JULI 2018

Hinweistafeln

09.07.2018


Zwei „Ü-90er“ machen Heimatgeschichte lebendig

Christian Will und Rudolf Studtrucker fertigen Hinweistafeln an


In Estenfeld gibt es zahlreiche historische Gebäude, Plätze und Orte, deren einstige Bedeutung den meisten Bürgern nicht mehr bekannt ist. Auch interessierte Besucher bekommen zur Geschichte all dieser Sehenswürdigkeiten keinerlei Informationen. Das soll sich nun ändern: Der Sport- und Kulturausschuss hat kürzlich entschieden, dass Hinweistafeln aufgestellt werden sollen, die auf den historischen Reichtum der Gemeinde hinweisen. Für die Texte kam aus Sicht des Ausschusses nur einer in Frage: der ehemalige Landtagsabgeordnete und langjährige Gemeinderat Christian Will. Er kennt die Geschichte der Gemeinde Estenfeld wie kein anderer. Seine Chroniken und Schriften sind wahre Schätze und als Nachschlagewerke unglaublich wertvoll. Als Bürgermeisterin Rosi Schraud mit der Bitte an den Ehrenbürger herantrat, sagte dieser sofort seine Unterstützung zu und machte sich ans Werk. Will stellte Texte für zwölf Tafeln zusammen und ließ diese von seinem ehemaligen Kollegen und Grafiker Rudolf Studtrucker bebildern. Die beiden rüstigen Senioren — beide sind schon über 90 Jahre alt — legten dabei ein unglaubliches Engagement und große Kreativität an den Tag. Bürgermeisterin Schraud war begeistert von den liebevoll formulierten Texten und den humorvollen Zeichnungen. Auf den Tafeln erhalte man dadurch genau die Informationen, die man braucht, um sich vorstellen zu können, was einstmals an diesem Ort, in diesem Gebäude geschah. Die genauen Standorte werden von Christian Will und den Ausschussmitgliedern gemeinsam festgelegt. Wenn zeitlich alles gut läuft, sollen die Tafeln noch in diesem Jahr aufgestellt werden.

10.07.2018


Scheidmännlein-Sanierung: Günstigster Bieter bekommt den Zuschlag


Man muss kein Fachmann sein, um es zu erkennen: Die Straße „Am Scheidmännlein“ ist in einem miserablen Zustand. Damit die Sanierung zügig beginnen kann, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung mehrheitlich (9:3) entschieden, die Arbeiten an den günstigsten Bieter zu vergeben. Zwar lag den Räten nur das ungeprüfte Submissionsergebnis vor — die genannten Summen würden sich aber „erfahrungsgemäß nicht mehr entscheidend verändern“, sagte Bürgermeisterin Rosi Schraud.

Nach Angaben von Geschäftsleiterin Lisa Krein hat die Gemeinde 30 Firmen kontaktiert — letzlich wurden zwölf zur Abgabe eines Angebots aufgefordert, wovon vier „wertbar“ waren. Die Kosten bewegen sich voraussichtlich zwischen 630 000 und 690 000 Euro, man liege damit etwa elf Prozent über der Schätzung vom Januar.

Günther Grimm kritisierte das Vorgehen der Verwaltung und sagte, er werde einer Vergabe nur zustimmen, wenn er die exakten Summen kenne. Bürgermeisterin Schraud entgegnete ihm, es sei natürlich möglich, die Prüfung der Angebote abzuwarten — doch das würde den Beginn der Arbeiten deutlich verzögern. Geschäftsleiterin Krein ergänzte, dass der Gemeinderat auch früher schon Aufträge in dieser Form vergeben habe.

Wie geht es nach dem Mehrheitsbeschluss des Gemeinderats weiter? Sobald das Ingenieurbüro Horn (Eibelstadt) die Angebote „durchgecheckt“ hat, wird der günstigste Bieter, wie es das Vergaberecht vorschreibt, beauftragt. Diese Firma wird daraufhin aufgefordert, erst mal einen Bauzeitenplan vorzulegen. Dann wird es eine Anwohnerversammlung geben, in der alle Betroffenen über den weiteren Ablauf informiert werden. Die eigentlichen Arbeiten werden dann sicher einige Zeit dauern, denn schließlich soll nicht nur die Straße ausgebessert werden, sondern auch das Kanal- und Wasserleitungsnetz.

Bäckerei

10.07.2018


Aus Bäckereiräumen

werden Wohnungen


Jahrzehntelang befand sich im Haus in der Unteren Ritterstraße 10 in Estenfeld die Bäckerei Winzenhörlein mit Laden und Backstube. Nach deren Schließung zog die Bäckerei Steigerwald dort ein, doch im Februar 2017 machte auch sie zu. Jetzt steht fest: In den einstigen Bäckereiräumen werden Wohnungen entstehen, insgesamt sind fünf Wohneinheiten geplant. Der Gemeinderat hat den Bauantrag von Angelika Winzenhörlein in seiner Sitzung einstimmig genehmigt (12:0). Das Vorhaben war im Juni schon vom Bauausschuss behandelt worden, damals lehnte das Gremium die Umnutzung ab. Begründung: Winzenhörlein hatte sieben Wohneinheiten vorgesehen, konnte dafür jedoch nicht die erforderliche Anzahl an Pkw-Stellflächen vorweisen. Daraufhin hat sie zwei Wohneinheiten gestrichen — und jetzt reicht der Platz zum Parken. Laut der gemeindlichen Stellplatzsatzung müssen bei fünf Wohneinheiten acht Stellflächen vorhanden sein. Sechs davon sind im vorliegenden Fall direkt auf dem Grundstück, zwei auf dem benachbarten. Unerlässlich ist, dass sämtliche Stellflächen im Grundbuch eingetragen werden.

10.07.2018


Hoegner-Straße: Ruhendes Bebauungsplan-Verfahren wird wieder aufgenommen


Die Gemeinde Estenfeld unternimmt einen neuen Anlauf, um die Wilhelm-Hoegner-Straße zur Würzburger Straße hin zu öffnen. Mit der Mehrheit von 9:3 Stimmen hat der Gemeinderat in seiner Sitzung beschlossen, das ruhende Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans „Westlich der Konrad-Adenauer-Straße“ wieder aufzunehmen. Dies ist nötig, weil der derzeit geltende, rechtskräftige Bebauungsplan keinen „Durchstich“ vorsieht. Eigentlich hätte die Öffnung schon längst verwirklicht sein sollen — doch eine Klage von Anwohnern hat die Gemeinde ausgebremst. Das Verwaltungsgericht Würzburg hat ihr im November 2017 untersagt, mit den Arbeiten zu beginnen. Erst müsse das im Jahr 2015 eingeleitete Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans zum Abschluss gebracht werden. Das macht die Gemeinde nun — und dazu gehört auch, die Öffentlichkeit zu beteiligen. Das bedeutet: Auch die Anwohner werden nochmals die Gelegenheit bekommen, sich zu der geplanten Öffnung zu äußern.

Bauhof-Grundstück

10.07.2018


Gemeinde verkauft

Fläche an Unternehmen


Hinter dem Estenfelder Bauhof möchte sich gerne ein größeres Unternehmen ansiedeln. Den Weg dazu hat der Gemeinderat in seiner Sitzung geebnet. Mit 11:1 Stimmen beschloss er, einen „kleinen“ Bebauungsplan aufzustellen, der den Namen „Am Bauhof“ trägt. Die etwa 3000 Quadratmeter große Fläche, um die es geht, ist Teil des Grundstücks, auf dem sich der Bauhof befindet. Sie gehört der Gemeinde und soll nun aus dem bestehenden Flächennutzungsplan „herausgelöst“ werden. Bevor das Grundstück veräußert wird, wird die Gemeinde noch für die Erschließung sorgen. Als Einziger stimmte Dritter Bürgermeister Gerhard Knorz gegen das Vorhaben. Er befürchtet, „dass wir hier eine Fläche verkaufen, die wir später noch brauchen“.

10.07.2018


Abschied vom Abscheider


Der Fettabscheider in der Küche der Mehrzweckhalle wird stillgelegt. Nach diesem Beschluss des Gemeinderats (12:0) hat das Geruchsproblem bald ein Ende. Es trat immer dann auf, wenn die Küche genutzt wurde. Mit dieser Entscheidung tat sich der Gemeinderat leicht, weil er auf den Rat einer Expertin zählen konnte: Silvia Hoffmann, Inhaberin des Ingenieurbüros für Abwasserconsulting ibac (Eibelstadt), hatte bestätigt, dass der Fettabscheider nicht mehr benötigt werde. Mit der Stilllegung der Anlage wurde die Firma Kanal Türpe (Gochsheim) beauftragt. Kosten: rund 3500 Euro brutto.

Rohrbruch

10.07.2018


Nach dem Wasserrohrbruch: Arbeiten dauern noch länger


In der Wilhelm-Barth-Straße in Estenfeld hat es Anfang Juli einen kapitalen Wasserrohrbruch gegeben. Das Leck ist zwar inzwischen geschlossen — dennoch wird es nötig sein, den Abschnitt zwischen Kirchenaufgang und Bäckerei Rösner noch länger zu sperren. In der Gemeinderatssitzung sagte Bürgermeisterin Rosi Schraud, die derzeit geltende Umleitung bleibe „mindestens bis zur 30. Kalenderwoche“ bestehen. Das heißt, vor dem 23. Juli wird der Abschnitt sicher nicht wieder freigegeben. Ein Baugrundgutachter hat der Gemeinde empfohlen, den gesamten betroffenen Abschnitt auszukoffern — also den Boden weiträumig auszuheben. Nur so sei gewährleistet, dass der Untergrund vor dem Auftragen der Teerschicht ausreichend stabilisiert werde. Die Bürgermeisterin gab zu, dass die aktuelle Situation für Anlieger und Gewerbetreibende „nicht angenehm“ sei — „aber wenn wir das jetzt machen, dann machen wir es ordentlich“. Schraud dankte der Firma Schmitt (Bergtheim) für den schnellen Einsatz und die gute Arbeit. Auch Gemeinderat Andreas Förster, der mit seinem Zimmereibetrieb direkt betroffen ist, lobte die Firma. Sie sei mit bis zu drei Baggern pro Tag vor Ort und tue, was sie könne.

Belohlavek

10.07.2018


Gottesdienst zum Gedenken an Erwin Belohlavek


Der CSU-Ehrenvorsitzende und langjährige Gemeinderat Erwin Belohlavek ist am 19. Mai im Alter von 72 Jahren gestorben. Beigesetzt wurde er in seinem letzten Wohnort Inzell, wohin er 2012 mit seiner Frau gezogen war. In der Gemeinderatssitzung im Juli wurde für „Belo“, wie ihn viele nannten, eine Gedenkminute eingelegt. Bürgermeisterin Rosi Schraud wies darauf hin, dass am Samstag, 28. Juli, um 19 Uhr in der St.-Mauritius-Kirche in Estenfeld ein Gottesdienst für ihn stattfindet. Belohlavek kam 1966 nach Würzburg und wohnte seit seiner Eheschließung 1969 in Estenfeld. Mitglied des CSU-Ortsverbands wurde er 1983, bereits zwei Jahre später wurde er in die Kreisdelegiertenversammlung gewählt. Er war stellvertretender Ortsvorsitzender und von 1997 bis 2009 Ortsvorsitzender. Mitglied des Gemeinderats war er von 2002 bis zu seinem Abschied aus Estenfeld. Belohlavek engagierte sich auch in anderen örtlichen Vereinen, vor allem bei den Sängern.

Krippen-Container

20.07.2018


Kinderkrippen-Container

können kommen


Dank des großartigen Einsatzes der Estenfelder Bauhofmitarbeiter sind die vorbereitenden Baumaßnahmen für die Kinderkrippen-Container abgeschlossen. Die beiden Module können nun geliefert und angeschlossen werden. Danach folgt die nötige Innenausstattung - und auch die Außenanlagen werden noch ansprechend gestaltet. Als Zugang zur Kinderkrippe wird ein Tor in den vorhandenen Zaun eingebaut. Insgesamt liegt die Gemeinde Estenfeld bei der Interimslösung für die Kinderbetreuung sehr gut im Zeitplan.

Projekt WLAN

25.07.2018


Projekt „WLAN“:

Blühendes Band durch Estenfeld


Auch wenn man es zunächst vermuten könnte, aber mit dem Internet hat das Projekt „WLAN“ in Estenfeld nichts zu tun. Die vier Buchstaben stehen für Wasser, Lebensraum, Artenschutz und Naherholung. Die Initiative, die von Gemeinderat Andreas Förster angestoßen wurde, verfolgt ein beachtenswertes Ziel: Im Ort und drumherum sollen Blühstreifen angelegt werden — das freut nicht nur Bienen und Schmetterlinge, sondern auch die vielen Spaziergänger. Die ersten Landwirte wurden bereits dafür gewonnen. Unterstützt werden sie dabei von der Gemeinde, die für jede bereitgestellte Fläche eine Pacht zahlt und auch die Kosten für die Ansaat übernimmt. „Der ökologische Nutzen ist unbestritten und auch für den Naherholungssuchenden ist es eine schöne Abwechslung in der Flur“, freut sich Bürgermeisterin Rosi Schraud über das Projekt. Um das Ansäen der ersten Blühstreifen haben sich die Landwirte Anton Fischer und Albin Wolz gekümmert. Wie schön so ein „blühendes Band“ aussehen kann, ist beispielsweise am Weg von der Weißen Mühle zum Lengfelder See zu sehen, wo auch dieses Foto entstand. Ein weiterer Vorsatz, den die Gemeinde gefasst hat: Auf den Flächen, die ihr gehören, soll künftig weniger gemulcht werden. Das soll Insekten und anderen Kleintieren bei der Suche nach Rückzugsräumen entgegenkommen. Im Bild: (von links) Andreas Förster, Rosi Schraud, Albin Wolz, Georg Roth und Anton Fischer.

Ferienspielplatz

30.07.-10.08.2018


Lauter kleine „Superhelden“
Ferienspielplatz: Trotz der Hitze ist

die Zahl der Kinder erneut gestiegen


Einmal im Jahr wird das Gelände neben dem Estenfelder Feuchtbiotop zu einer kleinen Welt, die nur den Kindern gehört. In diesem Sommer tummelten sich dort lauter „Superhelden“ — so lautete das Motto des Ferienspielplatzes, den die Gemeinde veranstaltete.
„Superhitze“ wäre auch ganz passend gewesen, denn so heiß wie diesmal war es lange nicht. Für Nina Schleichert (19 Jahre), Maxi Krüger (23) und Sarah Wößner (18), die Leiter des Ferienspielplatzes, und die 18 Betreuerinnen und Betreuer hieß es da, immer wieder für Abkühlung zu sorgen. Nur mit Bierbänken und einer Plane hatten sie einen Pool gebaut und zusätzlich ein Floß, mit dem die Kinder durch das Biotop „schippern“ konnten. Für eine kurze Dusche lag immer ein Feuerwehrschlauch bereit.
Die extremen Temperaturen schmälerten das Interesse am Ferienspielplatz nicht im Geringsten — im Gegenteil. 147 Kinder hatten sich angemeldet, vor zwei Jahren waren es „nur“ 130. Am Vormittag war immer am meisten los — wenn der Nachmittag gekommen war, wurde es dann etwas ruhiger. Denn da gingen bei dem schweißtreibenden Wetter viele Eltern mit den Kindern ins Schwimmbad.
Langeweile kam beim Ferienspielplatz nie auf: Tanzen, schminken, Scoobidoo-Bändchen knüpfen — das Angebot an Workshops war groß, genau wie die Begeisterung der Kinder. Auch ein Entenrennen im Bach wurde veranstaltet. Das Spannendste, vor allem für die Jungs, war aber, als sie zu Baumeistern werden durften: Neun Hütten wurden in diesem Jahr errichtet, eine mehr als im vergangenen Sommer. Größere Zwischenfälle gab es keine – das Schlimmste war ein blauer Daumen vom Hämmern oder ein Spreißel im Finger. Ärztliche Hilfe wurde jedenfalls nicht gebraucht.
Das Holz, das die Kinder verarbeiteten, stammte nur zu Teilen aus dem Gemeindewald. Das meiste wurde von einem Sägewerk aus dem Odenwald angeliefert. Die Balken und Bretter waren Reste, die die Firma nicht mehr gebraucht hatte.
Das Abschlussfest begann mit der Vorführung des einstudierten Tanzes. Dann gab es die leckeren Burger von den Maltesern. Gut gestärkt wurde Völkerball oder Halli-Galli gespielt, ehe alle zur Nachtwanderung aufbrachen. Im Anschluss wurde Stockbrot gebacken und alle schauten gemeinsam den Film „Die Unglaublichen“. Zwar ging es danach ins Bett, doch an Schlaf war für viele nicht zu denken. Mit dem Frühstück, an dem Kinder und Eltern teilnahmen, ging das "Hüttendorf" am nächsten Morgen zu Ende.

Letzte Änderung: 30.11.2018 12:52 Uhr