JANUAR 2018

Neujahrsempfang

07.01.2018


Die Bestenfelder

Neujahrsempfang: Gemeinde ehrte Bürger für besondere Leistungen


Estenfeld hat mehr als 5000 Einwohner — und Jahr für Jahr sind unter ihnen Menschen, die durch herausragende Leistungen auffallen. So war es auch 2017. Den Beweis dafür lieferte der Neujahrsempfang in der Mehrzweckhalle „Weiße Mühle“. Dabei zeichnete die Gemeinde Bürgerinnen und Bürger aus, die Bemerkenswertes geschafft haben – sei es im Sport, im beruflichen oder im gesellschaftlichen Bereich. Die Ehrungen nahmen Bürgermeisterin Rosi Schraud sowie ihre Stellvertreter Joachim Sadler und Gerhard Knorz vor. Für die musikalische Gestaltung sorgte der Musikverein Estenfeld.


Zu den Geehrten gehörten diesmal:


Bereich Beruf / Wettbewerb:

Prof. Dr. Achim Förster

An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studierte er Rechtswissenschaften. Sein Master-Studium absolvierte er an der Indiana University Robert H. McKinney School of Law in Indianapolis (USA). Im vergangenen Jahr wurde ihm dort der „Distinguished LL.M. Alumni Award“ verliehen. Mit dieser erstmals vergebenen Auszeichnung würdigt die McKinney School of Law ehemalige Studierende des Masterprogramms, die in ihrem Berufsleben herausragende Leistungen im Bereich der Rechtswissenschaft und -praxis erbracht haben. Förster ist Summa-cum-laude-Absolvent der Indiana University. Von 2005 bis 2006 studierte er Intellectual Property Law. Er erhielt den Kulturpreis Bayern der Würzburger Hochschule für angewandte Wissenschaften für seine Dissertation über die US-amerikanische Fair-use-Doktrin.


Jochen Marquard

Ende Dezember 2016 rettete er einer älteren Frau das Leben. Die 77-Jährige war im Spessart auf der Staatsstraße zwischen Marktheidenfeld und Rohrbrunn mit ihrem Auto verunglückt. Als Marquard an der Unfallstelle vorbeikam, hielt er an und hob die Frau zusammen mit einem anderen Mann aus ihrem Wagen. Außerdem löschte er den Brand im Motorraum des Fahrzeugs. Der Frau, die Marquard ihr Leben verdankt, geht es heute wieder gut — so gut, dass sie persönlich zum Neujahrsempfang gekommen war, um sich nochmals für die großartige, selbstlose Hilfeleistung zu bedanken.


Gertrud Bausewein

Seit 1999 besucht sie ehrenamtlich Senioren im Seniorenheim des Juliusspitals in Würzburg. Diese Zeit, die sie in all den Jahren den alten Menschen geschenkt hat, hat diese ein Stück weit aus deren doch sehr eintönigem Alltag, aus der Vereinsamung und dem Vergessen geholt. Bausewein hat ihnen Freude und menschliche Nähe gebracht. Hierfür wurde ihr im August 2017 vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege der „Weiße Engel“ verliehen.


Bereich Sport:

Tennisclub „Weiße Mühle“ Estenfeld

Nach einer hart umkämpften Saison konnte sich die 1. Damen-Mannschaft den zweiten Platz in der Bezirksklasse 1 sichern. Bis auf den Tabellenersten besiegte sie alle Gegner. Zum Saisonende war sie nur zwei Matchpunkte hinter dem Team der TG Kitzingen. Die Spielerinnen: Luisa Bell (Mannschaftsführerin), Alexandra Rehm (2. Mannschaftsführerin), Tessa Kuschnerus, Rosa Albrecht, Ann-Sophie Wagner, Stephanie Neureither, Carolin Curtaz, Carina Blum und Selina Sigl.


TSG Estenfeld — Handballabteilung, weibliche C-Jugend 2016/17

Die Mannschaft holte sich die Meisterschaft in der übergreifenden Bezirksoberliga. Beinahe hätte sie sich für die neue Saison für die Bayernliga qualifiziert. In der Landesliga Nord ist das Team aktuell auf Titelkurs. Erfolgreich waren: Janina Keupp (Trainerin), Johanna Walter (Co-Trainerin), Jana Heiler (Co-Trainerin), Mara Weber, Luna Puchalla, Lara-Sophie Dürr, Hanna Hahn, Rosa-Maria Heller, Lisa Sauer, Josephine Lössl, Marie Gering, Eva Spall, Marielena Münch, Silja Staudt, Emily Paul, Lisa-Marie Wehrle, Eva Michel und Lisa Reisinger (Torwarttrainerin).


TSG Estenfeld — Handballabteilung, Frauen I + II, 2016/17

Das gab es noch nie im Handballbezirk Unterfranken: Die 1. und die 2. Mannschaft der TSG-Handballerinnen wurden in ihrer jeweiligen Klasse (Bezirksklasse Süd bzw. Nord) Meister. Der Aufstieg in die Bezirksliga war nur für die 1. Mannschaft möglich. Dort spielt sie auch wieder vorne mit. Die erfolgreichen Frauen: Diana Bayer, Leonie Meister, Janina Schaub, Christina Markard, Klaudia Burnecki, Laura Wolz, Claudia Kubitzek, Verena Frühauf, Franziska Sadler, Bettina Kubitzek, Rebekka Geng, Franziska Leis, Melanie Förster, Lea Schraud, Lilith Reichert, Rosalie Deckert, Fabiana Page, Johanna Walter, Evelyn Wolz, Lisa Reisinger, Nadine Hochmuth, Julia Fischer, Meret Weber, Vanessa Dürr und Sophia Wolf.


TSG Estenfeld — Fußball, 2. Herren-Mannschaft

In der B-Klasse holte sie die Meisterschaft. Der Titel wurde am letzten Spieltag perfekt gemacht — ausgerechnet mit einem Sieg im Derby in Kürnach (7:2). Das Team: Kevin Hatcher (Kapitän), Sebastian Mergler, Markus Hauptmann, Florian Holzbauer, Thomas Scheller, Simon Schmolke, Bastian Krieger, Adrian Ziegler, Matthias Stach, Dirk Schmatloch, Adam Fernes, Filippo Galli, Denis Mlynek, Marcel Strauß, Philipp Schütz und Tobias Wolz.


TSG Estenfeld — Rhönrad

Paulina Bischof (Landesklasse 13/14) und Celina Bartholme (Landesklasse 15/16) waren in Aschaffenburg beim Bayernpokal erfolgreich: Sie belegten die Plätze zwei und drei. Johanna Bischof landete beim Deutschen Turnfest in Berlin im Pokalwettkampf (Bundesklasse 12) auf dem zweiten Platz, Antonia Henninger schaffte es auf Rang drei (Bundesklasse 17/18). Kim Wößner reihte im Jahr 2017 einen Erfolg an den anderen: Sie wurde jeweils Zweite bei der Bayerischen und bei der Süddeutschen Meisterschaft und Dritte bei der Deutschen Meisterschaft (Bundesklasse 15/16). Als Lohn wurde sie in den Bundeskader (C-Kader/Junioren) berufen. Somit ist sie berechtigt, an den Qualifikationswettkämpfen für die WM 2018 in der Schweiz teilzunehmen.


Lena Wiesenfelder

Die junge Läuferin hat 2017 bei der „Team-DM-Unterfranken“ in Hösbach den ersten Platz in der Mannschaft „LAZ Kreis Würzburg“ errungen. Des Weiteren hat sie beim Fischfestlauf in Prosselsheim, beim Buchental-Crosslauf und beim Krackenlauf jeweils den ersten Platz belegt.


Marielena Münch

In der Klasse U14 weiblich wurde sie Unterfränkische Bezirksmeisterin im Tennis - im Januar in Hambach in der Halle und im Juni in Aschaffenburg auf dem Sandplatz. Im November wurde sie bei der Sportlerehrung im Riemenschneider-Gymnasium zur „Sportlerin des Jahres“ gewählt. Münch trainiert drei- bis viermal pro Woche und spielt in der U14, U18 und in der Damen-Runde beim Sportbund Versbach. Dort wurde sie mit der U14-Mannschaft Nordbayerischer Vizemeister.


Paul Scheiner und Johanna Lorenz, Judo-Mattenfüchse

Bei den Unterfränkischen Judo-Bezirksmeisterschaften der Jugend männlich U12 hat Scheiner den ersten Platz belegt. Er war 2015 in seiner Altersklasse der Punktbeste in Bezug auf Turnierteilnahmen und Trainingsfleiß. 2016 und 2017 errang er diesen Erfolg als Bester aller jugendlichen Judoka im Verein. Lorenz wurde Zweite bei den Unterfränkischen Bezirksmeisterschaften der Jugend weiblich U12. Bei weiteren Turnieren in Würzburg und Estenfeld kam sie auf einen ersten und einen zweiten Platz in ihrer Gewichtsklasse.


Tobias und Matthias Limbach

Die beiden kämpfen in der Kampfkunstschule Blackbelt Center in Rottendorf in der Sportart Kata, was zum Karate-Sport gehört. Tobias Limbach wurde bei der 7. European Open Championship in Rottendorf Europameister. In Hagen holte er gar die Weltmeisterschaft des WMFC. Außerdem errang er den Vize-Weltmeistertitel in Kata sowie dreimal Bronze in Waffenkata, Selbstverteidigung und Bruchtest. Matthias Limbach landete auf dem zweiten Platz in Kata und in Teamform gewann er den Europameistertitel.


Tobias Fernholz

Mit seinen Ruderkollegen trat er 2016 bei der Bayerischen Meisterschaft in München im Doppelvierer im Master B (Durchschnittsalter: 36 Jahre) an und war siegreich. 2017 konnte das Quartett den Titel in Schweinfurt verteidigen. Das Boot startet als Renngemeinschaft vom Ruderclub Zellingen und dem Akademischen Ruderclub Würzburg.


Blutspender:

Für 25-maliges Blutspenden wurden vom Bayerischen Roten Kreuz Angelika Heyne, Sabrina Knoblach, Marianne Walz, Gerald Pfennig und Peter Heinrich geehrt. 100-mal gespendet haben Johann Keller und Steffen Maulbetsch. Auch die Gemeinde dankte den Geehrten für ihren Einsatz, mit dem sie dazu beitragen, Leben zu retten.


Ehrenamtliche in Vereinen:

Hans Singer, Otto Bayer und Kurt Jörg

Singen macht den dreien Freude — und das schon sehr lange. Hans Singer ist seit 40 Jahren aktiver Sänger, Otto Bayer seit 60 Jahren, Kurt Jörg gar seit 70 Jahren. Singer wurde für sein Engagement vom Fränkischen Sängerbund geehrt, Bayer und Jörg sowohl vom Fränkischen als auch vom Deutschen Sängerbund.


Rudolf Krieger und Ursula Schröder

Beide waren von 2008 bis 2017 im Vorstand der TSG tätig: Krieger als 1. Vorsitzender und Schröder als Kassiererin. In dieser Zeit wurden zahlreiche Baumaßnahmen, wie zum Beispiel der Kunstrasenplatz, der Gebäude-Anbau mit Umkleidekabinen sowie die Umzäunung der Fußballplätze, durchgeführt — um nur einige zu nennen. Diese wurden von Krieger persönlich geplant und überwacht. Seinem Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen ist es zu verdanken, dass er große Fördermittelzusagen bekommen konnte. Schröder ist es trotz eingeschränkter finanzieller Mittel gelungen, sowohl für den Geschäftsbetrieb als auch für die zahlreichen Investitionen Geld bereitzustellen. Beim größten Verein in der Gemeinde kommt Schröders Arbeit der Verwaltung eines mittleren Unternehmens gleich. Krieger und Schröder haben einen für die nächsten Jahre gut aufgestellten Verein an ihre Nachfolger übergeben.


Günter Grötzbach und Margaretha Kunzemann

Ihre Namen sind untrennbar mit dem sportlichen Angebot der Turnabteilung der TSG verbunden. Grötzbach war mehr als 30 Jahre Übungsleiter, Kunzemann sogar über 40 Jahre. Auch in der TSG-Vorstandschaft war sie tätig. Zuletzt hat sie die Damen- und Seniorengymnastik geleitet und ist seit September 2017 im „Ruhestand“.


Vereinsjubiläen:

Im vergangenen Jahr konnten zahlreiche Vereine runde Jubiläen feiern. Seitens der Gemeinde wurde beim Neujahrsempfang gratuliert:

- den Judo-Mattenfüchsen zum 20-jährigen Jubiläum,

- dem FV Mühlhausen zum 35-jährigen Jubiläum,

- dem Tennisclub Estenfeld ebenfalls zum 35-jährigen Jubiläum,

- der Schützengesellschaft zum 50-jährigen Jubiläum,

- dem Spielmannszug zum 60-jährigen Jubiläum,

- dem VdK-Ortsverband zum 70-jährigen Jubiläum,

- der Freiwilligen Feuerwehr Mühlhausen zum 120-jährigen Jubiläum und

- der TSG Estenfeld zum 155-jährigen Jubiläum.

07.01.2018


Schraud: Zeit für mehr Geschlossenheit

Aus der Rede der Bürgermeisterin beim Neujahrsempfang


Den Neujahrsempfang der Gemeinde nutzte Estenfelds Bürgermeisterin Rosi Schraud zu einem Appell für mehr Miteinander innerhalb der Gesellschaft. Nur gemeinsam könne man die Herausforderungen der Zukunft meistern und erfolgreich Konzepte und Projekte umsetzen. „Die Bürgerinnen und Bürger wünschen sich sachliche und keine parteipolitisch motivierten Entscheidungen - keine Macht- und Ränkespiele“, sagte Schraud.

Die Bürgermeisterin ging auch auf die vielen Bautätigkeiten im vergangenen Jahr ein. Diese seien ein Beleg dafür, dass es in Estenfeld vorangehe. Manche Arbeiten seien mit Behinderungen und Einschränkungen verbunden gewesen — wie zum Beispiel die zahlreichen Straßenaufbrüche, die aufgrund von Wasserrohrbrüchen, für die Gasversorgung oder für den Breitbandausbau nötig waren. Aber für Schraud steht fest: „Letztlich trugen all diese Baumaßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität in unserer Gemeinde bei.“

Einige der wichtigsten Ereignisse rief die Bürgermeisterin noch einmal in Erinnerung: zuvorderst die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in Estenfeld und des neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs in Mühlhausen. Außerdem wurde ein neuer Bürgerbus für die nicht mehr so mobilen Menschen beschafft — und für die sportlich Aktiven wurde das Minispielfeld am Triebweg übergeben. Die Straßenbeleuchtung wurde auf LED umgestellt, um Energie einzusparen und die Umwelt zu schonen. Und: Estenfeld hat den Weltrekord im Mühlespielen aufgestellt.

Im Jahr 2018 wird die Gemeinde nach den Worten Schrauds viel Geld investieren. Dank der guten Steuereinnahmen, die vor allem durch die vielen neuen Gewerbebetriebe fließen, könne sich Estenfeld „auch Wünschenswertes leisten“. Über allem steht natürlich die Kartause, für die nun ein Nutzungskonzept vorliegt. Ob ein Rathaus auf dem Areal integriert wird, das wird die Zukunft zeigen. Weitere wichtige Projekte sind der Umbau der Schulturnhalle und des ehemaligen Feuerwehrhauses. Auf der Agenda stehen auch dringend nötige Straßensanierungen wie am Scheidmännlein oder in der Konrad-Adenauer-Straße. Der Bebauungsplan für das Baugebiet „Westring“ wartet nur noch auf die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung seitens der Regierung von Unterfranken zum Thema Hamstervorkommen.

Schraud dankte allen Bürgern, die sich ehrenamtlich engagieren — in welcher Form auch immer. „Sie alle tragen dazu bei, dass unsere Gemeinde sich weiter positiv entwickelt“, sagte Schraud und bat alle, sich auch künftig zum Wohle der Allgemeinheit in der Dorfgemeinschaft einzubringen.

Luftbilder 1958 023

09.01.2018


Neues Rathaus soll

in der Kartause entstehen

SPD und UWG bringen ihren Antrag im Gemeinderat durch — Bürger streben Entscheid an


Auf dem Areal der Estenfelder Kartause soll ein neues Rathaus gebaut werden. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung mit der Stimmenmehrheit von SPD und UWG beschlossen (9:8), die CSU votierte geschlossen dagegen. Der Antrag, auf dem Kartausen-Gelände auch ein Rathaus zu integrieren, war von der SPD- und der UWG-Fraktion kurz vor Weihnachten gemeinsam gestellt worden. Das Rathaus soll auf den Flächen des ehemaligen Eigentümers Engelbert Pfeuffer entstehen, also nach der Hofeinfahrt links, zum Triebweg hin. Die vorhandene Gebäudestruktur soll beim Bau „soweit erforderlich“ eingebunden werden.

Auch drei weitere Beschlüsse, die der Gemeinderat zu den Plänen für ein Rathaus in der Kartause traf, gingen 9:8 aus (SPD/UWG : CSU). Erstens: Die Gemeinde soll ein Fachbüro beauftragen, damit es die Unterlagen für einen Architektenwettbewerb erarbeitet. Das Geld dafür soll im Haushalt 2018 eingestellt werden. Zweitens: Die Angebote von Architekten müssen mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt sein und sollen bis zum Ende des ersten Halbjahres 2018 eingeholt werden. Drittens: Die Gemeindeverwaltung soll alle Voraussetzungen schaffen, damit Fördermittel beantragt werden können.

Der Abstimmung über den Antrag von SPD und UWG war eine lange, teils emotionale Diskussion vorausgegangen. Eigentlich war in der Tagesordnung vorgesehen, dass der Gemeinderat zunächst umfassend über das Nutzungskonzept berät, das Dr. Michael Hauck, ein Fachmann bei der Restaurierung bedeutender Denkmäler, in der außerordentlichen Ratssitzung am 21. November 2017 vorgestellt hatte. Doch das Thema Rathaus überlagerte alles.


CSU: Nochmals Bürger beteiligen

Der erste, der sich zur Zukunft der Kartause äußerte, war CSU-Fraktionssprecher Albin Wolz. Er sagte, seine Fraktion wolle Haucks Konzept weiterverfolgen, da es „sehr schonend mit der vorhandenen Bausubstanz umgeht“. Das Konzept basiert auf vier Säulen: Es beinhaltet „gemeindliche Nutzungsmöglichkeiten“ mit einem multifunktionalen Veranstaltungsraum inklusive Bühne, mit Räumlichkeiten für die Gemeindebücherei, mit einem Café und einem Biergarten sowie einem Bürgerpark. Ebenfalls vorgesehen sind „ergänzende, überörtlich wirksame Kulturangebote“, etwa Konzert- oder Kabarettveranstaltungen. Auch die „Pflege historischer Gartenkultur“, also die Erhaltung alter Obst- und Gemüsesorten und damit verbunden die Einbeziehung des Gartens in das kulturelle Angebot, ist geplant. Schließlich soll auch noch die „Pflege der traditionellen Handwerkskultur“ integriert werden — das bedeutet die Errichtung von Werkstätten, Unterbringungsmöglichkeiten für Lehrlinge und einer Cafeteria, die dann allesamt von der Handwerkskammer genutzt werden könnten. „Wir können von diesen vier Säulen eine wegnehmen, diese ist dann aber durch eine andere, neue Säule zu ersetzen“, sagte Wolz. Dafür sei die heutige Beratungssitzung da.

Wolz pries die Vorzüge des Hauck-Konzepts: Das Areal bleibe in Gemeindehand und die Hofanlage könne erhalten werden. Die teilweise Vermietung, etwa an die Handwerkskammer, biete eine Möglicheit zur Refinanzierung der Unterhaltskosten. Ein neues Rathaus lehnte die CSU ab — zwar ginge dies von der Größe her auf die vorgesehene Fläche, allerdings gehe dadurch „vieles an Nutzungsmöglichkeiten für die Bürger und Vereine verloren“, sagte Wolz. Er schlug für seine Fraktion vor, nochmals die Bürger zu beteiligen, um weitere Anregungen in das Konzept aufzunehmen. Im Anschluss daran sollte eine Abstimmung mit den künftigen Nutzern erfolgen — und schließlich ein Planungswettbewerb nach den Konzeptvorgaben stattfinden.


SPD: Verwaltungszentrum ist tragfähigere Säule

Zweiter Bürgermeister Joachim Sadler (SPD) sagte, dass drei der vier Säulen in Haucks Konzept die Zustimmung der SPD-Fraktion fänden. Die „gemeindlichen Nutzungsmöglichkeiten“ mit Veranstaltungsraum, Gemeindebücherei, Café, Biergarten und Bürgerpark träfen ebenso die Vorstellungen der SPD wie die „ergänzenden, überörtlich wirksamen Kulturangebote“. Auch die „Pflege historischer Gartenkultur“ hält die SPD für einen guten Vorschlag. Mit dem vierten Standbein, der „Pflege der traditionellen Handwerkskultur“, kann sie sich dagegen nicht anfreunden — dieses möchte sie ersetzt sehen durch die „Nutzung als Verwaltungszentrum“, eine „weit tragfähigere Säule“. Ein „Verwaltungszentrum“ werde es in Estenfeld immer geben, der nachhaltige Bestand sei „auf Generationen hin gesichert“.

Nach Ansicht der SPD entspricht das jetzige Rathaus „nicht mehr den heutigen Anforderungen“ — in räumlicher, technischer und energetischer Hinsicht. Eine Erweiterung am bestehenden Ort sei allerdings „aufgrund der Eigentumsverhältnisse mittelfristig nicht absehbar und jede überhaupt denkbare Fläche für eine Erweiterung (…) müsste durch die Gemeinde erst erworben werden — die Bereitschaft der Eigentümer vorausgesetzt“. Auch wirtschaftlich gesehen sei ein Neubau einer Sanierung vorzuziehen und erscheine „mittelfristig unausweichlich“. Die Gemeinde habe jetzt „die einmalige Chance, unserer Verwaltung für die nächsten Jahrzehnte die dringend notwendigen optimalen Arbeitsbedingungen zu schaffen“.

Mit Unverständnis reagierte die SPD-Fraktion darauf, dass Projektentwickler Hauck in seinem Konzept ein Rathaus auf dem Areal der Kartause kategorisch ausgeschlossen habe. Hauck habe mehrfach betont, das gesamte Projekt müsse „ergebnisoffen und ohne Vorfestlegungen“ entwickelt werden. Der SPD schwebe bei einem Rathaus „kein moderner und wuchtiger Gebäudeklotz“ vor. Vielmehr wolle sie „das Ensemble in seiner charaktergebenden Gesamtheit erhalten“. Falls ein Anbau nötig wäre, könne dieser „ganz im Stil der bestehenden denkmalgeschützten Bereiche“ gestaltet werden. „Wenn es möglich ist, in die Gebäudestruktur der Kartause Übernachtungsmöglichkeiten für Lehrlinge, eine Kantine, Werkstätten oder Ausbildungsräume für die Handwerkskammer zu integrieren, warum soll es dann nicht möglich sein, stattdessen Räumlichkeiten für eine Verwaltung einzuplanen? Hiervon würden alle Bürgerinnen und Bürger profitieren“, betonte Sadler.

In den Reihen der SPD-Fraktion sei man „überrascht“ gewesen, als dem Gemeinderat in der außerordentlichen Sitzung im November ein „fertiger Vorschlag für ein Nutzungskonzept“ vorgelegt worden sei, so Sadler weiter. Stattdessen habe die SPD „eine differenzierte Auswertung der Bestandsaufnahme und eine Auseinandersetzung damit erwartet, welche Gebäude aus denkmalrechtlicher Sicht äußerlich unverändert bleiben müssen, welche Abschnitte verändert oder erneuert werden dürfen und welche man vielleicht sogar unbedingt abreißen und neu errichten sollte, da sie weder historisch wertvoll noch von der Bausubstanz erhaltenswert sind“. Eine schriftliche Stellungnahme in Sachen Denkmalschutz liege der Gemeinde noch nicht vor — diese Informationen seien jedoch „unerlässlich für die weitere Planung“.


Schraud: Nicht „ins Blaue hinein“ entscheiden

Bürgermeisterin Rosi Schraud erklärte, dass es sich bei dem Konzept Haucks, das dem Gemeinderat seit Ende November vorliegt, um den „Vorschlag des Projektentwicklers“ handele. Dieses Konzept solle eine Diskussionsgrundlage sein — nicht mehr und nicht weniger. Der Gemeinderat habe am 16. Oktober 2017 beschlossen, einen Projektentwickler mit der Erstellung eines Nutzungskonzepts zu beauftragen. Zum Zustand des jetzigen Rathauses sagte Schraud, sie halte es für „ein funktionierendes Gebäude mit einer Ausstattung, die einer Verwaltung von heute entspricht“. Ob ein neues Rathaus dem Kartausen-Gelände wirklich gut tun würde, stellte sie infrage. Das gesamte Areal sei ein Bodendenkmal — je mehr Eingriffe dort vorgenommen würden, umso teurer und komplizierter würden die gesamten Planungen. Außerdem müsse bedacht werden, dass das gegenwärtige Rathaus nicht nur Sitz der Gemeinde Estenfeld sei, sondern der Verwaltungsgemeinschaft, zu der auch Eisenheim und Prosselsheim gehören. Schraud warnte davor, „ins Blaue hinein“ über einen Rathaus-Neubau zu entscheiden. Das sei „ein Schritt zu weit“. Klüger wäre es, vorher einen Planer untersuchen zu lassen, was eine solche Maßnahme kosten würde.


UWG: Absprache mit dem Gemeinderat fehlt

Die Ausführungen der UWG waren größtenteils deckungsgleich mit denen der SPD. UWG-Sprecher Rainer Galm sagte, seine Fraktion sehe in Haucks Entwurf viele der gewünschten Anforderungen erfüllt. Insbesondere die Nutzung des südlichen und westlichen Areals mit Kulturscheune, Café, Biergarten, Vereinsräumen und der Pflege historischer Gartenkultur mit Bauern-, Kräuter- und Gemüsegarten entspreche durchaus den Vorstellungen der Bürger von Estenfeld und „unseren Vorstellungen“. Doch auch der UWG fehle „der Versuch der konzeptionellen Einbeziehung eines Verwaltungszentrums (Rathauses)“, betonte Galm. Die Idee einer zentralen Begegnungsstätte mit kulturellem und sozialem Aspekt, eines Mittelpunktes, werde durch die Integration eines Verwaltungszentrums nur verstärkt. Kontakte zur Verwaltung, also Rathausbesuche der Bürger, ließen sich mit den kulturellen und sozialen Möglichkeiten bestens verbinden. „Umso mehr erfährt dieses Gelände damit zentrale Bedeutung.“

Von der Errichtung von Werkstätten und Unterbringungsmöglichkeiten hält auch die UWG nichts. Werkstätten für Fortbildungskurse des Handwerks bedürften eines hohen Auslastungsgrades, um wirtschaftlich betrieben werden zu können, erläuterte Galm. Dies müsste generell und auf lange Sicht sichergestellt sein. Unterbringungsmöglichkeiten an einem Ort, an dem zahlreiche Feste und öffentliche Veranstaltungen stattfinden sollen, bergen ein erhebliches Konfliktpotenzial. Als mögliche Folge befürchtet die UWG eine Einschränkung der Nutzung des Kartausenhofs. „Gerade den Innenhof und das dort entstehende Ambiente des Ensembles, wie es sich vom Hof aus gesehen bietet, wollen wir aber für Estenfeld und für die Bürger erhalten“, stellte Galm klar.

Für die UWG stellt Haucks Nutzungskonzept lediglich einen „allerersten Entwurf“ dar. Galm erinnerte daran, dass der Gemeinderat im Februar 2017 beschlossen habe, die Machbarkeitsstudie und die Voruntersuchungen zur Kartause an Haucks Firma conceptM gmbh zu vergeben. Laut dem Protokoll der Sitzung vom Februar 2017 beinhaltet dieses Angebot „die Projektentwicklung in Absprache mit dem Gemeinderat“. Eine solche Absprache habe bislang aber nicht stattgefunden. Von einem konkreten Auftrag an Hauck, ein Nutzungskonzept zu erstellen, war der UWG nichts bekannt — genauso wie der SPD.


Fischer: Geschlossenes Vorgehen nötig

Eine Frage, die die CSU-Gemeinderäte an die Adresse von SPD und UWG immer wieder stellten: Warum muss ein Rathaus-Neubau zum jetzigen Zeitpunkt „auf Biegen und Brechen“ beschlossen werden? Andreas Förster (CSU) warf eine Zahl in den Raum: Man könne davon ausgehen, dass ein Neubau sechs Millionen Euro an „unnötigen Kosten“ für die Gemeinde bedeuten würde.

Eine Schätzung, die man bei SPD und UWG für wenig haltbar erachtete. Ein neues Rathaus werde nicht teurer als das, was zurzeit geplant sei, behauptete Johannes Pietschmann (SPD).

Matthias Pfister (CSU) gab zu bedenken, dass nicht nur der Neubau eines Rathauses viel Geld kosten würde. Man müsse sich auch überlegen, wie eine Nachnutzung des jetzigen Rathauses aussehen könnte. Hierfür seien gewiss bauliche Veränderungen nötig — und auch die gebe es nicht umsonst.

Silvia Fischer (CSU) versuchte vergeblich, SPD und UWG dazu zu bewegen, den Antrag zurückzunehmen. Das Konzept Haucks werde „zerredet“, dabei hätte es eine vernünftige Diskussion verdient. „Was wir brauchen, ist ein geschlossenes Vorgehen. Bislang wurden alle Beschlüsse, die zu diesem Konzept geführt haben, einstimmig gefasst. Wir sollten uns darum bemühen, gemeinsam eine transparente Lösung zu finden. Das sind wir den Bürgern schuldig“, sagte Fischer.


Bürgerbegehren brachte schnell genug Stimmen

An dieser Stelle erinnerte Bürgermeisterin Schraud daran, dass sich bei vielen Bürgern bereits Widerstand gegen die Rathaus-Pläne von SPD und UWG regt. Bei einem Bürgerbegehren seien innerhalb von nur einer Woche die nötigen Stimmen zusammengekommen. Die Frage, die die Initiatoren stellen, lautet: „Sind Sie dafür, dass die Sanierung der Gebäude und des Areals des ehemaligen Wirtschaftshofs der Kartause Engelgarten und die Entwicklung als Kultur- und Begegnungszentrum nach dem vorliegenden Nutzungskonzept erfolgen und insbesondere nicht für den Neubau eines Rathauses genutzt werden soll?“

Wenn das Bürgerbegehren für zulässig erklärt wird und dessen Inhalt nicht durch den Gemeinderat direkt umgesetzt wird, kommt es zum Bürgerentscheid. Dieser muss innerhalb von drei Monaten nach dem Zulassungsbeschluss stattfinden. Hier entscheidet die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Die Ja-Stimmen müssen jedoch 20 Prozent der Stimmberechtigten ausmachen.

Für die SPD-Fraktion äußerte sich Zweiter Bürgermeister Sadler zu dem Bürgerbegehren. Er sagte, die Vorgehensweise der Initiatoren sei „höchst fragwürdig“. Die SPD werde einem Bürgerbegehren auf Basis einer solchen Unterschriftenliste nicht zustimmen. „Das soll nicht heißen, dass wir grundsätzlich gegen einen Bürgerentscheid sind — nur sollten dem Bürger auch gleichsam zwei Möglichkeiten vorgelegt werden, über die er dann entscheiden kann. Und nicht, wie jetzt, unter Zeitdruck ein einzelner Vorschlag“, sagte Sadler.

Als die Abstimmung über den Rathaus-Neubau beendet war, äußerte sich die Bürgermeisterin zum Ergebnis: Schraud sagte, dieser Beschluss habe für die Gemeinde Estenfeld eine „katastrophale Außenwirkung“. Nun hätten die Bürger das Wort — „sie sollen jetzt entscheiden, wozu wir offensichtlich nicht in der Lage sind“.


In eigener Sache:

Bei der Diskussion um die Zukunft der Kartause wurden teils heftige Vorwürfe geäußert. Die zahlreichen Besucher, die bei der Gemeinderatssitzung anwesend waren, haben das unmittelbar mitbekommen. In der Berichterstattung wird auf die Wiedergabe der Verbalattacken verzichtet und stattdessen nur der sachliche Ablauf der Debatte geschildert. So hat es die Bürgermeisterin gewünscht, weil ihr viel an einer konstruktiven Zusammenarbeit im Gemeinderat liegt — gerade was die weitere Entwicklung der Kartause betrifft. Die Stellungnahmen der Fraktionen werden mit deren Einverständnis ebenfalls nur mit den sachlichen Inhalten veröffentlicht.


Stellungnahmen der Fraktionen:

- CSU

- SPD

- UWG


Nutzungskonzept:

Das Nutzungskonzept (Hauck-Entwurf) für die Kartause und die dazugehörigen Erläuterungen können Sie sich hier ansehen.


Das oben zu sehende Bild von der Kartause stammt aus dem Jahr 1958.

09.01.2018


Busfahren für Senioren wird günstiger


Für alle Estenfelder, die älter als 65 Jahre sind, wird das Busfahren bald günstiger. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung einstimmig (17:0) beschlossen, dass die Verwaltung den „APG-Seniorenabo-Vertrag“ mit dem Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg schließen solle. Zahlte man für sein Monatsticket für die Strecke zwischen Estenfeld und Würzburg (Wabe 2) bisher 33,85 Euro, sind es künftig nur noch 27,08 Euro pro Monat. Die restlichen 6,77 Euro werden jeweils zur Hälfte durch die Gemeinde Estenfeld und das Kommunalunternehmen getragen.

16.01.2018


Baugebiet Westring: Hamster und Bodendenkmal behindern normalen Ablauf

Gemeinderat beschließt neuen Bebauungsplan-Vorentwurf — 63 Grundstücke ab 500 Quadratmetern aufwärts


Wieder ist das „Baugebiet Westring“ in Estenfeld ein paar Schritte näher gerückt. In seiner Sitzung genehmigte der Gemeinderat einstimmig (16:0) den neuen Planvorentwurf, den Architekt und Stadtplaner Bertram Wegner (Veitshöchheim) vorgestellt hatte. Der Bebauungsplan kann somit von Wegners Büro ausgearbeitet und dann dem Gemeinderat zum Beschluss vorgelegt werden.

Ebenfalls einstimmig wurde über die Änderung des Flächennutzungsplans entschieden. Zuvor hatte Wegner zusammengefasst, wie sich die Träger öffentlicher Belange zum geplanten Baugebiet geäußert haben — und dafür, dass es 13 Stellungnahmen waren, schaffte er das in beachtlichem Tempo.

Es könnte alles so einfach sein — gäbe es da nicht noch zwei Hürden. Bei der Begutachtung des vorgesehenen Baulandes wurden Tierchen entdeckt, mit denen sich die Gemeinde schon häufiger „vergnügt“ hat: die lieben Hamster. Rund 80 Prozent der gesamten Fläche werden von ihnen bewohnt. Um sie umsiedeln zu können, braucht es eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung. Hierfür ist die Regierung von Unterfranken verantwortlich — doch die hat ihre Erlaubnis trotz eines vorliegenden Gemeindekonzepts noch nicht erteilt.

Das andere Hindernis ist, dass der untere Teil des Baugebiets als Bodendenkmal gilt. Vor etwa 7000 Jahren sollen dort Menschen gelebt haben. Bevor nun neu gebaut werden kann, müssen zeit- und kostenintensive Grabungen stattfinden. Das Landesamt für Denkmalpflege hat bei Sondierungen festgestellt, dass mit Funden zu rechnen sei, die für Archäologen bedeutsam sein könnten. Das Amt hat der Gemeinde daher empfohlen, die betroffene Fläche oberhalb des unteren Hoegner-Spielplatzes gar nicht erst zu bebauen.

Für die CSU schlug Johannes Streit vor, die Bürgermeisterin sollte versuchen, einen geringeren Kaufpreis für das Ackerland auszuhandeln, auf dem die Funde erwartet werden. Es sei nicht gerechtfertigt, für diese Fläche genauso viel zu bezahlen wie für eine „unbelastete“ — dafür seien die zu erwartenden Aufwendungen zu hoch. Die Kosten für die Ausgrabungen müssten dann auf die Käufer umgelegt werden. Streit gab zu bedenken, dass die Grabungsarbeiten einen erheblichen Zeitverlust in diesem Bereich bedeuten würden.

Mit 9:7 Stimmen beschloss der Gemeinderat, dass die als Bodendenkmal geltende Fläche Teil des Bebauungsplans bleiben solle. Die Kosten, die für die fachgerechte Freilegung und Dokumentation der Funde anfallen, sollen in die Kalkulation der Grundstückspreise im Baugebiet einfließen. Konkret heißt das: Die Grundstücke werden teurer. Architekt Wegner rechnet damit, dass sich die Erschließung des unteren Teils des Baugebiets durch die Grabungen um bis zu ein Jahr verzögert. Auf allen anderen Flächen könne man dagegen früher mit den Arbeiten beginnen.

Eine wichtige Änderung im neuen Planvorentwurf: Die gesamte Fläche, auf der sich derzeit der untere Hoegner-Spielplatz befindet, wird aus dem Bebauungsplan herausgenommen. Noch ist unklar, was dort entsteht: Denkbar wären seniorengerechte Wohnungen oder ein neuer Kindergarten. Wegner sagte, die Gemeinde solle zunächst die Nutzung klären — und dann könne sie jederzeit einen „Bebauungsplan der Innenentwicklung“ nachziehen.

Die Errichtung eines Lärmschutzes zum Westring hin ist nach den Worten Wegners „ein absolutes Muss“. Allerdings werde das „kein 2,5 Meter hoher Bretterzaun“, beruhigte er. Geplant sei eine etwa ein Meter hohe Böschung, die die Sicht für die Hausbewohner praktisch nicht beeinträchtige.

Tobias Schneider vom Ingenieurbüro Arz (Würzburg) beschrieb, wie die Erschließungsanlagen — dazu zählen zum Beispiel Gas- und Stromleitungen oder die Kanalisation im Trennsystem — für das Baugebiet geplant sind. Das Baugebiet setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen, die sich in der Art der Bebauung unterscheiden. Im oberen Abschnitt, der an die Würzburger Straße anschließt, ist ein Mischgebiet vorgesehen. Das heißt, hier sind sowohl Wohngebäude als auch Gewerbeansiedlungen möglich. Der mittlere Bereich, auf Höhe des oberen Hoegner-Spielplatzes, bietet Raum für Reihen- und Doppelhäuser. Für das untere Drittel sind Einfamilienhäuser angedacht. Insgesamt wird es 63 Grundstücke geben, die bei einer Größe von etwa 500 Quadratmetern beginnen.

Jeder Teilbereich des Baugebiets wird vom Westring aus durch Stichstraßen erschlossen, erläuterte Schneider. Zusätzlich werden die einzelnen Abschnitte direkt durch eine 5,50 Meter breite, verkehrsberuhigte Straße miteinander verbunden. Die Gehsteige werden 1,50 Meter breit und grenzen sich von der Fahrbahn durch einen Höhenunterschied von lediglich vier Zentimetern ab. Da es also kein Hochbord gibt, kann diese minimale „Schwelle“ mit Kinderwagen oder Rollstuhl problemlos überwunden werden. Ebenso können Autofahrer auf den Gehsteig ausweichen, wenn es auf der Straße mal eng wird. Am Ende der Straße befindet sich jeweils ein Wendehammer mit einem Durchmesser von 22 Metern. Die Straße wird das gesamte Gebiet durchziehen und ist vor allem dafür bestimmt, dass Feuerwehr, Notarzt und Müllabfuhr kurze Wege haben. Damit es keine Parkplatzprobleme gibt, sind viele Stellflächen vorgesehen. Drei Fußwege führen in Richtung Altort.

Die möglichen Baukosten bezifferte Schneider auf rund 4,23 Millionen Euro. Doch sogleich schob er nach, dass dies eine unsichere Größe sei: „Sie wissen alle, wie sich die Baupreise in den letzten Jahren entwickelt haben.“

16.01.2018


Hoegner-Straße: Gemeinde nimmt Beschwerde beim VGH zurück


Die Gemeinde Estenfeld wird die eingereichte Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) im Zusammenhang mit der geplanten Öffnung der Wilhelm-Hoegner-Straße zurücknehmen. Die Gemeinderäte, die dies in der Sitzung einstimmig (16:0) beschlossen haben, folgten damit einer Empfehlung des VGH. Die Richter haben den Anwälten der Gemeinde mitgeteilt, dass die Beschwerde „voraussichtlich ohne Erfolg“ bleiben werde. Begründung: „Die Abwägungsentscheidung ist im Zweifel nicht hinreichend manifestiert und ausreichend dokumentiert.“ Die Richter hielten es grundsätzlich für klüger, wenn die angedachte Straßenöffnung schwarz auf weiß in einer Bauleitplanung stünde. Ein solches Verfahren hatte die Gemeinde bereits eingeleitet — und sie wird es nun auf Anraten ihrer Anwälte fortsetzen. Den entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinderat mit 14:2 Stimmen. Die Öffnung der Wilhelm-Hoegner-Straße zur Würzburger Straße hin und insbesondere die Beseitigung des „Grüngürtels“ werden also erst dann wieder ein Thema, wenn die Bauleitplanung vorliegt.

Alter Friedhof - Bild 2 (Mai 2018) - Foto Jochen Jörg

16.01.2018


Bauhof pflegt abgeräumte Gräber


Das Familiengrab auf dem Friedhof zu pflegen, das ist für die Hinterbliebenen oft schwer. Viele sind alt und gebrechlich, andere wohnen weit weg und können sich nicht regelmäßig um das Grab kümmern. Immer wieder kommt es daher vor, dass Gräber auf Wunsch der Nachkommen abgeräumt werden, obwohl die in der Satzung vorgeschriebene Ruhezeit noch läuft. In Estenfeld ist jetzt offiziell geregelt, wie mit einem abgeräumten Grab zu verfahren ist. Der Bauhof sät darauf Rasen an und mäht diesen fünfmal im Jahr. Da dies insgesamt einen Zeitaufwand von etwa einer Stunde bedeutet, wird dafür der übliche Stundensatz von 43 Euro verrechnet. Diesen Betrag müssen die Angehörigen an die Gemeinde zahlen — und zwar so lange, bis die Ruhezeit abgelaufen ist. Diese Regelung, die der Gemeinderat in seiner Sitzung beschlossen hat (15:1), tritt rückwirkend zum 1. Januar 2018 in Kraft.

16.01.2018


Gemeinde ist für Grabsteinfundamente verantwortlich


Auf dem alten Friedhof in Estenfeld sind die Fundamente der Grabsteine vermehrt in einem schlechten Zustand. Doch wer ist dafür verantwortlich, sie auszubessern? Die Nutzer des Grabes, die laut der Friedhofssatzung dafür sorgen müssen, dass der Grabstein in einem „sicheren Zustand“ ist? Oder die Gemeinde, die die Fundamente einst errichtet hat? Der Gemeinderat war in seiner Sitzung einstimmig (16:0) der Auffassung, dass die Verantwortung für die Fundamente bei der Gemeinde liegt. Für die Nutzung der Fundamente wird künftig eine Gebühr erhoben — wie hoch diese ist, muss noch kalkuliert werden.

16.01.2018


Schäden an zwei Pumpen behoben


An der Pumpstation in Mühlhausen waren zwei Pumpen defekt. Eine Pumpe hatte einen Totalausfall, die gleichen Geräusche an einer zweiten Pumpe deuteten ebenfalls auf einen Schaden hin. Die Gemeinde hat deshalb die dringend notwendige Reparatur von der Firma Beck Elektrotechnik (Würzburg) erledigen lassen. Kosten: rund 9200 Euro. Nachträglich hat der Estenfelder Gemeinderat diese Auftragsvergabe in seiner Sitzung genehmigt (16:0).

16.01.2018


Rathaus-Pläne: Zulässigkeit des Bürgerbegehrens wird geprüft


Die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen einen Rathaus-Neubau in der Kartause haben 455 Unterschriften gesammelt. Die Listen wurden am 15. Januar an die Gemeinde Estenfeld übergeben. Wie Bürgermeisterin Rosi Schraud in der Gemeinderatssitzung tags darauf bekannt gab, werde das Begehren nun auf seine Zulässigkeit geprüft. Um auf Nummer sicher zu gehen, werde die Verwaltung dabei auch die Kommunalaufsicht des Landratsamts Würzburg zurate ziehen. Innerhalb von vier Wochen wird feststehen, ob das Begehren zulässig ist. Wenn ja, dann kommt es zum Bürgerentscheid. Dieser muss innerhalb von drei Monaten nach dem Zulassungsbeschluss stattfinden. Hier entscheidet die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Die Ja-Stimmen müssen jedoch 20 Prozent der Stimmberechtigten ausmachen.

16.01.2018


Parküberwachung wegen Personalproblemen ausgesetzt


Der ruhende Verkehr wird in Estenfeld zurzeit nicht überwacht. Der Grund: Die Firma, die von der Gemeinde mit der Kontrolle der Falschparker beauftragt worden war, hat derzeit Personalprobleme. Dies habe ihr der Geschäftsführer der Firma mitgeteilt, informierte Bürgermeisterin Rosi Schraud in der Gemeinderatssitzung. Schraud betonte, dass der vorübergehende Ausfall nur den ruhenden Verkehr betreffe. Das bedeutet: Geblitzt wird in Estenfeld weiterhin.

Kindergarten-Hände

30.01.2018


Wohin mit den vielen Kindern?

Akute Raumnot in Kindergärten und Kinderkrippe


Der Kindergartenverein Estenfeld schlägt Alarm: Der Raum in den beiden Kindergärten und in der Kinderkrippe reicht kaum mehr aus, um alle Kinder unterzubringen. Schon jetzt gibt es durchschnittlich 27,4 Kinder pro Kindergarten-Gruppe — dabei sollten es nicht mehr als 25 sein, rechnete Ersoy Karakoc, 1. Vorsitzender des Kindergartenvereins, in der Gemeinderatssitzung vor. Auch in der Kinderkrippe ist das Limit bereits erreicht: Pro Gruppe sind es 13,2 Kinder — zwölf sollten das Maximum sein. Und der Zustrom reißt nicht ab: Wegen der geburtenstarken Jahrgänge und der vielen Neubürger brauchen immer mehr Kinder einen Platz in einer der Betreuungseinrichtungen. „Je mehr Zeit verstreicht, umso größer wird die Gefahr, dass es uns irgendwann das Genick bricht“, sagte Karakoc.

Bevor ein neuer Kindergarten gebaut werden kann, gilt es erst einmal zu klären, was aus dem Kindergarten St. Michael wird. Er wird 2018 genau 50 Jahre alt — und diese lange Zeit hat ihre unübersehbaren Spuren hinterlassen. Davon konnten sich am 18. Januar Vertreter des Kindergartenvereins, Pfarrer Joachim Bayer, Bürgermeisterin Rosi Schraud und Rainer Friedrich vom Bischöflichen Bauamt ein Bild machen. Ein Gutachten soll nun Aufschluss darüber geben, in welchem Zustand der Kindergarten ist — und ob es überhaupt einen Sinn ergibt, ihn zu sanieren. Wie Karakoc informierte, werde das Gutachten zwischen 20 000 und 60 000 Euro kosten. In etwa einem halben Jahr werde man dann eine verlässliche Einschätzung von Fachleuten haben.

Sollte es für den Kindergarten St. Michael keine Zukunft mehr geben, sind zwei Standorte für einen Neubau im Gespräch: entweder auf dem Schulgelände oder dort, wo sich derzeit der Bolzplatz am unteren Hoegner-Spielplatz befindet (siehe eigener Artikel).

Von den Gemeinderäten forderte Karakoc „möglichst bald eine konkrete Aussage, wie es weitergeht und wann wir was verbindlich anbieten können“. Denn: „Eigentlich dürften wir aufgrund der aktuellen Zahlen sowohl in den Kindergärten als auch in der Kinderkrippe ab September gar keine Kinder mehr aufnehmen.“ Dabei hätten doch alle Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Zwei allerletzte Optionen, um doch noch einen „Aufnahmestopp“ zu vermeiden, sieht Karakoc noch: Für die Schulkindbetreuung, die derzeit im Kindergarten St. Elisabeth stattfindet, müsste ein neuer Raum gefunden werden — dann könnte dort eine Kindergarten-Gruppe unterkommen. Und in der Kinderkrippe könnte die Turnhalle zum Krippenraum umfunktioniert werden. Eine Dauerlösung könne das jedoch nicht sein, stellte Karakoc klar. „Das geht nur mit einer Sondergenehmigung — und dann auch nur für zwei oder drei Jahre.“

Modell Kindergarten und Grundschule

30.01.2018


Neuer Kindergarten:

Ortsmitte oder Ortsrand

Im Gemeinderat herrscht Uneinigkeit

in der Standortfrage — Architekten geben Empfehlungen


Wo ist der geeignetere Standort für einen neuen Kindergarten: auf dem Schulgelände oder auf dem Bolzplatz am unteren Hoegner-Spielplatz? Um diese Frage zu beantworten, hatte der Estenfelder Gemeinderat das Architekturbüro Bluebox (Würzburg) um seine Expertise gebeten. Das Ergebnis der Prüfung stellten Bernhard Schubert und Linda Rösch in der Gemeinderatssitzung vor. Eine eindeutige Handlungsempfehlung gab das Büro nicht — wohl aber ließ es erkennen, dass seiner Ansicht nach mehr Argumente für den Standort an der Schule sprechen.

Der wichtigste Vorteil sei die zentrale Lage. Eltern, die Schul- und Kindergartenkinder haben, hätten beim Bringen und Abholen kurze Wege, sagte Rösch. Außerdem würde der Ortskern aufgewertet, wenn Schule, Kindergärten und Kinderkrippe nahe beieinander lägen. Der neue Kindergarten sollte auf Anraten der Architekten von der St.-Mauritius-Straße aus erschlossen werden. Auch der spätere Zugang sollte von dort erfolgen. Das Eckgrundstück gegenüber dem Hochhaus müsste die Gemeinde noch erwerben — hier könnten Parkplätze entstehen.

Da die Mittelschüler bald nach Unterpleichfeld umziehen, wird das fast 45 Jahre alte Mittelschulgebäude abgerissen — allerdings erst, wenn der Umbau der Grundschule abgeschlossen ist. Ein Neubau des Kindergartens ist schon vor dem Abriss der Mittelschule möglich. Die Fläche zwischen neuem Kindergarten und Grundschule könnte nach den Plänen der Architekten für einen zentralen Platz genutzt werden. Vorgesehen sind dort ein 25 x 45 Meter großer Hartplatz, dazu eine Weitsprungfläche und eine 50- oder 100-Meter-Laufbahn für den Schulsport. Denkbar wäre auch ein Gebäude, das als Musikpavillon oder für den „Unterricht im Grünen“ dienen könnte. Ja sogar kleinere Konzerte oder ähnliche Veranstaltungen kann sich Schubert dort vorstellen.

Noch besteht kein Handlungsbedarf für eine Erweiterung der Grundschule — aber auch das hielte das Architekturbüro für machbar. Für den Anbau zweier weiterer Gebäudeflügel, in denen bis zu acht Klassenzimmer untergebracht werden könnten, wäre genug Fläche vorhanden, sagte Schubert. Um seine Pläne für Schule und Kindergarten zu veranschaulichen, reichte er ein Modell herum, das sein Büro extra für die Sitzung angefertigt hatte.

Einen weiteren Kindergarten mitten im Ort sehen einige Gemeinderäte wegen der Verkehrssituation als problematisch an. Die deutlichsten Worte fand Ralf Wünsch (UWG), der in der Riemenschneiderstraße wohnt — ganz in der Nähe der Schule. „Ich empfehle jedem, sich einmal unter der Woche zwischen 7.40 und 7.55 Uhr an die Schule zu stellen. Schon jetzt herrscht dort das reinste Chaos“, sagte er. Wenn nun ein weiterer Kindergarten in unmittelbarer Nähe hinzukomme, werde die Situation noch extremer.

Britta Schneider (SPD) warb ebenfalls dafür, den Kindergarten lieber am Ortsrand zu bauen. Es gebe genug Eltern, die direkt nach Würzburg weiterfahren, wenn sie ihre Kinder morgens „abgeliefert“ haben. Für sie wäre die Anbindung über die Westumgehung ideal. Außerdem erinnerte Schneider daran, dass die Kinder mit ihren Erzieherinnen von der Wilhelm-Hoegner-Straße aus viel schneller direkt im Grünen wären.

Von der Größe wäre der Bolzplatz für einen Kindergarten nach Einschätzung der Architekten genauso gut geeignet. Für den Kindergarten ist ein Flächenbedarf von etwa 3000 Quadratmetern vorgesehen. Wegen der Hanglage des Geländes am Bolzplatz könnte es sein, dass dort eine zweigeschossige Bebauung nötig wird. Kindergärten würden wegen der Barrierefreiheit und der schnelleren Fluchtwege allerdings vorzugsweise eingeschossig gebaut, erklärte Rösch. Erschlossen würde ein Kindergarten am Westring definitiv von der Wilhelm-Hoegner-Straße aus. „Alles andere wäre wegen des Verkehrsaufkommens auf der Ortsumgehung nicht sinnvoll“, sagte Rösch.

Günther Grimm (SPD) wollte wissen, ob das Architekturbüro für einen Kindergarten am Ortsrand „auch so ein schönes Modell gebastelt“ habe. Das verneinte Schubert — und er lieferte den Grund dafür gleich nach: „Mit dem Modell vom Schulgelände wollten wir lediglich zeigen, wie sich ein Neubau in die vorhandene Bebauung einfügen würde. Am Westring können wir dagegen vergleichsweise frei agieren.“


Modell: Rösch Schubert Hanisch Architekten

Schulsport 1986

30.01.2018


Schüler bekommen

modernere Turnhalle

Sanierung könnte inklusive neuer Pausenhalle fast drei Millionen Euro kosten


Tausende Estenfelder Kinder haben seit der Einweihung der Schulturnhalle 1974 dort Sport getrieben — entsprechend sieht sie heute aus. Eine Sanierung lässt sich nicht länger aufschieben. In der Gemeinderatssitzung hat Bernhard Schubert vom Architekturbüro Bluebox (Würzburg) eine erste Entwurfsplanung vorgestellt. Darin ist vorgesehen, den Eingangsbereich zur Turnhalle samt dem Verbindungstrakt zur Grundschule abzureißen und zu erneuern. Zwischen Halle und Schule soll zum Schulhof hin ein neuer Gebäudeteil errichtet werden: eine Pausenhalle. Sie könnte als Aufenthaltsbereich dienen, aber auch zur Mittags- oder Hausaufgabenbetreuung. Sämtliche Sanitäreinrichtungen sollen modernisiert werden — die Aufteilung bleibt die gleiche, neu hinzu kommt ein Behinderten-WC.

In der Turnhalle selbst wird der alte Boden entfernt und durch einen flächenelastischen Sportboden ersetzt. Damit die Kinder sich nicht mehr so leicht verletzen, wird es federnde Prallwände geben. Sämtliche Fenster werden ausgetauscht, da die alten nicht mehr der Energieeinsparverordnung entsprechen. Von außen wird das Gebäude gedämmt. Ein Teil der Kosten hierfür wird rein haushaltstechnisch den Räumen für die Malteser zugeordnet, die das darunterliegende alte Feuerwehrhaus beziehen (siehe eigener Artikel). Die Kostenaufteilung muss in dieser Form erfolgen, weil die Gemeinde nur die Kosten der Dämmung für die Turnhalle bei der Regierung zur Bezuschussung einreichen kann. Die Malteser zahlen für die Dämmung nichts.

Ingenieur Rainer Martin (Waldbüttelbrunn) erklärte, die Turnhalle solle auch künftig über eine Luftheizung erwärmt werden. Deckenstrahlplatten oder eine Fußbodenheizung seien keine Alternativen. Relativ kostspielig wird der Einbau einer neuen Lüftung, die nicht mehr in den Wänden, sondern vorwiegend im Deckenbereich installiert wird.

Bei den Erdarbeiten möchte sich auch das Landesamt für Denkmalschutz einschalten, warnte Schubert die Gemeinde vor. Da es in Estenfeld in den vergangenen Jahren bei Grabungen immer wieder Funde gab, die aus archäologischer Sicht bedeutsam waren, plant die Behörde auch hier eine genaue Untersuchung des Bodens.

Insgesamt würden eine Sanierung der Turnhalle und der Neubau einer Pausenhalle rund 2,9 Millionen Euro kosten. Für die Pausenhalle gibt es nach den Worten von Architekt Schubert Fördermöglichkeiten — in welcher Höhe, das lässt sich derzeit schwer abschätzen.


Das oben zu sehende Bild entstand bei einer Turnstunde im Jahr 1986.

Malteser

30.01.2018


Malteser ziehen in

altes Feuerwehrhaus

Trotz eines „Sparkonzepts“ des Architekten wird die Sanierung nicht billig


Die Estenfelder Feuerwehr hat im vergangenen Herbst ihr neues Domizil in der Würzburger Straße bezogen. Seither ist das Vorgängergebäude in der St.-Mauritius-Straße ungenutzt. Doch nicht mehr lange: Die Malteser werden ihre Unterkunft in der Friedrich-Ebert-Straße räumen und in das alte Feuerwehrhaus umziehen. Eine Entwurfsplanung hat Bernhard Schubert vom Architekturbüro Bluebox (Würzburg) in der Gemeinderatssitzung vorgestellt.

Schubert rechnet mit Kosten von rund 650 000 Euro. Das ist eine stattliche Summe, bedenkt man, dass Schubert, wie er selbst sagte, „nur das Nötigste“ in sein Konzept aufgenommen hat. Unerlässlich werde es sein, die technische Gebäudeausrüstung zu erneuern, also das komplette Leitungsnetz, die Elektroinstallation sowie Lüftungs- und Sanitäranlagen. Die Heizung, die die darüberliegende Schulturnhalle mitversorgt, ist davon ausgenommen, denn sie wurde bereits im Jahr 2003 saniert. Die Kegelbahn wird demontiert, da sie zuletzt kaum noch genutzt wurde.

Die Fahrzeughalle bleibt in dem Zustand, wie sie momentan ist. Neu gemacht werden die Tore, hinter denen die Einsatzfahrzeuge Platz finden. Auch die Fenster werden aus Energiespargründen ausgetauscht. Auf der Seite des Schulungsraums ist eine neue Außendämmung vonnöten. Die Fläche, auf der sich bis vor Kurzem noch eine provisorische Garage der Feuerwehr befand, soll gepflastert werden.

30.01.2018


Weiße Mühle: Sanierung wird teuer — sehr teuer

Architekt schätzt Kosten in Bestandsaufnahme auf fast 5,8 Millionen Euro


Im vergangenen Jahr wurde der 30. Geburtstag der „neuen“ Weißen Mühle gefeiert. Die Veranstaltung, bei der ein Weltrekord im Mühlespielen aufgestellt wurde, ist vielen Estenfeldern noch in bester Erinnerung. Doch so schön das Jubiläum war — ein wenig ist dadurch in Vergessenheit geraten, dass die Weiße Mühle dringend saniert werden muss. Das Architekturbüro Haas + Haas (Eibelstadt) hatte von der Gemeinde den Auftrag für eine erste Bestandsaufnahme bekommen. Es sollte also eine Übersicht erstellen, wo die Schwachstellen des Gebäudekomplexes liegen und wo am ehesten Handeln geboten ist. Das Ergebnis der Untersuchung stellte Geschäftsführer Stephan Haas in der Gemeinderatssitzung vor.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn die Gemeinde alles umsetzt, was die Architekten für verbesserungswürdig halten, werden die Arbeiten Jahre dauern — und richtig teuer. Auf fast 5,8 Millionen Euro schätzt Haas die Kosten. In dieser Prognose ist aber tatsächlich alles enthalten — von Dingen, die unbedingt erledigt werden müssen, bis hin zu solchen, die Bürgermeisterin Rosi Schraud als „nice to have“ (wünschenswert, aber nicht zwingend) bezeichnet.

Zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde wird es gehören, die gesamte Installation zu erneuern. Dazu zählen Elektrotechnik, Heizung, Lüftung und die sanitären Anlagen. Nur ein Beispiel: Hausmeister Bernd Michel muss jeden Tag etwa 21 Liter Heizungswasser nachfüllen, weil die Leitungen „löchrig“ sind. Das kann natürlich kein Dauerzustand sein. Etwa die Hälfte der geschätzten Gesamtkosten fällt für all diese Installationsarbeiten an.

Architekt Haas erklärte, dass es das Vernünftigste sei, die Sanierung in Abschnitten vorzunehmen. So wären die Einschränkungen bei der Hallennutzung am geringsten. Dennoch werde bei der Belegung der Halle „viel Improvisation nötig“ sein, sagte Haas. Abgesehen von zu erwartenden Terminänderungen bekämen die Sportler die Arbeiten auch vor Ort zu spüren, etwa beim Austausch der Heizung. In dieser Zeit gibt es kein Warmwasser — und man muss zu Hause duschen.

Die erste Maßnahme, die in Angriff genommen wird, ist die Sanierung der WC-Anlagen im „Mühlen-Restaurant“. Den Auftrag vergab der Gemeinderat am 30. Januar einstimmig (17:0) an die Firma Haustechnik Schäffner (Albertshofen), die dafür rund 33 000 Euro brutto verlangt. Bereits in diesem Februar soll mit den Arbeiten begonnen werden.

Die Erneuerung der Heizungsanlagen im gesamten Gebäude wurde dagegen auf das Jahr 2019 verschoben. Bei einer ersten Ausschreibung hat lediglich eine von elf Firmen ein Angebot abgegeben — und das zu einem Preis, der aus Gemeindesicht viel zu hoch ist. Deshalb will die Gemeinde die Arbeiten Mitte dieses Jahres nochmals ausschreiben — in der Hoffnung, dass sie dann „humanere“ Angebote erhält. Die Heizungssanierung erfolgt aus Mitteln des Kommunalinvestitionsprogramms (KIP): Einen Zuschuss in Höhe von 250 000 Euro hat die Regierung bereits genehmigt.

30.01.2018


Bürgerbegehren ist rechtlich zulässig


In Estenfeld wird es spätestens am 30. April einen Bürgerentscheid zu einem Rathaus-Neubau in der Kartause geben. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung das Bürgerbegehren aus formalrechtlichen Gründen für zulässig erklärt — so wie zuvor schon die Kommunalaufsicht des Landratsamts Würzburg. Der Beschluss fiel einstimmig (17:0).

Nach Angaben von Bürgermeisterin Rosi Schraud hat Peter Schliemann, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, am 15. Januar eine Liste mit 456 Unterschriften im Rathaus abgegeben. Eine Woche später reichte er nochmals 63 Unterschriften nach. Insgesamt haben also 519 Bürger unterschrieben. Elf Unterschriften waren ungültig, bleiben also 508 gültige. Damit wurde die erforderliche Mindestanzahl von 424 Unterschriften deutlich überschritten.

Die Fragestellung für den Bürgerentscheid lautet: „Sind Sie dafür, dass die Sanierung der Gebäude und des Areals des ehemaligen Wirtschaftshofs der Kartause Engelgarten und die Entwicklung als Kultur- und Begegnungszentrum nach dem vorliegenden Nutzungskonzept erfolgen und insbesondere nicht für den Neubau des Rathauses genutzt werden soll?“

30.01.2018


UWG will Ratsbegehren zur Kartause


Die UWG-Fraktion im Estenfelder Gemeinderat möchte dem Bürgerbegehren zum Kartausen-Konzept ein Ratsbegehren entgegensetzen. Den entsprechenden Antrag stellte UWG-Fraktionsvorsitzender Rainer Galm in der Gemeinderatssitzung — direkt im Anschluss an die Entscheidung des Gremiums, das Bürgerbegehren für rechtlich zulässig zu erklären. Galm begründete den Antrag damit, dass die Frage des Bürgerbegehrens auf die Umsetzung des gesamten vorgestellten Konzepts abziele. Eigentlicher Streitpunkt sei jedoch nur ein Teil dieses Konzepts — nämlich die Frage, welcher Nutzung der östliche Gebäudetrakt zugeführt werden solle. Die Fragestellung des Ratsbegehrens soll wie folgt lauten: „Sind Sie dafür, dass bei der Sanierung des ehemaligen Wirtschaftshofes der Kartause Engelgarten ein Kultur- und Bürgerzentrum mit integriertem barrierefreiem Verwaltungsgebäude (Rathaus) geschaffen wird und insbesondere keine Ausbildungsstätten für das unterfränkische Handwerk mit Übernachtungsmöglichkeiten und Kantine entstehen?“ Sollte sich die Mehrheit der Gemeinderäte für das Ratsbegehren aussprechen, könnten an ein und demselben Tag gleich zwei Bürgerentscheide stattfinden. Um in dieser Angelegenheit rasch Klarheit zu schaffen, hat die UWG darum gebeten, den Antrag schnellstmöglich zu behandeln.

30.01.2018


Schraud: Über VG-Sitz entscheidet die Gemeinschaftsversammlung


Die Entscheidung, wo die Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Estenfeld künftig untergebracht sein werden, liegt alleine bei der Gemeinschaftsversammlung. Darauf hat Bürgermeisterin Rosi Schraud in der Gemeinderatssitzung hingewiesen. Schraud erinnerte daran, dass zur VG neben Estenfeld auch noch Prosselsheim und Eisenheim gehören. Das Estenfelder Rathaus sei im Besitz der Gemeinde, werde aber an die VG vermietet. „Keine der drei Gemeinden hat ihre eigenen Angestellten — somit können wir in Estenfeld nicht eigenmächtig beschließen, wo das VG-Personal untergebracht wird“, sagte Schraud. Der Estenfelder Gemeinderat könne lediglich entscheiden, ein Rathaus für die Gemeinde zu bauen.

Letzte Änderung: 29.11.2018 21:00 Uhr