterin von Bauhofleiter Jürgen Fottner, der trotz einer Erkrankung zum Termin am Minispielfeld gekommen war. Auch Fottner war es wichtig, den Betroffenen die Situation zu erklären. Alle waren sich einig, dass nichts anderes übrig bleibe, als auf die Netze zu warten. Die ringsum verlaufende Bande wird „verkleidet“, um den Geräuschpegel weiter zu senken. Welches Material dafür verwendet wird, muss noch geprüft werden. Die Bürgermeisterin bedankte sich bei den Anwohnern für deren Geduld und versicherte, es werde alles dafür getan, damit die Kinder und Jugendlichen sich weiter auf dem Minispielfeld austoben könnten. Genauso wichtig sei aber auch, dass der Lärmschutz für die Anwohner zufriedenstellend umgesetzt werde.

Letzte Änderung: 10.12.2018 23:04 Uhr