MAI 2015

Kümmert bei Haas

02.05.2015


Kümmert singt zur Eröffnung

Sanitätshaus Haas im

Estenfelder Gewerbegebiet


In den Wochen vorher hatte er einige Auftritte abgesagt, teilweise sogar ohne Begründung, und damit die Veranstalter verärgert. Doch zur Eröffnung des Sanitätshauses Haas im Gewerbegebiet in Estenfeld kam Andreas Kümmert — der echte, wohl gemerkt. Kümmert, der seinen Gitarristen Tobias Niederhausen mitgebracht hatte, scherzte auf der Bühne zwar, hier spiele "das europaweit einzige Andreas-Kümmert-Tribute-Duo". Der richtige Andreas Kümmert befinde sich auf den Bahamas. Doch das stimmte natürlich nicht, denn so gut konnte kein Tribute-Duo sein. Kümmert, Gewinner der Fernseh-Castingshow "The Voice Of Germany" 2013 und Beinahe-Teilnehmer beim Finale des Eurovision Song Contest, begeisterte Hunderte Fans. Neben Kümmert spielte bei der Eröffnung auch die Inklusionsband "MOSAIK feat. Steffi List" der Mainfränkischen Werkstätten. Statt eine Gage an die Musiker zu zahlen, unterstützte das Sanitätshaus Haas das Benefizprojekt "Mainfranken helfen Mainfranken", das Menschen fördert, die besonders dramatische Schicksale erleiden mussten. Neben dem Konzert fand ein buntes, generationsübergreifendes Rahmenprogramm rund um Gesundheit und Bewegung statt. Dazu gehörten ein E-Scooter-Hindernisparcours, Rollstuhl-Wettrennen, Handbike-Testfahrten und vieles mehr. Außerdem gab es einen großen Kinderspielbereich und Infostände zum Thema Inklusion. Im Rahmen des offiziellen Aktes am Vormittag mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und dem sozialen Bereich wurde das Gebäude konfessionsübergreifend gesegnet.

Diskussion Kartause

19.05.2015


Kartause: Gemeinde macht

Eigentümern neues Angebot
Hinterer Teil des Areals soll 810000 Euro kosten — Abstimmung im Gemeinderat endete knapp


So viele Zuhörer hat es bei einer Gemeinderatssitzung wohl noch nie gegeben: Über 50 Bürger waren in den Sitzungssaal des Estenfelder Rathauses gekommen (im Bild). Ihr Interesse galt dem ersten Punkt auf der Tagesordnung, in dem es um die Zukunft der Kartause ging. Mit der knappen Mehrheit von 9:8 Stimmen entschied das Gremium, dass die Gemeinde auch den hinteren Teil der Kartause kaufen solle — und zwar zum Preis von 810000 Euro. Das Interesse sei den Eigentümern, der Familie Keller, spätestens bis zum 31. Mai mitzuteilen. Die genauen Modalitäten des Erwerbs müssten noch geklärt werden.
Den Antrag hatte die SPD-Fraktion gestellt. Ihr Sprecher Günther Grimm sagte, es sei „fünf vor zwölf“, da die Familie Keller auf ihrem Grundstück bereits „im großen Stile“ plane, wie sie auch jüngst beim Tag der offenen Tür demonstriert habe. Würde sie ihr Vorhaben — angedacht ist ein Reiterhof mit Stallungen und Ferienwohnungen — in die Tat umsetzen, ginge der Gemeinde „ein wichtiges geschichtsträchtiges Objekt in seiner Gesamtheit für immer verloren“. Der vordere Teil der Kartause, der sich seit dem Jahr 2001 im Besitz der Gemeinde befindet, wäre dann nach Ansicht der SPD „wertlos“ und nur noch bedingt nutzbar.
Grimm regte an, die Summe, die die Familie Keller in den jüngsten Verhandlungen gefordert und dabei als ihr „letztes Angebot“ bezeichnet habe, in zwei Raten zu bezahlen. Die erste Rate über 400000 Euro könnte noch in diesem Jahr über einen Nachtragshaushalt finanziert werden, die zweite Rate über 410000 Euro sollte man dann im Haushalt 2016 vorsehen. Für „viel Geld“ werde die Gemeinde auch viel bekommen, sagte Grimm. Der Gegenwert sei „auf jeden Fall vorhanden“.
Die Gefahr, dass das gesamte Kartausen-Areal „entwertet“ werde, wenn die Familie Keller ihre Pläne verwirklicht, sah auch die UWG. In diesem Fall ginge ein historisches Ensemble für immer verloren, obwohl dort so viel Schönes für die Estenfelder Bürger entstehen könnte, sagte Fraktionssprecher Jens Dietzsch. Er plädierte deshalb ebenfalls dafür, rasch zu handeln.
Auch die CSU möchte gerne mehr aus der Kartause machen — allerdings plädierte sie für ein überlegteres Vorgehen. Fraktionssprecher Albin Wolz warnte davor, dass die Gemeinde sich künftig viel schwerer bei Grundstücksverhandlungen tun werde, wenn die SPD mit ihrem Antrag Erfolg habe. Er forderte deshalb, den Tagesordnungspunkt nichtöffentlich zu behandeln, wie das bei derartigen Angelegenheiten üblich sei. Wolz übte Kritik am Zweiten Bürgermeister Joachim Sadler (SPD), der Bürgermeisterin Rosi Schraud (CSU) in der Zeit vor der Gemeinderatssitzung im Rathaus vertreten hatte. Am 4. Mai sei ein Schreiben des Landesamts für Denkmalpflege eingegangen, das Sadler eigentlich an alle Gemeinderäte hätte weiterleiten müssen — dies habe er jedoch nicht getan. In ihrer Stellungnahme erklärt die Behörde, dass sie die Pläne der Familie Keller überaus kritisch sehe. Sadler erwiderte, er habe das Schreiben zurückgehalten, weil er abwarten wollte, bis die Bürgermeisterin aus dem Urlaub zurück ist.
Noch deutlichere Worte als Wolz fand die Bürgermeisterin: Sie sagte, es wäre ein „fatales Signal“, wenn die Mehrheit des Gemeinderates der geforderten Kaufsumme zustimmen würde. Denn: „Wir unterwerfen uns damit einem Preisdiktat.“ Schraud erinnerte daran, dass die Gemeinde in der nächsten Zeit Flächen erwerben wolle, um das Gewerbegebiet zu erweitern. Zudem würden im Rahmen der Städtebauförderung auch im Altort Grundstücke benötigt. „Hier hätten wir künftig eine viel schlechtere Verhandlungsposition“, sagte sie.
Schrauds Forderung: Mit der Familie Keller sollten weitere Verhandlungen geführt werden — mit dem Ziel, dass sich Gemeinde und Eigentümer in finanzieller Hinsicht noch ein Stück aufeinander zubewegen. Im Landkreis Würzburg gebe es Gebäude mit vergleichbarer Bedeutung, die für einen weitaus geringeren Betrag veräußert worden seien. Als Beispiele nannte Schraud das Schloss Giebelstadt und den Wöllrieder Hof.
Die Bedenken hinsichtlich einer möglichen Bebauung der Kartause durch die Familie Keller teilte Schraud nicht im gleichen Ausmaß wie die Ratsmitglieder von SPD und UWG. Schraud erinnerte an das kritische Schreiben des Landesamts für Denkmalpflege und daran, dass eine Genehmigung durch das Landratsamt ebenfalls noch nicht vorliege. Für die Stallungen hätten die Kellers noch nicht einmal einen Bauantrag gestellt.
Nach einer fast eineinhalbstündigen, teils erbittert geführten Diskussion wurde abgestimmt. Die komplette SPD-Fraktion (6) stimmte für ihren eigenen Antrag, alle UWG-Räte (3) schlossen sich an — die CSU (8) votierte dagegen.

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung entschieden die Räte, die Finanzierung in zwei Raten in den Jahren 2015 und 2016 zu stemmen.

Windrad

19.05.2015


Windpark-Pläne:

Bürger werden befragt


In Mühlhausen wird demnächst eine Bürgerbefragung stattfinden. Dabei sollen die Wahlberechtigten in dem Estenfelder Ortsteil darüber abstimmen können, wie sie zu möglichen Windkraftanlagen in Mühlhausen stehen. Der genaue Termin der Befragung ist noch nicht fix, die Gemeinde wird die Mühlhäuser aber rechtzeitig durch einen Aushang im Ort sowie durch Ankündigungen im Mitteilungsblatt, auf der Estenfelder Homepage und der Facebook-Seite informieren.
In seiner Sitzung hat der Estenfelder Gemeinderat die Fragestellung festgelegt. Sie wird wie folgt lauten:


Sind Sie generell für die Errichtung von Windkraftanlagen auf der Sondergebietsfläche in Mühlhausen ohne die Anwendung der 10-H-Regelung? Ja oder Nein.


Ein mehrheitliches Nein der Bürger würde bedeuten, dass — je nachdem, wie die Rechtslage künftig aussieht — das Sondergebiet, das im Flächennutzungsplan als Konzentrationsfläche für Windräder ausgewiesen ist, aufgehoben wird. Sollten mehr Mühlhäuser mit Ja stimmen, müsste ein Bebauungsplan aufgestellt werden.
In seiner Sitzung im April hatte der Gemeinderat bereits Einspruch dagegen erhoben, dass in Mühlhausen Windräder der neuen Generation gebaut werden können. Deren Rotoren drehen sich in einer Höhe von 200 Metern oder mehr, sie sind also doppelt so hoch wie die „alten“ Anlagen. Windräder mit einer geringeren Nabenhöhe sind im Sondergebiet aber weiterhin zulässig.

Alter Opel

19.05.2015


Alter Opel wird auf Gemeindekosten entfernt


In der Konrad-Adenauer-Straße, auf Höhe der oberen Einfahrt zu den Garagen der Reihenhäuser, steht seit längerer Zeit ein alter Opel. Zugelassen ist das Auto nicht mehr, weshalb es eigentlich nicht mehr auf einer öffentlichen Fläche stehen darf. Ein Anwohner hatte sich deshalb an die Gemeinde gewandt, die daraufhin die Polizei hinzugezogen hat. Bereits zweimal hat diese inzwischen einen „roten Punkt“ an dem Fahrzeug angebracht — die unmissverständliche Aufforderung an den Besitzer, den Wagen sofort zu entfernen. Bewirkt hat das allerdings nichts.
Die weiteren Ermittlungen der Polizei haben ergeben, dass die frühere Halterin den Opel verkauft hat. Der Name des neuen Besitzers ist der Frau jedoch nicht bekannt, da der Kauf per „Handschlagvertrag“ zustande gekommen ist. In einem solchen Fall stellt sich die Rechtslage wie folgt dar: Wenn der Halter eines Autos nicht zu ermitteln ist, muss derjenige, auf dessen Grund das Fahrzeug steht, für die Entsorgung zahlen. Darum kommt auch die Gemeinde nicht darum herum, hier „einzuspringen“. In seiner Sitzung beschloss der Gemeinderat deshalb, den Opel auf Kosten der Gemeinde entfernen zu lassen. Sollte sich der neue Besitzer im Nachhinein darüber beschweren, kann er keine Regressansprüche gegen die Gemeinde geltend machen.

Musterhaus

19.05.2015


Musterhaus: Aus alt mach neu


Im Estenfelder Gewerbegebiet in der Otto-Hahn-Straße wird ein bestehendes Musterhaus abgerissen und dafür ein neues gebaut. Das Gebäude befindet sich rechts neben der Firma Knüpfing Motorsport. Das Bauvorhaben entspricht in einem Punkt nicht den Vorgaben des Bebauungsplans: Die geplante Dachneigung beträgt 38 Grad, erlaubt sind maximal 32 Grad. Dennoch stimmte der Gemeinderat in seiner Sitzung dem Neubau mehrheitlich (16:1) zu.

Edeka Kürnach

19.05.2015


Keine Begeisterung über Edeka-Pläne


Edeka wechselt in Kürnach den Standort: Der Markt direkt im Ort wird aus Platzgründen geschlossen, stattdessen entsteht im Sondergebiet „Pleichfelder Straße“, schräg gegenüber von der Firma Nußbaumer, ein neuer, deutlich größerer. Der Estenfelder Gemeinderat, dem die Pläne in seiner Sitzung vorgelegt wurden, war darüber nicht besonders angetan. Denn im interkommunalen Ausschuss war eigentlich beschlossen worden, in beiden Gemeinden keinen weiteren Vollsortimenter mehr anzusiedeln. Diesen Hinweis nahmen die Gemeinderäte auch einstimmig (17:0) in die kurze Stellungnahme auf, die die Gemeinde als Träger öffentlicher Belange abgeben sollte. Die Gemeinde Kürnach kann allerdings argumentieren, dass es sich um keinen weiteren Markt handelt, da der in der Ortsmitte aufgegeben wird und der neue ein „Ersatz“ ist.

Schließsystem Mehrzweckhalle

19.05.2015


Transponder-Schlüssel für die Mehrzweckhalle

Die Estenfelder Mehrzweckhalle wird mit einem Transponder-Schließsystem ausgestattet. In seiner Sitzung entschied der Gemeinderat einstimmig (17:0), den Auftrag für rund 10000 Euro brutto an die Firma Weckbacher Sicherheitssysteme GmbH (Würzburg) zu vergeben. Wenn das neue System eingebaut ist, können Vereine, Gruppen und Schulen, die in der Halle trainieren, selbstständig zu den von ihnen gebuchten Zeiten auf- und zuschließen und wären nicht mehr auf den Hausmeister angewiesen. Wenn alle, die momentan die Halle nutzen, einen Transponder bekommen sollten, müssten 70 Stück ausgegeben werden. Die Umrüstung des Schließsystems findet am 11. Juni statt. Bis auf Weiteres wird danach aber wie bisher verfahren, da die organisatorische Umstellung noch etwas Zeit benötigt. Für alle Betroffenen wird es vor der Einführung noch eine Infoveranstaltung und eine Einweisung geben.

Schlepper Bauhof

20.05.2015


Bauhof ist gerüstet für den Winter


Noch ist es bis zum Winter ein Weilchen hin, in Estenfeld sieht man der kalten Jahreszeit aber sehr entspannt entgegen. Grund: Seit Kurzem verfügt der Bauhof über einen neuen Schlepper, einen Fendt 313 Vario Allrad inklusive Streumaschine, Schneepflug und Containerpritsche. Das Fahrzeug kostet mit allem Drum und Dran 146000 Euro. In seiner Sitzung im April hatte der Gemeinderat der Anschaffung zugestimmt, weil dafür ohnehin Geld im laufenden Haushalt eingestellt war. Der vorherige Unimog war bereits 33 Jahre alt, eine Reparatur wäre unwirtschaftlich gewesen. Unser Bild entstand bei der Schlüsselübergabe: (von links) Bauhofleiter Jürgen Fottner, Bürgermeisterin Rosi Schraud sowie Martin Schneider (Verkaufsberater Kommunal- und Gewerbetechnik) und Frank Vetter (Servicetechniker) von der BayWa, die dem Bauhof den Schlepper geliefert und auch gleich eine technische Einführung gegeben haben. Da das Fahrzeug sehr vielseitig ist, kann es natürlich auch eingesetzt werden, wenn kein Schnee liegt.

Verabschiedung Förster

21.05.2015


Nach 21 Jahren im Ruhestand
Mittelschulsekretärin Hanne Förster wurde feierlich verabschiedet


„Sie war ein Licht am Ende des Ganges“. — Unter anderen mit diesen Worten verabschiedete Matthias Schranner, Rektor der Mittelschule Kürnachtal Estenfeld, Hanne Förster in ihren wohlverdienten Ruhestand. 21 Jahre lang leitete sie die organisatorischen Geschicke der Mittelschule und war dabei stets ein Ruhepol und eine „Heldin des Alltags“. Die Schüler/innen und Lehrer/innen stellten in der liebevoll dekorierten Schulaula und im Rahmen einer kurzweiligen Feier die Talente und Menschlichkeit „ihrer“ Sekretärin heraus. Ein vom Schüler Burak Erkol (Klasse M8) geschriebenes und von Schüler/innen der gleichen Klasse aufgeführtes Theaterstück thematisierte noch einmal Hanne Försters unruhigen Arbeitstag. Die Jungs und Mädels aus der 6. Klasse sangen ihr ein umgetextetes Lied und die Schulband spielte ihr mit akustischen Instrumenten zwei ebenfalls selbst getextete Stücke. Birgit Seitz, die Vorsitzende des Elternbeirats, und die Lehrkräfte überreichten verschiedene Geschenke und Bürgermeisterin Rosi Schraud hatte einen üppigen Blumenstrauß mitgebracht. Es war insgesamt eine sehr gelungene Feier, in die alle Mitglieder der Schulfamilie eingebunden waren. Ihre Wertschätzung gegenüber Hanne Förster zeigten alle Anwesenden noch einmal am Schluss: Nach dem Lied „Applaus Applaus“ zollten ihr sowohl die Schüler/innen als auch die Erwachsenen lang anhaltende „Standing Ovations“.

Umzug Bücherei

27.05.2015


Gemeindebücherei

ist umgezogen


In den Pfingstferien war es endlich soweit: Die Estenfelder Gemeindebücherei ist in dem Gebäude in der Friedrich-Ebert-Straße 6 vom Dach- ins Erdgeschoss umgezogen – dorthin, wo sich früher die Tagespflege befand. Bei der aufwändigen Aktion haben das gesamte Büchereiteam und zahlreiche fleißige Helfer angepackt. Etwa 4500 Bücher sowie viele Hörbücher, CDs und Zeitschriften mussten transportiert werden. Und natürlich mussten auch die Regale ab- und wieder aufgebaut werden. Dies war gar nicht so einfach, denn die Befestigung der Regale miteinander und an der Wand erwies sich als tückisch. Durch das Umstellen passten die Verstrebungen nicht mehr und die vielen Gipswände im Erdgeschoss forderten von den drei Männern, die mithalfen, höchstes handwerkliches Geschick. Aber durch den tatkräftigen Einsatz aller wurde der Umzug in eineinhalb Tagen geschafft. Jetzt freut sich die Bücherei über mehr Platz und großzügige helle Räume, eine größere „Kinderkiste“ und einen Extra-Raum zum gemütlichen Lesen und für künftige Vorlesestunden für Klein und Groß.

Letzte Änderung: 15.07.2016 23:15 Uhr