SEPTEMBER 2015

Neue in der VG

01.09.2015


„Neue“ im Estenfelder Rathaus


Die Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft, Bürgermeisterin Rosi Schraud (Estenfeld), begrüßte gemeinsam mit ihren Stellvertretern, Bürgermeister Andreas Hoßmann (Eisenheim) und Bürgermeisterin Birgit Börger (Prosselsheim), sowie der Geschäftsleiterin Ulrike Lang die neuen Mitarbeiter in der Verwaltung. Lena Körner beginnt ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Dominik Sturm unterstützt ab sofort die Kämmerei. Der „ehemalige“ Auszubildende Alex Lomakin hat seine Prüfung erfolgreich abgeschlossen und wurde ins Angestelltenverhältnis übernommen. Im Kreise der Kolleginnen und Kollegen wurden die drei „Neuen“ vom Rathausteam willkommen geheißen. Alle wünschten ihnen viel Freude und Erfolg bei ihrer neuen Tätigkeit.

Espina-Bier

05.09.2015


Bier brauen nach dem Vorbild der Mönche

Freundeskreis der Kartause stellt „Espina“ vor


Beim Sommerabend des Freundeskreises der Kartause wurde dessen neuestes Projekt präsentiert: die „Engelgarten Bräu“. Mit professioneller Unterstützung von Marius Hartmann (im Bild) wurde in einer Kleinserie ein helles Vollbier namens „Espina“ gebraut. Dabei greift der Verein eine Tradition des Bierbrauens der Kartäusermönche auf, die nachweislich in Würzburg und Tückelhausen eine Braustätte betrieben haben. Das „Espina“-Bier war beim Sommerabend in kürzester Zeit ausverkauft.

Am guten Besuch der Veranstaltung zeigte sich, wie groß das Interesse der Estenfelder Bürger am Erhalt und an der Belebung der historischen Substanz der Kartause ist. Der Freundeskreis möchte unter anderem die geschichtliche Bedeutung und das Brauchtum im Bewusstsein der Estenfelder lebendig erhalten. Er will außerdem, dass die Gebäude in der Kartause wieder mit Leben erfüllt werden. Der junge Verein bietet dazu verschiedene Veranstaltungen und Projekte an.

Derzeit läuft die Errichtung eines Bauerngartens. Mit Unterstützung des Bauhofs der Gemeinde und von Dieter Reisinger wird die historische Mauer des Gartens mit Steinen einer alten Scheune neu erstellt. Der Bauerngarten wird vom Obst- und Gartenbauverein bepflanzt. Von der Grund- und Mittelschule soll er dann auch als Schulgarten genutzt werden.

Eine weitere Aktion des Freundeskreises ist die in diesem Jahr ins Leben gerufene Geschichtswerkstatt. Dabei führen die Mitglieder des Vereins eine Zeitzeugenbefragung zum Ende des Zweiten Weltkrieges durch. Aktuell werden Senioren zum Einmarsch bzw. Durchmarsch der US-Amerikaner im Frühjahr 1945 in Estenfeld „interviewt“. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse werden schriftlich festgehalten.

08.09.2015


Gemeinde nimmt sich einen Anwalt

Geplante Öffnung der Wilhelm-Hoegner-Straße beschäftigt erneut Juristen


Im Zusammenhang mit der geplanten Öffnung der Wilhelm-Hoegner-Straße holt sich die Gemeinde Estenfeld juristischen Beistand. Rechtsanwalt Martin Schaut (Würzburg) soll sie künftig mit Rat und Tat unterstützen. So hat es der Gemeinderat in seiner Sitzung mehrheitlich (12:2) beschlossen. Ziel der Gemeinde ist, den angepeilten „Durchstoß“ der Wilhelm-Hoegner-Straße zur alten B 19 hin so bald wie möglich zu verwirklichen.

Genau das will die „Interessensgemeinschaft Wilhelm-Hoegner-Straße“ verhindern, weil sie eine Zunahme des Verkehrs und damit eine Lärmbelastung fürchtet. Die Anwohner hatten sich an die Rechtsanwaltskanzlei Vocke & Partner (Würzburg) gewandt, nachdem der Gemeinderat im Juni beschlossen hatte, den Bebauungsplan zu ändern. In der alten Fassung war die Öffnung der Straße nicht enthalten, in der neuen dagegen schon.

In einem Schreiben vom 12. August hat die Kanzlei Vocke & Partner die Gemeinde informiert, dass sie die Interessensgemeinschaft anwaltlich vertrete. Gleichzeitig bat sie um Akteneinsicht. Die Gemeinde nimmt nun ihrerseits die Dienste von Rechtsanwalt Schaut in Anspruch. Er hatte die Gemeinde bereits vor der Änderung des Bebauungsplans beraten. Außerdem kennt er die gesamte Problematik rund um die Wilhelm-Hoegner-Straße, vor allem im Hinblick auf das Normenkontrollverfahren aus dem Jahr 2004.

08.09.2015


Verwaltungsgericht entscheidet über Klage gegen Gemeinderäte

Neue Entwicklung im juristischen Streit mit Kartausen-Eigentümern


Über die Klage der Familie, der der hintere Teil der Estenfelder Kartause gehört, gegen die Gemeinderatsmitglieder Albin Wolz und Matthias Pfister (beide CSU) wird nun das Verwaltungsgericht Würzburg entscheiden. Das gab Bürgermeisterin Rosi Schraud in der Sitzung des Gemeinderats bekannt. Das Landgericht, das sich zunächst mit dem Fall befasst hatte, reichte diesen nach Prüfung der Rechtslage an das Verwaltungsgericht weiter. Die Begründung: Wolz und Pfister seien nicht als Privatpersonen zu sehen, sondern als Gemeinderäte.

Den beiden wird von der Eigentümerfamilie Verleumdung vorgeworfen. Wolz und Pfister sollen in der Gemeinderatssitzung am 19. Mai gesagt haben, die Familie habe die Gemeinde bei den Verhandlungen über einen Kauf der Kartause „erpresst“. Diese Behauptung haben Wolz und Pfister stets vehement zurückgewiesen.

Bürgermeisterin Schraud beließ es in der Sitzung nicht bei der bloßen Information. Noch einmal machte sie deutlich, dass sie von Teilen des Gemeinderats mehr Unterstützung für Wolz und Pfister erwartet hätte. „Ich finde es sehr schade, dass wir hier nicht die Chance genutzt haben, uns als Gremium geschlossen zu zeigen“, sagte sie.

Ohne es konkret zu erwähnen, sprach sie damit das Verhalten der Fraktionen von SPD und UWG in der Sitzung am 14. Juli an. Wolz und Pfister hatten damals den Antrag gestellt, die Kaufverhandlungen zur Kartause vorläufig auszusetzen - und zwar so lange, bis die Beschuldigung der Verleumdung „zurückgenommen oder entschieden“ ist. Der Antrag wurde dann jedoch mit der Stimmenmehrheit von SPD und UWG von der Tagesordnung gestrichen. Deren Argument: Bei den Anschuldigungen handele es sich um eine reine Privatangelegenheit.

08.09.2015


Logistikterminal: Große Vordächer stören nicht


Im Industriepark Kürnach hat die Spedition Geis ein neues Logistikterminal errichtet, das auch Mühlhäuser Gemarkung tangiert. Die großen Vordächer auf der Seite des Ladehofs ragen mehrere Meter über die Baugrenze, was dem Bebauungsplan eigentlich widerspricht. Das Landratsamt hatte die Gemeinde Estenfeld deshalb darauf hingewiesen, dass hier nachträglich noch eine formelle Befreiung nötig sei. Diese wurde nun in der Gemeinderatssitzung mehrheitlich (13:1) erteilt. Der „Überhang“ stelle keine Beeinträchtigung für die Allgemeinheit dar, da er nur auf private Verkehrsflächen reicht, hieß es.

Symbolbild Flüchtlinge

08.09.2015


Mehr Platz für Flüchtlinge

Im Gewerbegebiet werden Wohncontainer errichtet


In Estenfeld wird zusätzlicher Wohnraum für Flüchtlinge geschaffen. In der Otto-Hahn-Straße 14 - dort, wo sich die Firma Caravan Rudolph befand - werden mehrere Wohncontainer errichtet, die Platz für etwa 20 Menschen bieten sollen. Den Bauantrag von Alfred Sendner genehmigte der Gemeinderat einstimmig (14:0). Auf dem Privatgelände im Gewerbegebiet wurde bereits Ende des vergangenen Jahres eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet. Darin leben laut Einwohnermeldeamt derzeit 45 Menschen, davon sind 13 Kinder. Das Landratsamt hatte vor Kurzem bei der Gemeinde angefragt, ob in Estenfeld nicht noch mehr Flüchtlinge beherbergt werden könnten. Die Gemeinderäte wollten ihre Unterstützung angesichts der aktuellen dramatischen Situation nicht verwehren. Allerdings legten sie in ihrem Beschluss Wert auf die Formulierung, dass die Container nur ein „Provisorium“ sein sollten, die „zweckgebunden für Asylsuchende“ bestimmt seien. Wenn sich die Lage gebessert habe und die Container nicht mehr benötigt werden, müssten sie „zeitnah zurückgebaut werden“.

Westumgehung

08.09.2015


Kreisel oder abknickende Vorfahrt?

Gemeinderäte diskutieren über geeignete Lösung für Kreuzung Westumgehung/Würzburger Straße


Die CSU-Fraktion hat in der Gemeinderatssitzung den Antrag gestellt, die Kreuzung Westumgehung/Würzburger Straße zu einem Kreisel umzubauen. Johannes Streit, der für den abwesenden Fraktionsvorsitzenden Albin Wolz sprach, begründete den Vorschlag damit, dass die Verkehrssituation an der Einmündung derzeit „unbefriedigend“ sei. Autofahrer, die von der Westumgehung auf die Würzburger Straße einbiegen wollen, hätten dabei oft große Schwierigkeiten. Dafür gebe es zwei Gründe: Viele Autofahrer seien auf der vorfahrtsberechtigten Würzburger Straße oft viel zu schnell, außerdem sei die Sicht von der Westumgehung kommend wegen der Leitplanken sehr schlecht.

Ein Kreisel würde hier Abhilfe schaffen, sagte Streit – und er wäre eine bessere Lösung als eine Änderung der Vorfahrtsregelung an der Abzweigung zur Westumgehung. Für eine abknickende Vorfahrt hatte die SPD-Fraktion schon mehrmals geworben. Derzeit können Fahrzeuge, die aus Würzburger Richtung kommen, an der fraglichen Kreuzung einfach geradeaus weiterfahren. Im Falle einer Neuregelung müssten sie warten, wenn sich ein Auto von der Westumgehung nähert, weil dieses dann Vorfahrt hätte. Auch wer Estenfeld auf der Würzburger Straße verlässt, müsste an der Einmündung dem Verkehr von der Westumgehung Vorrang gewähren.

SPD-Fraktionsvorsitzender Günther Grimm zeigte sich verwundert über den Antrag der CSU. Er erinnerte daran, was das eigentliche Ansinnen seiner Fraktion gewesen sei: die Entlastung der Würzburger Straße. Ein Kreisel erfülle diesen Zweck sicher nicht, sagte er. Außerdem gab Grimm zu bedenken, dass ein Kreisel vergleichsweise teuer sei – er sprach von einem „mindestens sechsstelligen Betrag“. Der Bau dauere lange – und dann müsse die Gemeinde sich auch die Frage stellen, ob ein Kreisel an dieser Stelle noch sinnvoll sei, wenn die Wilhelm-Hoegner-Straße zur Würzburger Straße hin geöffnet werde.

Die Idee, einen Kreisel zu errichten, sei ihm „grundsätzlich sympathisch“, sagte UWG-Fraktionsvorsitzender Jens Dietzsch. Allerdings kam ihm der Vorschlag etwas zu früh. Erst sollte das Thema Wilhelm-Hoegner-Straße geklärt werden, forderte er.

Nach längerer Diskussion stimmten die Gemeinderäte über den CSU-Antrag ab – allerdings nicht in seiner ursprünglichen Form, sondern in einer leicht veränderten Fassung. Mit 12:2 Stimmen wurde beschlossen, den Umbau der Kreuzung Westumgehung/Würzburger Straße zu einem Kreisel von einem Ingenieurbüro prüfen zu lassen.

Genau das gleiche Ergebnis gab es, als es um die Einführung der abknickenden Vorfahrt ging. Die Regelung soll zunächst nur zeitlich begrenzt gelten. Dieser „Probelauf“ soll möglichst bald gestartet werden. Es ist nur von der Witterung abhängig, wann die Markierungen aufgebracht werden können. Hierzu muss der Straßenbelag trocken sein.

Bürgermeisterin Rosi Schraud (CSU) sagte, ihr sei es sehr wichtig, Autofahrer mit Hilfe einer fest installierten Straßenbeleuchtung auf die geänderte Vorfahrt aufmerksam zu machen. So könnte bei Dunkelheit die Gefahr verringert werden, dass es zu Unfällen kommt. Die Abstimmung über Schrauds Antrag endete mit einem 7:7-Patt, damit war er abgelehnt.

Silvia Fischer (CSU) hatte ebenfalls einen Antrag gestellt. Sie klagte darüber, dass trotz vieler vernünftiger Einzelvorschläge noch immer kein verkehrsplanerisches Gesamtkonzept vorliege. Ihre Forderung: Der Gemeinderat sollte endlich eine Strategie entwickeln, „in die alle guten Ideen eingeflochten werden“. Mit diesem Vorstoß fand sie einstimmig Gehör (14:0).

08.09.2015


Gemeinde erprobt Verkehrsüberwachung


Viele Autofahrer parken in Estenfeld, wie und wo es ihnen gefällt. Auch die geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen sind vielen ziemlich egal. Um mit solchen Park- und Temposündern fertig zu werden, plant die Gemeinde die Einführung einer Verkehrsüberwachung. Das gab Bürgermeisterin Rosi Schraud in der Gemeinderatssitzung bekannt. Bevor mit einer externen Firma ein Vertrag geschlossen wird, soll aber erst einmal eine Art „Testlauf“ stattfinden. Dabei will die in Frage kommende Firma über einen gewissen Zeitraum überprüfen, ob sich eine dauerhafte Kontrolle in Estenfeld wirklich lohnt. Wann sie ihre Probemessungen durchführt, bleibt natürlich geheim. Wer dabei erwischt wird, muss keinen Strafzettel fürchten. Doch mit der Kulanz ist es vorbei, wenn die Firma dann mit einem offiziellen Vertrag für die Gemeinde tätig wird.

Kreisel Estenfeld

11.09.2015


Kreisel soll wieder aufblühen


Der Kreisel an der Weißen Mühle in Estenfeld soll sich auch im kommenden Jahr wieder in ein buntes Farbenmeer verwandeln. Zu diesem Zweck wird der gemeindliche Bauhof im Herbst neue Blumenzwiebeln einpflanzen, vor allem im Randbereich. Hier war in diesem Jahr eine Blütenmischung eingesät worden, von der sich die Gemeinde nach dem naturgemäßen Abblühen der Narzissen allerdings mehr erhofft hatte. Schuld daran, dass die Blütenmischung nicht ihre ganze Pracht entfaltet hat, waren vor allem die lang anhaltende Hitze und der fehlende Regen. Weil die vertrockneten Blumen kein schönes Bild abgaben, hat der Bauhof die Wiese am Kreisel komplett gemäht. Zur Mitte des Kreisels hin sind im Herbst kaum Nachbesserungen nötig, da die Narzissen, die im Frühjahr eingesetzt wurden, zehn bis 15 Jahre lang immer im Frühling aufblühen. Erst danach wäre ein Austausch nötig.

Beachvolleyball-Turnier

12.09.2015


„Salop gelopt“ gewinnt Beachvolleyball-Turnier
Neuer Platz wurde offiziell eröffnet


Mit einem Turnier ist der neu gestaltete Beachvolleyballplatz in Estenfeld offiziell eröffnet worden. Zehn Mannschaften mit insgesamt über 60 Spielerinnen und Spielern nahmen bei herrlichem Spätsommerwetter daran teil. Sie spielten in zwei Fünfer-Gruppen jeder gegen jeden. Die jeweils zwei Gruppenbesten kamen ins Halbfinale, danach fanden die Platzierungsspiele statt.
Sieger des Turniers wurde das Team „Salop gelopt“ mit Spielern aus Waigolshausen, Schwanfeld und Giebelstadt. Sie gewannen im Endspiel gegen die „Buhls“ und bekamen als Hauptpreis Gutscheine zum 3D-Bogenschießen im Kletterwald Weiherhof bei Zirndorf.
Im „kleinen Finale“ setzten sich „Die Angriffsbagger“ gegen das Team „Sonnenbrand“ durch. Auf den weiteren Plätzen landeten die „Beach Boys“ (5.), EBU (6.), die KJG Estenfeld (7.), die „Kachel Crew“ (8.), die „Estenfelder Sandflöhe“ (9.) und die Feuerwehr (10.).
Organisiert wurde das Turnier von der KJG Estenfeld. Sie hatte nicht nur die Idee dazu und kümmerte sich um den gesamten Ablauf, sondern versorgte auch die Sportler und Zuschauer mit Essen und Getränken. Die Hauptverantwortung lag in den Händen von Florian Heckelmann: Er hatte die Einladung formuliert, die Anmeldungen entgegengenommen, war Ansprechpartner in allen Bereichen und übernahm beim Turnier selbst auch die Moderation. Bürgermeisterin Rosi Schraud dankte Heckelmann und der gesamten KJG für deren Einsatz.
Bevor die ersten Partien angepfiffen wurden, hatte Schraud daran erinnert, wie es dazu kam, dass es in Estenfeld nun zwei Beachvolleyballfelder gibt. Ursprünglich sollte nur das bestehende Feld erneuert werden. Doch dann kam Stefan Reitzenstein, von Beruf Sportlehrer, auf die Idee, den Platz um ein zweites Feld für Beachvolleyball, Beachsoccer und Beachhandball zu erweitern. Er erklärte sich sogar bereit, Geldspenden dafür zu sammeln — ein Engagement, für das ihn Schraud nun noch einmal sehr lobte.
Etwa 2000 Euro kamen an Spenden zusammen. Von der Raiffeisenbank gab es 500 Euro, die Sparkasse unterstützte das Projekt sogar mit 1000 Euro. Den Scheck übergab Sparkassen-Gebietsdirektor Burkhard Ziegler am Rande des Turniers an Bürgermeisterin Schraud und ihren Stellvertreter Joachim Sadler.
Die Gesamtkosten für die Erneuerung und Erweiterung des Platzes lagen bei etwa 37000 Euro. Davon hat der Bauhof Eigenleistungen im Gegenwert von 16000 Euro erbracht. Insgesamt wurden nach Angaben von Bauhofleiter Jürgen Fottner 327 Tonnen zertifizierter Beachvolleyball-Sand sowie 150 Tonnen Drainage-Kies verbaut. Auch an Fottner richtete die Bürgermeisterin ihren Dank, denn er habe sich auch ganz „persönlich sehr in diese Baumaßnahme eingebracht“.

Beim Turnier waren auch die Estenfelder Malteser vor Ort. Sie hätten helfen können, wenn sich jemand bei den Spielen verletzt hätte — doch das war glücklicherweise nicht der Fall.


Viele weitere Bilder vom Eröffnungsturnier gibt es auf unserer Facebook-Seite:

www.facebook.com/estenfeld

Ehrung Grimm

16.09.2015


Kommunale Verdienstmedaille in Silber für Günther Grimm
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ehrt langjährigen SPD-Gemeinderat


Hohe Auszeichnung für Günther Grimm (links): Der langjährige Estenfelder SPD-Gemeinderat wurde in Nürnberg von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (rechts) mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Silber geehrt. Grimm gehört dem Gemeinderat seit 43 Jahren ohne Unterbrechung an, davon hat er 37 Jahre als SPD-Fraktionssprecher besondere Verantwortung übernommen. Im Kreistag des Landkreises Würzburg brachte er zudem über acht Jahre seine weitreichenden kommunalpolitischen Erfahrungen ein und wirkte somit über Estenfeld hinaus.
Große Verdienste hat sich Grimm auch in der Kulturpflege erworben. Denn er setzte sich als Leiter des örtlichen Spielmannszuges nachhaltig für dessen Förderung ein. Überhaupt lagen Grimm besonders die Vereine am Herzen. Beim größten Verein seiner Heimatgemeinde, der TSG Estenfeld, leistete er 25 Jahre lang als Vorstand wertvolle Arbeit.
In seiner Laudatio sagte Innenminister Herrmann, Grimm habe all seine Ämter mit großem persönlichem Engagement wahrgenommen und in seiner bisherigen Mandatszeit Vieles bewegen können. Durch seine geradlinige Art sei es Grimm gelungen, in den kommunalen Gremien zielgerichtet auf Probleme hinzuweisen. Als Gemeinderat habe Grimm an für Estenfeld wichtigen Projekten mitgewirkt, wie dem Bau und der Ausstattung von Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen sowie der Schaffung einer Friedhofsanlage. Mit der Ausweisung von Baugebieten sei unter Beteiligung Grimms der Grundstein dafür gelegt worden, dass die Gemeinde sowohl bei der Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe als auch bei der Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Wohnbauland gut aufgestellt ist. Die verkehrliche Situation in Estenfeld sei durch die Anbindung an die B 19 und den Bau der Ortsrandstraßen verbessert worden.
Joachim Sadler, der Ortsvorsitzende der SPD und 2. Bürgermeister von Estenfeld, fand ebenfalls lobende Worte für Günther Grimm. Er sei stolz und froh darüber, einen so erfahrenen „alten Hasen“ in der Fraktion zu wissen, sagte Sadler.

Neben Grimm wurden in Nürnberg noch zehn weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung ausgezeichnet. Der 68-jährige Estenfelder war jedoch der einzige Geehrte aus Unterfranken.

Mehrzweckhalle Beleuchtung

18.09.2015


Neue Beleuchtung für Mehrzweckhalle
LED-Lampen sollen Energie und Geld sparen – und obendrein die Umwelt schonen


Die Mehrzweckhalle an der „Weißen Mühle“ ist richtig gut ausgelastet. Bürger aus Estenfeld, aber auch Auswärtige treffen sich dort zum Sport, zu kulturellen Veranstaltungen oder anderen gesellschaftlichen Ereignissen. Jetzt, da die kalte und dunkle Jahreszeit bevorsteht, steigt der Energieverbrauch in dem gemeindeeigenen Gebäude wieder an. Denn es muss geheizt werden und vor allem in den Abendstunden wird auch vermehrt elektrisches Licht gebraucht.

Die Beleuchtung in der Estenfelder Halle ist so alt wie das Gebäude selbst: 28 Jahre. Verglichen mit dem, was heute technisch möglich ist, „frisst“ sie sehr viel Strom. Erschwerend kommt hinzu, dass manche Deckenleuchten inzwischen ihren Dienst versagen. Sie auszutauschen, ist nicht möglich, weil es keinen Ersatz mehr gibt. Die Gemeinde wird deshalb aktiv: Die alten Leuchtkörper kommen weg, neue LED-Lampen werden installiert. „Wir werden dadurch nicht nur Energie und Geld sparen, sondern auch einen Beitrag leisten, um die Umwelt zu schonen“, sagt Bürgermeisterin Rosi Schraud.

Mit dem geplanten Austausch geht die Gemeinde ihren Weg konsequent weiter, den sie im Februar eingeschlagen hat. Damals hat der Gemeinderat einstimmig die Umsetzung des Energiekonzeptes beschlossen. Umweltexperten hatten ermittelt, in welchen Gemeindegebäuden die größten Einsparpotenziale bestehen – die Mehrzweckhalle rangiert in der Liste weit oben.

Das Erfreuliche aus Gemeindesicht: Die Erneuerung der Beleuchtung wird gefördert. Möglich wurde dies dank der „Klimaschutzinitiative“, mit der der Bund Klimaschutz-Projekte in kommunalen Einrichtungen finanziell unterstützt. Die Gemeinde hatte im Frühjahr den Antrag auf Aufnahme in das Förderprogramm gestellt – am 23. Juni erhielt sie den positiven Bescheid aus Berlin. In Zahlen bedeutet das: Von den Gesamtkosten in Höhe von 58 363 Euro netto werden 17 509 Euro vom Staat übernommen, die Gemeinde Estenfeld muss also 40 854 Euro aus Eigenmitteln bezahlen.

Dass es mit der Förderung geklappt hat, daran habe Lisa Krein, die bei der Gemeinde für Bauprojekte zuständig ist, einen entscheidenden Anteil, lobt die Bürgermeisterin. Krein habe sich sehr intensiv mit der „Klimaschutzinitiative“ beschäftigt. Auch habe sie an einem Informations- und Vernetzungstreffen aller Antragsteller in Frankfurt teilgenommen. „Dort waren in erster Linie Vertreter von Großstädten. Estenfeld war mit Abstand die kleinste Kommune“, erinnert sich Krein. Umso mehr freuen sich Schraud und Krein, dass auch Estenfeld Geld aus dem Fördertopf bekommt.

Um das Projekt in der Mehrzweckhalle zu verwirklichen, hat die Gemeinde genau ein Jahr Zeit. Sie muss bis zum 31. August 2016 fertig sein, nur dann gibt es die volle staatliche Förderung. Um das Beleuchtungskonzept zu erstellen, braucht die Gemeinde einen Fachplaner. Die Lieferung und die Montage der Beleuchtungskörper sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden, voraussichtlich im Frühjahr 2016 sollen die Arbeiten dann beginnen. Bürgermeisterin Schraud kündigt an, sie wolle so viel wie möglich in den Ferienzeiten erledigen lassen. „So können wir die Einschränkungen für die Hallennutzer gering halten.“


Mehrzweckhalle-Logo Förderung


Weiterführende Informationen zur Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums finden Sie unter www.klimaschutz.de.


Im Bild oben: (von links) Hausmeister Bernd Michel, Bürgermeisterin Rosi Schraud und Lisa Krein, bei der Gemeinde zuständig für Bauprojekte

Flüchtlinge-Deutschkurs

21.09.2015


Entschlossen, nicht entmutigt

Ehrenamtliche Helfer geben Flüchtlingen in Estenfeld Deutsch-Unterricht


Sie stammen aus Syrien, Albanien, der Ukraine und dem Kosovo: Dutzende Flüchtlinge, darunter viele Kinder, sind derzeit in Estenfeld untergebracht. Ihre Heimat haben diese Menschen verlassen, weil dort Armut oder gar Krieg herrscht. In Deutschland hoffen sie ihr Glück zu finden – und dazu wollen sie die Sprache lernen, um sich möglichst schnell in die Gesellschaft zu integrieren und ein eigenständiges Leben führen zu können. Damit dieser Weg nicht so steinig wird, geben den Flüchtlingen in Estenfeld mehrere Bürgerinnen und Bürger Deutsch-Unterricht, die meisten von ihnen sind pensionierte Lehrer. Nun fand die erste Stunde statt. Ein Erfahrungsbericht.


Ein Raum in der Flüchtlingsunterkunft in der Otto-Hahn-Straße. Behelfsmäßig wurden ein paar Tische zusammengerückt, drumherum Stühle aufgestellt – wer darauf keinen Platz mehr findet, der darf sich auf die Couch setzen. Eine richtige Wandtafel gibt es noch nicht, aber die provisorisch aufgeklebte gelbe Folie erfüllt ihren Zweck auch. Einer der Lehrer, der seinen Namen – wie seine „Kollegen“ auch – nicht unbedingt in der Öffentlichkeit genannt haben möchte, schreibt mit einem dicken schwarzen Stift die ersten Worte auf die Folie. „Guten Morgen! Ich heiße... Wie heißt Du?“

Zum Auftakt gibt es also eine Vorstellungsrunde – so wie das in dem 48-seitigen Heft mit dem Titel „Deutschkurs für Asylbewerber – Thannhauser Modell“ vorgesehen ist. Jeder Flüchtling hat vor Unterrichtsbeginn sein persönliches Exemplar erhalten. Die Kosten für die Hefte wurden von der Gemeinde Estenfeld komplett übernommen. „Der Schlüssel zur Integration ist einfach die Sprache, sie dient dem besseren Verständnis untereinander und somit auch dem Zusammenleben miteinander“, sagt Bürgermeisterin Rosi Schraud, die zum Beginn der ersten Unterrichtsstunde gekommen ist.

Das Lehrkonzept, das „Thannhauser Modell“, wurde entwickelt von zwei ehemaligen Schulleitern aus Thannhausen, einer bayerisch-schwäbischen Gemeinde im Landkreis Günzburg. Die beiden Pensionäre wollten Flüchtlingen Sprachunterricht geben, fanden aber keine speziellen Unterrichtsmaterialien. Deshalb entwickelten sie kurzerhand ein eigenes Arbeitsheft – das nun deutschlandweit reißenden Absatz findet.

Schon bei der Vorstellungsrunde in Estenfeld fällt auf: Die sprachlichen Grundvoraussetzungen der etwa 20 erwachsenen „Schüler“ könnten unterschiedlicher kaum sein. Es gibt Flüchtlinge, die bereits ganz gut Deutsch können und darauf zu Recht ein bisschen stolz sind. Manche beherrschen die englische Sprache, wodurch sich Brücken bauen lassen. Andere tun sich vergleichsweise schwer, selbst das „Guten Morgen!“ kommt ihnen nur mit viel Mühe über die Lippen. Fast ein wenig verschämt, als ob dies ein Makel wäre, bekennt sich jemand dazu, weder lesen noch schreiben zu können. „Vor uns liegt hier noch sehr viel Arbeit“, wird eine ehemalige Lehrerin im „Kollegenkreis“ nach der Unterrichtsstunde sagen. Das klingt dann aber nicht entmutigt, sondern entschlossen.

Nachdem jeder der Flüchtlinge seinen Namen in einem deutschen Satz genannt hat, werden Kugelschreiber und linierte Hefte verteilt. Außerdem bekommt jeder einen farbigen Karton, die Männer einen in Blau, die Frauen einen in Rosa. Darauf soll jeder seinen Vor- und Nachnamen schreiben und darunter das Herkunftsland. Das dient dem gegenseitigen Kennenlernen, denn unter den Flüchtlingen aus verschiedenen Nationen sind nicht alle so gut miteinander vertraut. Für die Lehrerinnen und Lehrer dienen die Namensschilder als kleine Gedächtnisstütze.

Ab jetzt geht es in einzelnen Gruppen weiter. Denn so unterschiedlich die Fähigkeiten der „Schüler“ sind, so unterschiedlich sind ihre Bedürfnisse. Eine Lehrerin wiederholt mit einigen Flüchtlingen immer und immer wieder die Sätze „Ich heiße ... und komme aus ... Wie heißt du? Woher kommst du?“ Unterdessen erzählt am anderen Tischende ein junger Albaner, der gerade mal sieben Monate in Deutschland lebt, mit breitem Wortschatz, dass er mit seiner Frau und den drei Kindern nach Deutschland gekommen sei, dass er gerne als Gärtner arbeiten möchte und dass er nachher noch mit Freunden aus der Unterkunft zum Fußballspielen gehen werde. Toni Kroos sei sein absoluter Lieblingsspieler, sagt er. Auf der gleichen Position wie Kroos, im Mittelfeld, habe er früher auch bei seinem Heimatverein in Albanien gespielt.

So wie ein Fußballmatch geht auch die Premieren-Doppelstunde nach 90 Minuten zu Ende. Lehrer und „Schüler“ verabschieden sich voneinander, alle verlassen nach und nach den Raum. Ein junger Syrer bleibt allerdings noch einen Augenblick stehen, denn er hat noch etwas auf dem Herzen. Höflich bedankt er sich bei der Lehrerin, die sich nun eine ganze Weile alleine mit ihm beschäftigt hat. Dann sagt er, er habe es eilig, denn er müsse seine Schwester zum Zahnarzt begleiten. Er muss nicht zur Kontrolle? „Nein“, sagt er und lächelt wie zum Beweis so breit, dass man seine Zähne sehen kann.

Am Eingang der Unterkunft hängt eine Metalltafel. Darauf stehen die nächsten Unterrichtstermine. Schon morgen, am Dienstag um 9 Uhr, geht es weiter. Dann am Mittwoch, am Donnerstag ist ein Tag Pause, und am Freitag wird noch einmal gemeinsam gelernt. An jedem der vier „Schultage“ pro Woche kommen andere Lehrerinnen und Lehrer in die Unterkunft. Insgesamt haben sich über 15 Ehrenamtliche bereit erklärt, den Flüchtlingen Deutsch beizubringen. Der tägliche Wechsel bringt den Lehrern den Vorteil, dass ihre freiwillige Hilfeleistung für sie nicht zum „Vollzeitjob“ wird. „Andererseits frage ich mich, ob es so gut ist, dass morgen jemand anders den Unterricht hält“, sagt eine Lehrerin nachdenklich. „Eigentlich müssten wir, die wir heute begonnen haben, weiter am Ball bleiben. Denn wir haben heute die Stärken und Schwächen der Flüchtlinge bereits kennen gelernt.“

Bürgermeisterin Rosi Schraud ist sehr angetan von dem Engagement der Lehrer. Doch nicht nur davon: „Es gibt in unserer Gemeinde noch unzählige weitere stille Helfer, die sich in der Unterkunft in Estenfeld einbringen, wie zum Beispiel die evangelische Kirchengemeinde oder den Malteser-Hilfsdienst, der die Flüchtlinge mit allen Dingen versorgt, die sie benötigen“, sagt Schraud. „Wir Estenfelder können stolz darauf sein, dass sich so viele Ehrenamtliche für die Menschen, die hier untergebracht sind, einsetzen.“

Letzte Änderung: 06.10.2015 23:15 Uhr