NOVEMBER 2018

Schulturnhalle

13.11.2018


Gemeinde verzichtet

vorerst auf Pausenhalle

Sanierung der Schulturnhalle kann nicht länger warten — Baukosten sinken


Eigentlich wollte die Gemeinde im Zuge der Sanierung der Estenfelder Schulturnhalle eine Pausenhalle errichten lassen. Sie hätte zwischen Turnhalle und Grundschule, zum Schulhof hin, entstehen und als Aufenthaltsbereich sowie zur Mittags- oder Hausaufgabenbetreuung dienen sollen. Die Bedarfsermittlung für die Schulturnhalle wurde von der Regierung von Unterfranken nunmehr anerkannt. Doch für die Pausenhalle verlangt sie ein ausführliches pädagogisches Konzept. Das auszuarbeiten, kostet Zeit — Zeit, die die Gemeinde angesichts des Zustandes der Turnhalle nicht hat. Deshalb hat der Gemeinderat in seiner Sitzung mehrheitlich (15:1) beschlossen, die Pausenhalle vorerst auf Eis zu legen und nur die Sanierung der Turnhalle in Angriff zu nehmen. Der Trakt, der Turnhalle und Grundschule verbindet, bleibt damit zunächst erhalten. Die Entscheidung sei mit dem Leiter der Grundschule, Christoph-Rupert Schneider, abgestimmt, sagte Bürgermeisterin Rosi Schraud. Die Mittagsbetreuung funktioniere auch in den bestehenden Räumen gut, daher sei die Pausenhalle derzeit nicht zwingend notwendig. Der beauftragte Planer Bernhard Schubert vom Architekturbüro Bluebox (Würzburg) erklärte, durch den vorläufigen Verzicht auf die Pausenhalle verringerten sich die Baukosten von 2,9 auf voraussichtlich 2,2 Millionen Euro. Für die Sanierung der Turnhalle, die von der Regierung bewilligt wurde, wird nun ein Förderantrag gestellt. Die Maßnahme steht in engem Zusammenhang mit der geplanten Umnutzung des alten Feuerwehrhauses, in das die Malteser einziehen wollen. Hierfür wird es jedoch einen getrennten Bauantrag geben.

Westring

13.11.2018


Westring: Schutzwall

soll für Ruhe sorgen

Gemeinderat genehmigt Erschließungsplanung für neues Baugebiet


Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Erschließung des Estenfelder Baugebiets „Westring“ beginnen kann. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung die Pläne des Ingenieurbüros Arz (Würzburg), vorgestellt von Geschäftsführer Tobias Schneider, einstimmig genehmigt (16:0). Als Nächstes wird nun ein detailliertes Leistungsverzeichnis erstellt, als Grundlage für das dann folgende Vergabeverfahren.

Wenn alles passt, einschließlich des Wetters, können die Baufirmen im nächsten Frühjahr loslegen. Straßen, Kanäle, Versorgungsleitungen — zu tun gibt es für sie wahrlich genug. Erst wenn — im wahrsten Sinne des Wortes — der Boden bereitet ist, sind die Häuslebauer an der Reihe. Interessierte Bauherren haben seit Kurzem die Möglichkeit, ein Grundstück zu benennen, für das sie sich vormerken lassen wollen. Damit ist jedoch keine Zusage verbunden. Die Kalkulation der Grundstückspreise ist noch nicht abgeschlossen – das heißt, derzeit steht noch nicht fest, wie viel der Quadratmeter kosten wird. 5,5 Hektar umfasst das Baugebiet, davon sind 4,3 Hektar veräußerbarer Raum, aufgeteilt auf 65 Grundstücke.

Über einen Punkt in Schneiders Planung hat der Gemeinderat separat abgestimmt, weil er von großer Bedeutung ist: die Gestaltung des Lärmschutzwalls, der zwischen Straße und Wohngebiet errichtet werden muss. Einstimmig (16:0) entschieden sich die Räte für ein — so wörtlich — begrüntes Steilböschungssystem, auf das noch ein etwa ein Meter hohes Schallschutzelement „draufgesattelt“ wird. Wie dieses Element aussieht, wird der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen beschließen. Denkbar wären zum Beispiel ein Zaun oder Gabionen, also mit Steinen gefüllte Körbe.

13.11.2018


Fast 80 000 Euro für geplante Öffnung der Hoegner-Straße

Gemeinde hat Kosten seit dem Jahr 2000 zusammengerechnet


Gemeinderat Josef Ziegler und andere Anwohner der Wilhelm-Hoegner-Straße hatten vor einiger Zeit angefragt, wie viel Geld die Gemeinde Estenfeld für die schon so lange geplante Straßenöffnung bislang ausgegeben hat. Nach Rücksprache mit der Kommunalaufsicht des Landratsamts in Würzburg hat die Gemeinde zusammengerechnet. Bürgermeisterin Rosi Schraud sagte in der Gemeinderatssitzung, die Kämmerei habe alle Kosten berücksichtigt, die mit Beginn der EDV-Erfassung im Jahr 2000 im Rathaus gespeichert worden seien. Noch tiefer ins Archiv zu gehen habe die Kommunalaufsicht für „unverhältnismäßig“ gehalten, erklärte Schraud. Das Ergebnis der Recherche: Von 2000 bis heute sind für die noch nicht erfolgte Öffnung der Hoegner-Straße exakt 79 881,31 Euro ausgegeben worden. Angefallen sind zum Beispiel Planungskosten sowie Honorare für Gutachter und Anwälte.

Anwesen Kupiak

13.11.2018


Gemeinde kauft die 

Anwesen Maag und Kupiak


Die Gemeinde Estenfeld hat zwei private Anwesen gekauft: das der Familie Maag in der Unteren Ritterstraße 14 und das der Familie Kupiak in der Lengfelder Straße 10 (im Bild). Beide Grundstücke seien „im Hinblick auf die städtebauliche Entwicklung“ erworben worden, sagte Bürgermeisterin Rosi Schraud in der Gemeinderatssitzung. Nun habe die Gemeinde die Möglichkeit, „leichter zu agieren“.

13.11.2018


Weiße Mühle: Heizung und Lüftung werden erneuert


Die geplanten Sanierungsarbeiten in der Weißen Mühle zeigen, dass sich viele Handwerksbetriebe derzeit vor Aufträgen kaum retten können. Zur Erneuerung der Heizungsanlagen hatte die Gemeinde Estenfeld vor längerer Zeit elf Firmen angeschrieben, ein einziges Angebot kam zurück — und das war viel zu teuer. Im zweiten Anlauf wurden 14 Firmen kontaktiert — immerhin zwei meldeten sich. Für die günstigere Offerte konnte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung „erwärmen“: die der Firma MHT aus Grabfeld (Thüringen) über rund 180 000 Euro brutto. Für die Ertüchtigung der Lüftungsanlagen war der Rücklauf noch „größer“: Von zwölf angefragten Unternehmen reagierten immerhin drei. Der Gemeinderat entschied sich auch hier für die preiswertere Variante, die von der Firma AGO in Kulmbach (Oberfranken) stammt. Sie verlangt für den Austausch der Lüftung etwa 122 000 Euro brutto. Beide Beschlüsse fielen einstimmig (16:0). Bürgermeisterin Rosi Schraud kündigte an, dass die Arbeiten möglichst in den Ferien erledigt werden sollen, damit nicht so viele Sportstunden wegfallen.

13.11.2018


Geschichte und Geschichten auf Hinweistafeln


Estenfeld hat eine ganze Reihe von geschichtsträchtigen Gebäuden und Plätzen, über die es Interessantes zu erfahren gibt. Deshalb lässt die Gemeinde 13 Hinweistafeln aufstellen, auf denen Wissenswertes zum jeweiligen Standort zu lesen ist. Die Tafeln sind 36 mal 24 Zentimeter groß und sind aus einem speziellen Sicherheitsglas gefertigt. Möglichst sollen sie direkt am jeweiligen Gebäude befestigt werden — wo das nicht möglich ist, werden sie auf Ständern mit Edelstahlfüßen angebracht. Die Idee zu den Tafeln stammt von Ehrenbürger Christian Will, der die Texte beigesteuert hat — die dazu passenden Zeichnungen sind von Rudolf Studtrucker. Ihr Engagement ist umso bemerkenswerter, da beide schon über 90 Jahre alt sind. Umgesetzt wird das Projekt von der Estenfelder Firma Klafke Kommunikation. Der Gemeinderat hat dafür in seiner Sitzung einstimmig (16:0) ein Gesamtbudget von 5000 Euro genehmigt.

Unibund

22.11.2018


Angst lässt sich überwinden

Prof. Dr. Andreas Warnke referierte

zum Estenfelder Unibund-Jubiläum


Er war der erste Referent, als der Koordinierungskreis des Unibundes vor zehn Jahren mit seinen Vorträgen in Estenfeld begann — und zum Jubiläum war er erneut zu Gast: Prof. Dr. Andreas Warnke, der 20 Jahre die Kinder- und Jugendpsychiatrie am Würzburger Universitätsklinikum leitete. Der in Estenfeld lebende Wissenschaftler, der seit Jahrzehnten national wie international große Wertschätzung genießt, sprach in der Mittelschule zum Thema „Angst haben und Angst überwinden“. Dabei zeigte er auf, wie viele Kinder und Erwachsene mit Angststörungen leben müssen — aber auch, wie hilfreich die richtigen Therapien sind und die Betroffenen wieder Vertrauen fassen und sich ins Leben zurückkämpfen können.

Bürgermeisterin Rosi Schraud betonte, „wir Estenfelder können stolz darauf sein, dass so eine herausragende Persönlichkeit wie Prof. Warnke unser Mitbürger ist“. Warnke leiste eine wertvolle und wunderbare Arbeit zum Wohle kranker Kinder. Dank sagte Schraud auch den Estenfelder Unibund-Koordinatorinnen Gabriele Wolz-Curtaz und Ulrike Roth, die Referenten für die Vorträge im Ort auswählen, diese bewerben und ehrenamtlich organisieren. Ebenso würdigte Schraud den Einsatz von Ulrike Haase, der Leiterin des Koordinierungskreises Estenfeld/Kürnach/Rimpar, und dankte ihr für die gute Zusammenarbeit.

Der Unibund ist die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität Würzburg und damit deren Förderverein. Er verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele: die Vielfalt von Forschung und Lehre an der Universität finanziell zu unterstützen und die Universität durch öffentliche Vortragsreihen in ihrem Einzugsgebiet „nach außen zu tragen“. Der Koordinierungskreis begann seine Arbeit einst in Rimpar, vor zehn Jahren schloss sich Estenfeld an und später kam dann noch Kürnach hinzu.

Im Bild: (von links) Rosi Schraud, Otto Rüger (Koordinator in Kürnach), Ulrike Roth, Gabriele Wolz-Curtaz, Prof. Dr. Andreas Warnke und Ulrike Haase.

Jubiläum Eingemeindung

25.11.2018


Wie in einer guten Ehe

40 Jahre Eingemeindung: Estenfeld

und Mühlhausen feiern Jubiläum


Es waren geschichtsträchtige Tage für Mühlhausen: Am 20. August 1975 fand in der damals selbstständigen Gemeinde eine Bürgerversammlung statt. Das einzige Thema war die bevorstehende Eingemeindung des kleinen Ortes. Die Mühlhäuser sollten entscheiden, ob sie sich lieber Kürnach oder Unterpleichfeld anschließen — so lauteten die Vorschläge der Regierung. Doch obwohl beide Gemeinden intensiv um die Mühlhäuser geworben hatten, wollten diese etwas ganz anderes: 37 von 42 Bürgern stimmten bei der Versammlung für eine Angliederung an Estenfeld. Für Kürnach und Unterpleichfeld gab es keine einzige Stimme.

Dieses Votum war zwar nicht bindend, aber der Mühlhäuser Gemeinderat nahm es sich sehr wohl zu Herzen: Etwa drei Wochen später, am 8. September 1975, beschloss das Gremium mit 7:2 Stimmen die Eingemeindung nach Estenfeld (die zwei Stimmen waren für Unterpleichfeld).

Die Entscheidung war nötig geworden, nachdem der Bayerische Landtag 1971 die große Verwaltungs- und Gebietsreform beschlossen hatte. Gemeinden, ja ganze Landkreise, sollten zu leistungsfähigen Einheiten zusammengeführt werden.

Bis zum endgültigen Zusammenschluss von Estenfeld und Mühlhausen dauerte es noch bis 1978: Am 29. April unterschrieben die Bürgermeister Ignaz Schneider (Estenfeld) und Richard Schneider (Mühlhausen) im Rathaus in Mühlhausen den Eingemeindungsvertrag. Am 30. April fand eine große Proklamation zur Eingemeindung Mühlhausens und zur Bildung der Verwaltungsgemeinschaft statt. Am 1. Mai 1978 wurde Mühlhausen dann offiziell nach Estenfeld eingemeindet — Estenfeld wurde Sitz der Verwaltungsgemeinschaft, zu der heute noch Prosselsheim und Eisenheim gehören.

Im Eingemeindungsvertrag wurde Folgendes festgeschrieben:

- Der Gemeindename von Mühlhausen soll als Ortsteilname erhalten bleiben.

- Die eigene Feuerwehr soll bestehen bleiben.

- Es wird weiterhin eigene Feldgeschworene geben.

- Die Mühlhäuser Kinder dürfen Kindergarten und Schule in Estenfeld besuchen.

- Mühlhausen behält seine eigene Wasserversorgung.

- Sogar die Nutzung des Friedhofs wurde nach Mühlhäuser Sitte geregelt.

40 Jahre nachdem diese „Ehe“ geschlossen wurde, feierten Gemeindevertreter sowie Bürger beider Ortsteile „Rubinhochzeit“. Der Festzug durch Mühlhausen führte zum Dorfgemeinschaftshaus, wo das Kirchweihessen stattfand. Die Mühlhausen-Fahne — ein Geschenk der Gemeinde — war bei der Jubiläumsfeier bereits gehisst. Zusätzlich überreichte Bürgermeisterin Rosi Schraud ein Foto an die Mühlhäuser Gemeinderäte Silke Scheller und Rainer Galm. Darauf ist die Unterzeichnung des Eingemeindungsvertrags durch die beiden Bürgermeister zu sehen, im Hintergrund die letzten „eigenen“ Mühlhäuser Gemeinderäte Alois May, Otmar Heinrich, Reinhold Nuß, Franz Burkard, Edgar Schneider, Hugo Heil, Werner Roth und Anton Füller.

Bürgermeisterin Schraud bekannte, dass die Eingemeindung für viele Mühlhäuser „ein schwerer und trauriger Anlass“ gewesen sei — sie hätten schließlich ihre Eigenständigkeit verloren. „Nicht umsonst“ sei damals das Ortsschild mit Trauerflor am Maibaum befestigt worden. „Doch mit gegenseitigem Vertrauen wurde ein Fundament für einen dauerhaften Zusammenschluss geschaffen — und ich denke, rückblickend war die Eingemeindung nach Estenfeld die richtige Entscheidung.“

Was in den vergangenen 40 Jahren in und für Mühlhausen getan wurde, rief Schraud stichpunktartig in Erinnerung: die Renovierung des Bürgerhauses und des ehemaligen Rathauses, die Friedhofssanierung mit Bau eines neuen Leichenhauses, die vernünftige Regelung der Abwasserbeseitigung mit der Verwirklichung der Abwasserleitung nach Estenfeld, die umfassende Dorferneuerung und die damit verbundene Ortsverschönerung, die Waldflurbereinigung, der Bau des Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshauses, die Ausweisung neuer Baugebiete sowie die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs.

Was die Bürgermeisterin sehr zufrieden macht: „Das gemeinsame Ziel, dass zwei Ortschaften zu einer funktionierenden Gemeinde verschmelzen und ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln, mag damals manchen wie eine ferne Utopie erschienen sein. Dieses Ziel ist heute fast erreicht.“ Heute sei es Normalität, dass die Kinder von Estenfeld und Mühlhausen gleiche Vereine besuchen, die Fußballer miteinander trainieren und die Feuerwehren gemeinsame Übungen durchführen und ausrücken. Auch in Zukunft werde keiner der beiden Partner — „wie in einer guten Ehe“ — die eigene Identität aufgeben müssen, sagte Schraud. „Denn das macht ja gerade eine gute Partnerschaft aus: die Ergänzung und Bereicherung durch den anderen. Die Mühlhäuser haben stets darauf geachtet, ihre eigenen Gebräuche, ihre Besonderheiten zu bewahren, sich in manchen Dingen vom Hauptort abzugrenzen. Sie sind stolz auf ihre Gemeinde. Sie sind stolz auf das, was bei ihnen durch die gute Dorfgemeinschaft möglich ist und wollen sich dies auch zu Recht bewahren.“


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Letzte Änderung: 29.11.2018 20:06 Uhr