NOVEMBER 2017

Lärmschutz Autobahn

07.11.2017


Staatssekretär Eck lehnt

Lärmschutz für Estenfeld ab


Die Gemeinde Estenfeld kann sich keine Hoffnung auf einen Lärmschutz an der Autobahn (A 7) machen. Staatssekretär Gerhard Eck, an den sich Bürgermeisterin Rosi Schraud gewandt hatte, hat sich in einem Schreiben zur Situation geäußert. Darin stellt Eck klar, dass das Estenfelder Ansinnen „keinerlei Aussicht auf Erfolg“ habe. Selbst wenn man die Verkehrsprognosen bis zum Jahr 2030 berücksichtige, würden bei einem sechsstreifigen Ausbau der A 7 die Grenzwerte nicht überschritten. Auch die Konsequenzen durch die reflektierende Wirkung seien nicht so groß. Die Kürnacher bekommen dagegen eine Lärmschutzwand auf ihrer Seite, weil die Wohnbebauung recht nahe an der Autobahn liegt und dort die Grenzwerte eindeutig überschritten werden.
Auch in Mühlhausen an der Pleichachtalbrücke werden laut Eck die Grenzwerte eingehalten. Bei einem erhöhten Verkehrsaufkommen könnte sich dies allerdings ändern, weshalb heute schon die Statik und die Brückenkappen so ausgelegt werden, dass auf der Mühlhäuser Seite eine Lärmschutzwand ohne größere Eingriffe in das Brückenbauwerk "nachgerüstet" werden kann.

Um die Schallemissionen so weit wie möglich zu minimieren, wird die Autobahndirektion zudem an beiden Brücken lärmarme Übergangskonstruktionen einbauen.

Kindergarten

14.11.2017


Gesucht: Mehr Platz für Kinder

Gemeinderat lässt Verlegung und Neubau des Kindergartens St. Michael überprüfen


In Estenfeld gibt es immer mehr kleine Kinder. So schön dieser „Baby-Boom“ ist, er stellt die Gemeinde vor neue Aufgaben. Eine ganz wichtige: Der Betreuungsbedarf muss auch in Zukunft abgedeckt sein, es müssen genug Kita- und Kindergartenplätze zur Verfügung stehen. Schon jetzt haben die bestehenden Einrichtungen ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Also muss etwas Neues gebaut werden — doch was, wie und wo? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung. Eine zentrale Rolle spielte dabei der Kindergarten St. Michael am Rathaus. Er besteht 2018 genau 50 Jahre — und dieses Alter wird bei genauerem Hinsehen auch deutlich.

Für die CSU-Fraktion ist klar: Der beste Standort für einen Kindergarten-Neubau wäre an der Schule. Zum Schuljahr 2019/20 werden die Mittelschüler von Estenfeld nach Unterpleichfeld umziehen, in das zentrale Gebäude für den „Würzburger Norden“. Die Mittelschule in Estenfeld steht dann leer. Sie könnte abgerissen werden und so Platz machen für den neuen Kindergarten, schlägt die CSU vor. Auf dem Gelände wäre sogar noch genug Raum für eine mögliche Erweiterung der Grundschule oder — in vielen Jahren — des Kindergartens.

Silvia Fischer, die für die CSU-Fraktion sprach, sagte, eine „zukunftsfähige Lösung“ bedeute „zentrumsnah“. Wenn der neue Kindergarten an der Schule entstehen würde, wären alle Einrichtungen zur Schul- und Kleinkindbetreuung nahe beieinander. Das hätte für die Eltern den Vorteil, dass sie kürzere Wege beim Bringen und Abholen der Kinder hätten. Die Parkprobleme, die derzeit am „alten“ Kindergarten bestehen, wären am neuen Standort leichter lösbar. Außerdem wäre durch die räumliche Nähe ein Personalaustausch zwischen den einzelnen Einrichtungen einfacher — das würde mit dazu beitragen, dass die Kindergartengebühren niedrig gehalten werden können. Und noch einen ganz aktuellen Aspekt brachte Fischer ins Spiel: Grundschüler sollen bald einen rechtlichen Anspruch auf Ganztagesbetreuung haben. Wären Schule und Kindergärten an einem Fleck, könnte die Betreuung viel besser geregelt werden.

Die SPD-Fraktion möchte eine Sanierung des Kindergartens noch nicht kategorisch ausschließen. Nur wenn es wirklich keine andere Alternative gebe, sollte über einen Neubau nachgedacht werden. Mit dem Standort an der Schule kann sich die SPD jedoch nicht anfreunden. „Ein Kindergarten gehört dahin, wo die Kinder sind — und nicht dahin, wo schon andere Kindergärten stehen“, sagte ihr Fraktionssprecher Günther Grimm. Die SPD favorisiert einen Kindergarten im Neubaugebiet am Westring — ein möglicher Standort könnte der Bereich am Bolz- und Kinderspielplatz in der Wilhelm-Hoegner-Straße sein. Dieser Vorschlag wäre auch viel schneller umsetzbar, fügte Johannes Pietschmann hinzu. Ein Kindergarten an der Schule könnte dagegen erst in einigen Jahren gebaut werden.

Die UWG brachte keinen weiteren Standort ins Gespräch. Ihr Sprecher Rainer Galm sagte, es sei das Vernünftigste, die einzelnen Optionen erst einmal genauer untersuchen zu lassen — so wie das auch im Beschlussvorschlag stehe. Es gehe schließlich nicht darum, bereits jetzt eine endgültige Entscheidung zu treffen.

So unterschiedlich die Ansichten der Gemeinderäte zur Zukunft des Kindergartens sind — bei der Abstimmung waren sich alle einig: Zunächst sollen eine Verlegung und ein Neubau überprüft werden (15:0). Das bedeutet, dass nun ein Fachbüro mögliche Lösungsvorschläge erarbeitet. Erst wenn die auf dem Tisch liegen, geht es ans „Eingemachte“.

14.11.2017


Mainwasser auf die Felder?

Studie will alternative Bewässerung erproben


Der „Würzburger Norden“ war schon immer eine Gegend, in der es nicht besonders viel geregnet hat. Ein ernstes Problem war das bislang nicht — doch allmählich sorgen die geringen Niederschläge dafür, dass der Grundwasserspiegel absinkt. Trotzdem ist die Grundwasserentnahme unverändert hoch — was vermutlich an den Gemüsebauern in der Region liegt, die für ihre Pflanzen einen riesigen Wasserbedarf haben.

In der „Allianz Würzburger Norden“, zu der neben Estenfeld noch neun weitere Gemeinden gehören, hat man erkannt, dass hier gegengesteuert werden muss. Das Pilotprojekt mit dem langen Namen „Grundwasserschutz und nachhaltige Sicherung der Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Weinbau auf der Fränkischen Trockenplatte“ wurde gestartet — allerdings ohne Beteiligung von Rimpar und Güntersleben.

Eine Studie soll unter anderem klären, ob es sinnvoll ist, bei Eisenheim Wasser aus dem Main zu entnehmen, um damit die Felder zu bewässern. Rund 145 000 Euro kostet diese Studie inklusive zweier Erkundungsbohrungen — 75 Prozent davon sind förderfähig. Um wirklich aussagekräftige Erkenntnisse gewinnen zu können, sind allerdings noch drei Probebohrungen mit jeweils vierwöchigen Pumpversuchen nötig. Diese Maßnahmen sind mit schätzungsweise 400 000 Euro sehr teuer — und der Haken ist: Sie werden nicht bezuschusst.

Der Estenfelder Gemeinderat hat in seiner Sitzung mehrheitlich (9:6 Stimmen) beschlossen, sich an den Kosten für die Studie zu beteiligen. Der Anteil, den jede Gemeinde zu zahlen hat, richtet sich nach der landwirtschaftlich genutzten Fläche — im Falle von Estenfeld sind das 1159 Hektar, macht genau 4019 Euro.

Echte Begeisterung für das Projekt war bei den Gemeinderäten nicht zu spüren. Viele waren der Ansicht, dass die Mainwasser-Entnahme das eigentliche Problem nicht löst, sondern nur umgeht. Ein generelles Umdenken im Umgang mit dem kostbaren Gut Wasser sei nötig, hier seien auch die Regierung und das Wasserwirtschaftsamt in der Pflicht.

Grüngürtel Wilhelm-Hoegner-Straße

14.11.2017


Gemeinde will Wilhelm-Hoegner-Straße weiter öffnen

Kommunalaufsicht erklärt Bürgerantrag „aus formalrechtlichen Gründen“ für unzulässig


Der Estenfelder Gemeinderat wird von seinem Plan, die Wilhelm-Hoegner-Straße zur alten B 19 hin öffnen zu lassen, nicht abrücken. In seiner Sitzung hat er seinen einstigen Beschluss zum „Durchstich“ noch einmal bestätigt (14:1). Damit hat er den Anwohnern der Wilhelm-Hoegner-Straße, die sich gegen die Öffnung wehren, klipp und klar zu verstehen gegeben: An der Entscheidung zur Öffnung wird festgehalten.

Mit dem Dauerthema hat sich der Gemeinderat befasst, weil mehrere Anwohner der Wilhelm-Hoegner-Straße einen Bürgerantrag gestellt haben. An der Spitze der Initiative stehen Prof. Dr. Hansdieter Krüger und Dr. Amerilda Magerl. Die Anwohner fordern, die Wilhelm-Hoegner-Straße zur alten B 19 hin nicht zu öffnen. Ihre Befürchtung: Der Autoverkehr würde um ein Vielfaches zunehmen, wenn die Straße „aufgemacht“ werde.

Ein Streitpunkt ist, dass die Anwohner der Wilhelm-Hoegner-Straße ein Stück durch die Konrad-Adenauer-Straße fahren müssen, wenn sie in „ihre“ Straße gelangen wollen. Um den Anwohnern der Konrad-Adenauer-Straße entgegenzukommen, wurde im Bürgerantrag ein Vorschlag gemacht: Die obere und die mittlere Verbindung zwischen Konrad-Adenauer-Straße und Wilhelm-Hoegner-Straße sollten mit Pflanzkübeln oder Verkehrsschildern dicht gemacht werden. Die einzige Zufahrt zur Wilhelm-Hoegner-Straße wäre dann über den Kreisel an der Weißen Mühle möglich.

Die Gemeinde hat die Kommunalaufsicht des Landkreises gebeten, den Bürgerantrag zu prüfen. Dabei kam die Kommunalaufsicht zum Ergebnis, dass der Antrag „aus formalrechtlichen Gründen unzulässig“ sei. Die Begründung: Die Unterschriftslisten waren lediglich lose an den eigentlichen Antrag angehängt — auf ihnen hätte aber auch noch einmal deutlich stehen müssen, wofür die Unterzeichner sich genau einsetzen.

Obwohl der Antrag sich also eigentlich „erledigt“ hatte, äußerten sich einige Gemeinderäte dazu. SPD-Fraktionssprecher Günther Grimm sagte, er könne den Sinn des Antrags beim besten Willen nicht nachvollziehen. Durch eine Sperrung der beiden „Stichstraßen“ müssten doch viel weitere Wege gefahren werden — und dadurch würden andere erst recht mehr belastet, ja sogar aus der „eigenen“ Straße. Es müsse endlich Schluss sein mit dieser „Zwei-Klassen-Gesellschaft“, mit dieser Einstellung, dass die Autos überall fahren dürften, „bloß nicht bei uns“.

Matthias Pfister (CSU) erinnerte an ein Verkehrsgutachten, das 2013 erstellt worden sei. Darin wurde prognostiziert, dass eine Öffnung der Wilhelm-Hoegner-Straße nur bis zu 50 Fahrzeuge täglich mehr bringen würde — und das bei einem Verkehrsaufkommen, das mit ungefähr 350 Fahrzeugen ohnehin vergleichsweise gering sei. Durch die Würzburger Straße fahren pro Tag etwa 10 000 Fahrzeuge, durch die Konrad-Adenauer-Straße rund 4000 — das seien ganz andere Dimensionen, sagte Pfister. „Und in der Wilhelm-Hoegner-Straße wird wegen 50 Fahrzeugen mehr so eine Show gemacht. Dafür habe ich keinerlei Verständnis.“

Bürgermeisterin Rosi Schraud (CSU) betonte, dass die Gemeinde nicht nur ein Gutachten zur Wilhelm-Hoegner-Straße in Auftrag gegeben habe, sondern mehrere. „Die Belastung durch Lärmemissionen und Verkehrsströme lag dabei immer im zumutbaren Bereich.“ Schraud erinnerte daran, dass Anwohner gegen die geplante Öffnung der Wilhelm-Hoegner-Straße Klage eingereicht haben. Noch habe das Verwaltungsgericht Würzburg darüber nicht entschieden.

14.11.2017


Neue Oberflächenentwässerung soll „braune Brühe“ abhalten


Die betroffenen Anwohner am Grumbacher Weg in Mühlhausen hatten lange eine Engelsgeduld, doch nach dem letzten Vorfall war es selbst ihnen zu viel. Immer wieder waren nach stärkeren Regenfällen größere Wassermengen auf ihr Grundstück gelaufen, teilweise bis in die Garage. Um diesen unhaltbaren Zustand endlich zu beseitigen, lässt die Gemeinde nun bei der Oberflächenentwässerung „nachbessern“. Das Ingenieurbüro Horn wird eine Planung erstellen, damit das Wasser an der betroffenen Stelle vernünftig ablaufen kann. „Braune Brühe“ wird dann nicht mehr auf das Anwesen geschwemmt werden. Laut einer ersten Schätzung wird der Umbau der „Problemzone“ rund 18 000 Euro kosten, hinzu kommen noch etwa 15 Prozent für Baunebenkosten. Die Vergabe des Auftrags erfolgte in der Gemeinderatssitzung einstimmig (15:0).

14.11.2017


Tiefbauarbeiten: Ein weiteres Jahr mit der Firma Schmitt


Der Zeitvertrag mit der Firma Schmitt (Bergtheim), die für die Gemeinde Estenfeld kleinere Tiefbauarbeiten ausführt, wird um ein Jahr bis 31. Dezember 2018 verlängert. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung einstimmig (15:0) beschlossen. Besonders erfreulich aus Gemeindesicht: Die Firma Schmitt hat zugesichert, alle künftig anfallenden Arbeiten zu den gleichen Konditionen wie bisher auszuführen. Das ist bemerkenswert, da die Preise für Asphalt und Beton gestiegen sind. Bislang hat sich die Firma Schmitt als sehr zuverlässiger Vertragspartner erwiesen.

Wohnhaus Laug

14.11.2017


Neues Einfamilienhaus im Altort


Schon wieder wird ein Leerstand im Estenfelder Altort beseitigt: Andreas und Silke Hobner werden das Wohnhaus in der Unteren Ritterstraße 3 (früher: Anwesen Laug) abreißen und stattdessen ein neues Einfamilienhaus bauen lassen. In seiner Sitzung genehmigte der Gemeinderat das Vorhaben einstimmig (15:0). Die Hobners werden insgesamt vier Stellplätze errichten, obwohl laut der gemeindlichen Satzung eigentlich lediglich zwei nötig wären.

14.11.2017


Klimaneutrales Erdgas von der gasuf


Die Gemeinde Estenfeld setzt ab dem 1. Januar 2019 auf klimaneutrales Erdgas. Im nichtöffentlichen Teil seiner Oktober-Sitzung hat der Gemeinderat beschlossen, mit der Gasversorgung Unterfranken GmbH (gasuf) einen Vertrag abzuschließen, der vorerst bis Ende 2021 gilt. Der Preis pro Kilowattstunde (kWh): 1,8969 Cent. Über diese Entscheidung informierte Bürgermeisterin Rosi Schraud in der November-Sitzung. Was bedeutet klimaneutral? Durch die Verbrennung von Erdgas wird umweltschädliches CO2 freigesetzt. Um diese Emissionen auszugleichen, fördert die gasuf ein staatlich kontrolliertes Aufforstungsprojekt.

14.11.2017


Neue Weihnachtsbeleuchtung für Mühlhausen


In der Vorweihnachtszeit schmückt der FV Mühlhausen den Ort mit einer schönen Beleuchtung — ehrenamtlich, versteht sich. Doch nun kann der Verein seine Lichterketten nicht mehr verwenden, weil es keine Ersatzbirnen mehr gibt. Silke Scheller (CSU), Gemeinderätin aus Mühlhausen, hat daher in der Gemeinderatssitzung um finanzielle Unterstützung gebeten. Es wäre schön, wenn die Gemeinde die 400 Euro bereitstellen würde, die eine neue Weihnachtsbeleuchtung kostet, sagte sie. Für den Gemeinderat war es selbstverständlich, hier großzügig zu sein und er stimmte dem zu (15:0). Der FV Mühlhausen hat bereits zugesichert, das Schmücken auch künftig ehrenamtlich zu übernehmen.

Letzte Änderung: 23.03.2018 12:22 Uhr