JANUAR 2016

Neujahrsempfang

03.01.2016


Lebensleistungen und Lebensretter

Neujahrsempfang: Gemeinde ehrte Bürger für deren großes Engagement


Es ist zu einer schönen Tradition geworden, dass die Gemeinde Estenfeld bei ihrem Neujahrsempfang Bürgerinnen und Bürger auszeichnet. Sie alle haben Besonderes geleistet oder tun dies immer noch — ob in der Kommunalpolitik, im Sport oder im gesellschaftlichen Bereich. Die Ehrungen nahmen in der Mehrzweckhalle „Weiße Mühle“ Bürgermeisterin Rosi Schraud sowie ihre Stellvertreter Joachim Sadler und Gerhard Knorz vor. Für die musikalische Gestaltung sorgte das Jugendblasorchester des Musikvereins.


Zu den Geehrten gehörten diesmal:


Einzelehrungen:

Günther Grimm

Seit 1972, also seit stolzen 44 Jahren, gehört er ohne Unterbrechung dem Estenfelder Gemeinderat an. Für dieses Engagement im Bereich der kommunalen Selbstverwaltung hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann den Fraktionsvorsitzenden der SPD im September 2015 in Nürnberg mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Silber ausgezeichnet. In all den Jahren hat Grimm seine Ämter stets mit großem persönlichen Einsatz ausgeübt und seine kommunalpolitische Erfahrung eingebracht. Als besonderes Geschenk erhielt Grimm ein Bild vom „Hexenviertel“, gemalt von Max Breunig.


Albin Wolz

Er wird gerne als „Doppelrat“ bezeichnet, denn er gehört dem Gemeinderat und dem Pfarrgemeinderat an. Seit mittlerweile 32 Jahren engagiert sich der CSU-Fraktionsvorsitzende in der kommunalen Selbstverwaltung. Hier bringt er seinen Sach- und Fachverstand als Landwirt und aktiver Feuerwehrmann immer zum Wohle der Gemeinde ein. Zur Anerkennung wurde er im November 2015 mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Bronze geehrt. Die Auszeichnung in der Würzburger Residenz nahm Staatssekretär Gerhard Eck vor. Beim Neujahrsempfang in Estenfeld erhielt Wolz unter anderem die Gemeinde-Verdienstmedaille in Silber.


Alfred Herrmann

Den Titel des Ehrenkommandanten hat er mehr als verdient: Insgesamt 35 Jahre war er erst Zweiter (1981 bis 1991) und dann Erster Kommandant (1992 bis 2015) der Freiwilligen Feuerwehr Estenfeld. Durch seine Erfahrung von 41 Einsatzjahren und sein technisches Verständnis ist er ein äußerst wertvoller Feuerwehrmann, der bei Unfällen und Einsätzen gezielt helfen kann. Seine Arbeit trug maßgeblich zum heutigen Entwicklungsstand der Wehr bei — und auch das neue Feuerwehrgerätehaus, dessen Bau bald beginnt, trägt seine Handschrift. Unter anderem erhielt Herrmann einen Gutschein für einen Aufenthalt im Feuerwehrerholungsheim in Bayerisch Gmain.


Otto Füller

Die Freiwillige Feuerwehr Mühlhausen hat ihm einiges zu verdanken: Der Bau des neuen Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshauses sowie die Gründungen der Jugendfeuerwehr und der „Löschzwerge“ fielen in seine Amtszeit. Seit 1975 ist er aktives Mitglied der Wehr. 1977 wurde er zum Zweiten und 1987 zum Ersten Kommandanten gewählt.


Bernhard Keller

1970 trat er in die Freiwillige Feuerwehr Estenfeld ein und er kommt somit auf über 45 Jahre aktiven Einsatzdienst. In seiner Laufbahn hat er den Lehrgang zum Gruppenführer absolviert. Auch als stellvertretender Kassier, Schriftführer und langjähriger Vorstand sowie danach als stellvertretender Vorstand hat er Verantwortung übernommen. Seit Anfang des Jahres ist er nun stellvertretender Kassier des Feuerwehrvereins.


Einzel- und Mannschaftsehrungen:

TSG Estenfeld Baskets

In der Saison 2014/15 schaffte die Mannschaft am letzten Spieltag den Sprung auf Platz 1 der Tabelle — und damit die Meisterschaft in der Bezirksliga Unterfranken. Durch den Titelgewinn gelang auch der Aufstieg in die Bezirksoberliga Unterfranken, die höchste Spielklasse in Unterfranken. Seit ihrer Gründung vor erst sechs Jahren haben die Baskets drei Meisterschaften errungen, sind viermal aufgestiegen, standen zweimal im Bezirkspokalfinale und erreichten einmal die zweite Runde im Bayernpokal. Zum Team gehören Benjamin Blank, Oliver Augustin, Xavier Blain-Cruz, Mo Shanneik, Thomas Scheller, Jonas Walter, Simon Schmolke, Ferdinand Schmolke, Moritz Schlereth, Johannes Dobhan, Leon Stumpf, Timm Dold, Philipp Schweser, Jan Hochrein, Otto Laumer, Marco Körner, Marco Motschmann, Florian Dietzsch, Achim König, Christian Thyen und Axel Bausewein. Trainer ist Sebastian Harth.


TSG-Handballabteilung — weibliche C-Jugend 2014/15

Die Handball-Mannschaft der weiblichen C-Jugend der TSG Estenfeld hat in der Saison 2014/15 mit 27:1 Punkten souverän die Meisterschaft in der übergreifenden Bezirksoberliga Nord errungen. Beim Turnier um die Bayerische Meisterschaft der BOL-Sieger gewann das Team und holte den ersten bayerischen Handballtitel nach Estenfeld. Das Team, das in dieser Saison in der Landesliga Nord erneut um die Meisterschaft spielt, hatte von Januar 2013 bis November 2015 fast drei Jahre lang kein Pflichtspiel mehr verloren. Die Mannschaft bestand 2014/15 aus Lara-Sophie Dürr, Lena Dutz, Judith Erbar, Silke Färber, Elina Full, Alina Müller, Maja Reichert, Antonia Reisinger, Emelie Reisinger, Shanna Ringelmann, Letizia Schraud und Kathrin Wagner. Trainiert wurde sie von Ute Deckert und Uwe Dürr.


Werner Deppner vom Athletik-Sportverein '81 Würzburg

Seit über 60 Jahren ist er Gewichtheber. In dieser langen Zeit hat er viele tolle Erfolge errungen. Die jüngsten: der 1. Platz bei den Europa-Meisterschaften 2015 in Wales, der 1. Platz bei den Bayerischen Meisterschaften 2015 in Landshut (120 Kilogramm) und der 1. Platz bei den Deutschen Meisterschaften 2015 in Ladenburg (119 Kilogramm). Mit 51 Kilogramm stellte er einen neuen deutschen Rekord im Reißen auf.


Tennisclub „Weiße Mühle“

Erstmalig veranstaltete der Bayerische Tennis-Verband (BTV) Ende September 2015 die „BTV-Team-Challenge“ — einen neuen Wettbewerb, an dem 261 Vereine und 468 Teams in acht Altersklassen teilnahmen. Das Vierer-Team des Tennisclubs „Weiße Mühle“ erreichte in seiner Altersklasse den 1. Platz. Zu dem erfolgreichen Quartett gehören Luisa Bell, Viola Gissibl, Merle Thom und Claudia Weber. Ihr Trainer ist Julian Pfeil.

Die neugegründete 2. Damenmannschaft des Estenfelder Vereins stieg ohne Punktverlust von der Kreisklasse 1 in die Bezirksklasse 2 auf. Dem Team gehören an: Annike Dröscher, Christina Curtaz-Dörsam, Nicole Liebers, Luisa Winkler, Claudia Weber, Viola Gissibl, Annika Bogaschewsky, Laura Zimmermann, Selina Sigl, Merle Thom, Bianca Werner und Angelina Winkler. Trainiert werden auch sie von Julian Pfeil.


Rainer Galm

Bei der „Trans Thüringia“, dem längsten Rennen für reinrassige Schlittenhunde in Mitteleuropa, errang er mit seinem Zehn-Hunde-Team den Sieg in der Klasse LTO (mehr als sieben Hunde). Bei allen Wertungsläufen erzielte er die jeweils schnellste Laufzeit aller Teilnehmer. Von der Gemeinde Estenfeld gab es Preise für Mensch und Tiere: „Herrchen“ bekam einen Obstkorb, die Hunde durften sich über Schweineohren freuen.


Irmi Stemmer — TSG Estenfeld

Im März 2015 hat sie sich aus dem Vorstandsgremium der TSG Estenfeld verabschiedet — nach 34 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit.


Blutspender:

Sie alle helfen mit, Leben zu retten: Martina Schmitt, Matthias Schömig und Fred Kohlenberger haben 25-mal Blut gespendet, Ingrid Lang, Evi Wolz, Jürgen Wolz und Leo Full 50-mal — und Erwin Maurer sage und schreibe 125-mal. Geehrt wurden sie sowohl von der Gemeinde als auch vom Bayerischen Roten Kreuz.


Weitere Ehrenamtliche:

Julia Flor und Nicolai Michalski

Sie waren am 20. Juli 2015 im Estenfelder Fitness-Studio Injoy Physio, als ein Sportler plötzlich das Bewusstsein verlor und einen Herzstillstand erlitt. Ohne lange nachzudenken, begannen die beiden sofort mit Reanimationsmaßnahmen — mit Erfolg. Durch ihr schnelles und beherztes Eingreifen retteten sie ein Menschenleben.


Ina Schmolke — KIWI e.V.

Seit 25 Jahren engagiert sich die Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation (KIWI e.V.) für Frühchen, schwer kranke Neugeborene und lebensbedrohlich erkrankte Kinder. Kürzlich erhielt der Verein die Carl-Caspar-Siebold-Medaille. Vorsitzende des Vereins ist Ina Schmolke.


Lesepatinnen der Grundschule Estenfeld

Ein wunderbares Ehrenamt haben Andrea Schilling, Ria Planner, Uschi Singer, Martina Hau, Hildegard Ströhlein, Rotraud Balzer und Britta Schneider übernommen: Sie sind als Lesepatinnen in der Grundschule Estenfeld tätig. Nach Absprache mit dem Lehrer oder der Lehrerin lesen sie in der Regel eine Schulstunde pro Woche mit einzelnen Kindern. Doch nicht nur das: Sie lassen die Kinder auch aus den ausgesuchten Büchern und Texten lesen und stellen Verständnisfragen. Zwischen Kindern und Lesepatinnen sind enge persönliche Bindungen entstanden. Sogar bei Klassenunternehmungen, wie zuletzt beim Besuch des Stadttheaters Würzburg, waren Lesepatinnen mit dabei.


Vereinsjubiläum:

125 Jahre Sängervereinigung 1890 Estenfeld e.V.

Das Singen hat in Estenfeld eine lange Tradition: Den Anfang machte der Männergesangverein „Liederkranz“, dem sich später der Arbeitergesangverein „Eintracht“ anschloss. 1949 wurden beide Vereine zu einer Einheit: der Sängervereinigung. Der Verein nimmt einen wichtigen Platz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Gemeinde Estenfeld ein. Er trägt mit dazu bei, das Liedgut lebendig zu erhalten. Vor einigen Jahren traf der Verein die Entscheidung, Frauen aufzunehmen — der gemischte Chor ist seitdem eine echte Bereicherung. Die Auszeichnung nahm der Vorsitzende der Sängervereinigung, Bruno Dobhan, entgegen.

03.01.2016


Große Welle der Humanität”
Neujahrsrede: Bürgermeisterin dankt für Hilfsbereitschaft der Estenfelder


Mehr gegenseitige Rücksichtnahme, mehr Verständnis und Achtung für die Meinung und das Handeln des Anderen und mehr Respekt füreinander — dafür hat Bürgermeisterin Rosi Schraud in ihrer Rede beim Neujahrsempfang der Gemeinde geworben. Sie verband dies mit einem Appell an alle Bürger, sich unterstützend und tatkräftig einzubringen und somit die Zukunft Estenfelds mitzugestalten. “Unsere Demokratie lebt im Kleinen wie im Großen, weil so viele mithelfen und durch ihren persönlichen Einsatz und aus innerster Überzeugung mitwirken”, sagte Schraud.
Die Herausforderungen im vergangenen Jahr seien immens gewesen — und 2016 werden sie sicher nicht weniger werden, prophezeite die Bürgermeisterin. Ihr Versprechen: “Mit der gewohnten Tatkraft werden wir die vor uns stehenden Aufgaben anpacken und nach bestem Wissen und Gewissen versuchen, sie im Interesse der Menschen, die hier in unserer Gemeinde leben, zu lösen.”
Schraud erinnerte an einige Leistungen, die 2015 vollbracht wurden: die gelungene Neugestaltung des Kreisverkehrs an der Weißen Mühle, die Eröffnung des runderneuerten Beachvolleyballplatzes, den Umzug der Gemeindebücherei, die Sanierung mehrerer Straßen sowie die behindertengerechte Ausgestaltung des Pflasters am Eingang zur Weißen Mühle. Außerdem habe die Gemeinde das Förderverfahren für den Ausbau des schnellen Internets durchlaufen und sei in zwei weitere eingestiegen: das ILEK, in dem es um die Zukunft des gesamten nördlichen Landkreises Würzburg geht, und das ISEK, das die bauliche Sanierung des Estenfelder Altortes zum Ziel hat.
Eine Aufgabe, die noch lange nicht bewältigt ist, ist der Flüchtlingszustrom, der auch vor Estenfeld nicht Halt gemacht hat. Schraud bedankte sich für “die große Welle der Humanität und die Willkommenskultur”, die von den Bürgern gezeigt worden sei. Die Gemeindeverwaltung sei im Bereich der Flüchtlingshilfe stark gefordert gewesen — und das in einer Phase, in der es im Rathaus diverse personelle Veränderungen gab. Allen Mitarbeitern sprach Schraud ihre Anerkennung aus.

Die größten Investitionen der kommenden Jahre sind nach den Worten Schrauds der Bau des neuen Feuerwehrhauses sowie die Generalsanierung des Schulkomplexes. Ernste Sorgen, dass diese Projekte die Gemeinde finanziell überfordern könnten, macht sich die Bürgermeisterin nicht. Ein wichtiges Instrument zur Stärkung der kommunalen Handlungsfähigkeit seien die Steuereinnahmen, vor allem die Gewerbesteuer, sagte Schraud. Alleine dadurch flössen jährlich gut zwei Millionen Euro in die Kasse der Gemeinde.

03.01.2016


Stromausfall + Störche = Geburtenanstieg


Der kurzzeitige Stromausfall im Winter 2014 und der Zwischenstopp von über 60 Störchen im Sommer 2015 haben offenbar Wirkung gezeigt: Im vergangenen Jahr ist die Geburtenrate in Estenfeld deutlich angestiegen. So kamen 2015 zehn Kinder mehr zur Welt (44) als ein Jahr zuvor (34). “So kann es gerne weitergehen, liebe Estenfelder”, sagte Bürgermeisterin Rosi Schraud beim Neujahrsempfang der Gemeinde mit einem Schmunzeln. Zugleich regte sie an, in diesem Jahr einige Störche nach Mühlhausen zu schicken, denn dort ist die Geburtenrate gleich geblieben.


Viele weitere Bilder vom Neujahrsempfang der Gemeinde gibt es auf unserer Facebook-Seite: www.facebook.com/estenfeld

Laternenwanderung

05.01.2016


45 Billiarden für eine Treppe
Rauhnachtwanderung des Freundeskreises der Kartause


Zur 3. Laternenwanderung in der Rauhnacht hatte der Freundeskreis der Kartause Estenfeld e. V. eingeladen. Beim einstündigen Rundgang durch den historischen Ortskern erzählte der Prior der Kartause, Johann Baptist Schmal alias Apotheker Benedikt Koch, „Gschichtli“ und Geschichte aus Estenfeld. In diesem Jahr führte die „Prozession“ von der Schafmauer zur neuen Pfarrkirche über das Spätzeck zur Kartause.

Am Gemeindeparkplatz begrüßte der Prior Groß und Klein, diesmal waren es etwa 350 Personen. Erstmals nahmen auch Flüchtlingsfamilien teil. Der Prior hob die Besonderheit der Rauhnächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigsfest hervor. In diesen Nächten ziehen pelzige Dämonen umher. Früher wurden Ställe mit Weihrauch beräuchert, um die bösen Geister zu vertreiben.
Die erste Station der Wanderung war die fürstbischöfliche Schäferei in der Nähe von Rathaus und Kindergarten. Sie wurde 1712 vom Hofkammerdirektor Gallus Jakop als Doppelgebäude mit Scheune errichtet. Ein Teilgebäude wurde 1862 als Kinderbewahranstalt genutzt, aus welcher 1889 der erste Kindergarten der Erlöser-Schwestern entstand. Im Jahre 1967 wurde mit dem Bau des Kindergartens St. Michael ein Teil der Schäfereischeune abgerissen. So entstand die Zufahrt vom Altort in das Neubaugebiet um die St.-Mauritius-Straße. Das Gebäude, das wir heute als Rathaus kennen, wurde 1873 als neue Schule errichtet. Als Rathaus wird es offiziell erst seit 1976 genutzt.
Weiter ging der Weg entlang der Mauer, welche die Schäferei umrandete. „An der Schafmauer“ zeigte Prior Schmal die bauliche Entwicklung von Estenfeld nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Hier entstand durch private Bauträger wie die Eigenheimbau (Eiba, Nürnberg), das St.-Bruno Werk (Würzburg) und die Firma Zapf (Bayreuth) das „neue“ Estenfeld.
Eine weitere Station war die neue Pfarrkirche St. Mauritius. Sie wurde von Pfarrer Wilhelm Barth geplant und errichtet, da die alte Kirche zu klein geworden war. Am 25. Mai 1924 wurde der Bau – nach den Wirren des Ersten Weltkrieges und der Weltwirtschaftskrise von 1922 – feierlich eingeweiht. Aufgrund der Inflation kostete die obere Steintreppe im Jahr 1923 knapp 45 Billiarden Reichsmark.
Das Schulzebergle ist ebenfalls ein historischer Ort. Hier stand ab 1337 die Burg der Brüder Hans und Rüdiger von Espenfeld, die den „Zent“ eingetrieben haben. Die Burg wurde 1525 im Bauernkrieg gestürmt und abgerissen. Der Besitz ging an die Herren von Grumbach über, die jedoch seit 1682 ausgestorben sind. In der Nähe liegt auch das Spätzeck. An der Kreuzung der Bäckerei Rösner war früher der Versammlungsort der Jugend und sozusagen das „soziale Netzwerk“ für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Das Ende der Wanderung durch die Geschichte von Estenfeld fand im historischen Hof der Kartause aus dem Jahre 1668 statt. Seit 1345 waren die Mönche der Kartause Engelgarten aus Würzburg durch Schenkung und Grunderwerb die Dorfherren von Estenfeld. Sie bauten im Jahr 1700 eine Klosterkirche, die im Zuge der Säkularisation 1810 abgerissen wurde. Der vordere Teil der Kartause ist seit 2001 im Besitz der Gemeinde Estenfeld. Ab dem 1. Juli 2016 wird die Gemeinde Alleineigentümerin des 17000 Quadratmeter umfassenden historischen Areals sein. Erstmalig wurde die 300 Quadratmeter große Scheune im hinteren Teil der Öffentlichkeit vorgestellt. Zum Aufwärmen gab es im Hof der Kartause Glühwein, Punsch, Rauhnachtlikör und Gulaschsuppe von den Maltesern.

Mit der Laternenwanderung in der Rauhnacht möchte der Freundeskreis der Kartause Estenfeld für die Reaktivierung der Kartause als dörfliches Zentrum werben.

Grundschule Estenfeld

07.01.2016


Sprache als Schlüssel

zur Integration
Übergangsklasse an der

Grundschule ist gestartet


Die Estenfelder Grundschule hat eine sogenannte Übergangsklasse eingerichtet. Nötig wurde dieser Schritt, weil es immer mehr Schüler gibt, die nur bruchstückhafte oder gar keine Deutschkenntnisse haben. Zwölf Kinder werden derzeit in Estenfeld unterrichtet, darunter sind auch jeweils drei Schüler der Grundschulen Kürnach und Unterpleichfeld.
Die Lehrer von Übergangsklassen verfolgen ein hehres Ziel: Sie wollen die Mädchen und Jungen individuell fordern und fördern, damit diese nach längstens zwei Jahren in eine Regelklasse wechseln können. Grundlage ist dabei der Lehrplan „Deutsch als Zweitsprache“.
Für die Klassleiterin der Estenfelder Übergangsklasse, Martina Hau, stellt diese Arbeit eine besondere Herausforderung dar. Denn die meisten ihrer Schüler leben noch nicht lange in Deutschland. Sie bringen in die Schule einen unterschiedlichen Stand an Sprachkenntnissen sowie verschiedenste Schulbildungen aus ihren Herkunftsländern mit. Manche kamen als Flüchtlinge und haben schwere Zeiten hinter sich, sind traumatisiert. Umso wichtiger ist es für die Grundschule, die Kinder bestmöglich ins Schulleben zu integrieren.
Ein Schultag in der Übergangsklasse endet üblicherweise nach der vierten Stunde. Die Kinder, die in Estenfeld zu Hause sind, machen sich dann auf den Heimweg. Ihre Klassenkameraden, die in umliegenden Ortschaften leben, werden dagegen noch bis 13 Uhr gleich nebenan in der Mittagsbetreuung des Kindergartens St. Elisabeth betreut. So wird die Zeit überbrückt, in der kein Schulbus fährt.
Die Gemeinden hatten zuvor überlegt, extra einen Fahrdienst zu beauftragen. Dieser hätte die Kinder dann schon früher zurück in die Nachbarorte bringen können. Doch nachdem einige Angebote eingeholt worden waren, entschieden die Bürgermeister der betroffenen Kommunen und die Schule, dass eine Betreuung die pädagogisch sinnvollere Lösung sei und außerdem zur weiteren Integration beitrage. Die Vorstandschaft und die Erzieherinnen des Kindergartens erklärten sich gerne bereit, sich um die Schüler zu kümmern.

Für Estenfelds Bürgermeisterin Rosi Schraud ist die Übergangsklasse ein Musterbeispiel, wie Integration gelingen kann. Sie bedankt sich besonders bei Schule und Kindergarten für das zielorientierte Zusammenwirken. Obwohl es für alle Beteiligten noch viel zu tun gibt, könne man schon jetzt von einem ersten Erfolg für die ganze Gemeinde sprechen.

Bus Untere Ritterstraße

12.01.2016


Bessere Busanbindung

für Triebweg-Gebiet

Gemeinderat favorisiert Fahrten

im Stundentakt – Regelung wird probeweise für ein halbes Jahr gelten


Nirgendwo in Estenfeld ist in den letzten Jahren so fleißig gebaut worden wie am Triebweg. Zu den Neubürgern zählen vor allem junge Familien, darunter berufstätige Erwachsene, Studenten und Schüler. Um ihnen den Weg nach Würzburg und zurück zu erleichtern, will die Gemeinde das Wohngebiet besser an das Busnetz anbinden. Einen entsprechenden Vorschlag der Nahverkehr Würzburg-Mainfranken GmbH (NWM) hat der Gemeinderat in seiner Sitzung mit der knappen Mehrheit von 8:7 Stimmen angenommen. Die Regelung gilt nur für ein halbes Jahr auf Probe – dann wird man sehen, ob sie sich bewährt hat.

Die Linien 430 bzw. 431 werden nach den Plänen der NWM das Triebweg-Gebiet künftig von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 19 Uhr in beiden Richtungen im Stundentakt anfahren. Im morgendlichen Berufsverkehr an Schultagen ändert sich vorerst nichts. Immer wenn der Bus eine Schleife über den Triebweg fährt, werden die Haltestellen Wilhelm-Barth-Straße und Untere Ritterstraße (im Bild) nicht bedient. Das bedeutet, dass diese beiden Haltestellen nicht mehr im Halb-Stunden-Takt, sondern im Stunden-Rhythmus angefahren werden.

Die NWM hält dies für verkraftbar. Sie weist in einem Schreiben darauf hin, dass die Bürger, die normalerweise die Haltestelle in der Wilhelm-Barth-Straße nutzen, keinen allzu weiten Weg zur Haltestelle an der B 19 haben. Die Fahrgäste, die sonst an der Unteren Ritterstraße einsteigen, hätten einen Fußweg von maximal 600 Metern zu einer „Alternativ-Haltestelle“.

Für nicht praktikabel hält die NWM den Vorschlag, den ihr die Agenda 21-Gruppe bei einer Sitzung im November unterbreitet hat: eine regelmäßige Anbindung des Triebwegs über die Linien 461 bzw. 441 und 445. Dies gehe nicht, da die Aufgabe dieser Linien nicht primär die Erschließung von Estenfeld sei, argumentiert die NWM. Vielmehr solle der nordöstliche Landkreis (Unterpleichfeld bis Rieden) vernünftig mit Würzburg verbunden werden. Man habe zum Beispiel bei der Linie 461 durch die Herausnahme von Mühlhausen deutliche Verbesserungen bei den Fahrtzeiten erreicht – diese würden „aufgezehrt“, wenn der Bus zusätzlich über den Estenfelder Triebweg fahren würde.

Die NWM bot der Gemeinde jedoch an, dass die Linie 445 den Triebweg sporadisch anfahren könnte. Konkret schlug sie Abfahrtszeiten am Busbahnhof in Würzburg von Montag bis Freitag um 15.30 Uhr sowie um 17.30 Uhr vor. In Richtung Würzburg wären Abfahrtszeiten von Montag bis Freitag um 7.05 Uhr (an schulfreien Tagen), um 8.33 Uhr sowie um 14.40 Uhr denkbar. Bei all diesen Fahrten wäre die Folge, dass der Bus an den Haltestellen B 19 und Röntgenstraße nicht stoppt – wohl aber am Köhlerring, in der Konrad-Adenauer-Straße, am Eichelein und am Triebweg sowie auf Wunsch an einer neu einzurichtenden Haltestelle am neuen Friedhof. Diese Variante erachteten einige Gemeinderäte als Testphase für die bessere, ehe man den Halb-Stunden-Takt für die Untere Ritterstraße und Wilhelm-Barth-Straße aufgebe.

Über diese Option stimmte der Gemeinderat allerdings gar nicht mehr ab. Denn schon vorher fand sich eine Mehrheit dafür, testweise Fahrten im Stundentakt mit den Linien 430 bzw. 431 einzuführen. Die NWM wird nun zu einem Ortstermin in Estenfeld eingeladen. Außerdem soll sie einen konkreten Fahrplanvorschlag erarbeiten und diesen der Gemeinde vorlegen.

12.01.2016


Druckerhöhungsanlage entsteht unweit des Friedhofs


In Mühlhausen wird demnächst eine Druckerhöhungsanlage gebaut. Sie ist nötig, um das Wasser durch das Leitungsnetz in die Hochzone zu pumpen, zu der auch die neu entstehenden Häuser im Baugebiet „Kies IV“ gehören. In seiner Sitzung legte der Estenfelder Gemeinderat den Standort fest, auf dem die Anlage entstehen soll: Dazu wird auf ein gemeindeeigenes Grundstück zurückgegriffen, das sich in der Östlichen Ringstraße in der Nähe des Friedhofs befindet. Für die Anlage wird eine Fläche von etwa 150 Quadratmetern benötigt. Die Kosten liegen bei etwa 200000 Euro brutto.

Abgrenzungsplan

12.01.2016


ISEK: Gemeinde legt Untersuchungsgebiet fest


Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), das derzeit vom Architekturbüro Schröder erstellt wird, geht in seine nächste Phase. Der Gemeinderat legte in seiner Sitzung mehrheitlich (14:1) das Untersuchungsgebiet fest: Es liegt im Bereich zwischen Würzburger Straße und Kartause sowie zwischen Riemenschneiderstraße und der Straße „Am Eichelein“. Im Rahmen der Bestandsaufnahme wird für jedes Grundstück eine so genannte Grundstückskartei angefertigt. Diese erfasst in einem ersten Abschnitt Straße, Haus- und Flurnummer des Anwesens, die Anzahl der Wohnungen und/oder Gewerbebetriebe sowie, ob ein Gebäude genutzt oder ungenutzt ist. Der zweite Abschnitt widmet sich den Gebäuden, die sich auf dem jeweiligen Grundstück befinden. Für jedes einzelne Gebäude werden die wesentlichen Merkmale festgehalten. Dies sind unter anderem Dachform und

-eindeckung, Gebäudenutzung und -zustand, Baualter sowie, wenn vorhanden, historische Baudetails. Zuletzt werden Grundstücksmerkmale kartiert. Hierzu zählen Freiflächen, Grundstückseinfriedungen oder auch die Anzahl von Garagen und sonstigen Stellplätzen. Alle Daten sind nur für den internen Gebrauch bestimmt. Die Vorbereitungen zur Bestandsaufnahme können nach einem zweiten Beschluss des Gemeinderats (15:0), der ebenfalls in der Sitzung gefasst wurde, sofort starten.

Die Untersuchung ist die Grundlage für ein umfassendes Konzept, das Estenfeld den Weg in die Zukunft weisen soll. Am Ende steht als Ziel die Aufnahme der Gemeinde in das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“. Über dieses Programm können Maßnahmen zur Aufwertung des Ortes staatlich bezuschusst werden. Zudem können auch private Bauvorhaben finanziell unterstützt werden.

12.01.2016


Bayernwerk verlegt Gasleitung


Die Bayernwerk AG (Schweinfurt) darf ein Grundstück der Gemeinde Estenfeld am „Unteren Kellermann“ nutzen, um dort eine Gasleitung zu verlegen. In seiner Sitzung stimmte der Gemeinderat der Bestellung einer beschränkten Dienstbarkeit zu (15:0). Die Leitung ist nötig, weil die Nachbargemeinde Kürnach auf ihrer Gemarkung eine gewerbliche Bebauung plant – und ohne Gas läuft dort nichts. Als Entschädigung erhält die Gemeinde eine Summe von 222,80 Euro (1,80 Euro pro Quadratmeter). Auf der kleinen Fläche, die Estenfeld zur Verlegung „freigibt“, wäre eine Bebauung nicht möglich gewesen – zu nahe liegt der Bereich an der gemeinsamen Auffahrt.

Schild B 19

12.01.2016


Schilder sollen auf Gewerbegebiet hinweisen


Die beiden Ortswegweiser, die an der B 19 kurz vor der Ausfahrt Estenfeld stehen, sind aus Sicht der Gemeinde nicht optimal beschriftet. Da darauf ein Pfeil nach rechts in Richtung Estenfeld zeigt, biegen hier auch immer wieder Fahrer ab, die eigentlich ins Estenfelder Gewerbegebiet wollen. Das ist jedoch viel schneller zu erreichen, wenn man auf der Schnellstraße bis zur nächsten Ausfahrt weiterfährt. Die Gemeinde hat sich nun an die Straßenverkehrsbehörde und das Straßenbauamt gewandt mit der Bitte, auf den beiden Schildern eine Ergänzung vorzunehmen: Ein separater Hinweis soll direkt zum Gewerbegebiet führen (siehe Fotomontage). So könnten sicher viele Falschfahrten vermieden werden, sagte Bürgermeisterin Rosi Schraud in der Sitzung des Gemeinderats. Eine Antwort steht noch aus.

Foto PDL-Wechsel

19.01.2016


Seniorenzentrum: Wechsel

der Pflegedienstleitung


Andrea Rückert ist ab sofort Pflegedienstleiterin im Seniorenzentrum Estenfeld. Die bisherige „Chefin“ des 49 Plätze großen Hauses, Sonja Löber, verabschiedet sich in die Elternzeit. Die 40-jährige Andrea Rückert ist keine Unbekannte im Pflegeheim: Seit mehr als zwei Jahren hat sie dort als Stellvertreterin gearbeitet und zusammen mit Sonja Löber einen „gemeinsamen Führungsstil“ erarbeitet, wie sie selbst sagt. „Mir ist es wichtig, dass die Senioren ihre Zeit hier in Würde verbringen können“, sagt Andrea Rückert mit Überzeugung. Rückendeckung bekommt sie ab sofort durch Denny Paul, der sie als Stellvertreter unterstützen wird. Der 28-Jährige ist seit Oktober letzten Jahres im Haus und hat sich seither mit viel Engagement ins Team eingefügt. Bürgermeisterin Rosi Schraud und Geschäftsführer Matthias Rüth wünschten den beiden für ihre neuen Positionen viel Kraft und Erfolg und der bisherigen Pflegedienstleiterin Sonja Löber alles Gute für ihre Aufgaben als zweifache Mutter. Im Bild: (von links) Geschäftsführer Matthias Rüth, stellvertretender Pflegedienstleiter Denny Paul, Pflegedienstleiterin Andrea Rückert und Bürgermeisterin Rosi Schraud.


Foto: Katharina Mann

Letzte Änderung: 18.02.2016 22:15 Uhr