DEZEMBER 2015

Schulsanierung Bestandsanalyse

15.12.2015


Schulsanierung für fast zehn Millionen Euro?

Planer stellen Bestandsanalyse und Kostenschätzung vor


Die Gemeinde nimmt die Generalsanierung der Grund- und der Mittelschule samt der angegliederten Turnhalle in Angriff. In der Gemeinderatssitzung stellte das beauftragte Planerteam das Ergebnis seiner Bestandsanalyse vor. Die Fachleute kommen zu dem Schluss, dass der gesamte Gebäudekomplex in einem teils sehr schlechten Zustand sei – vor allem in energetischer Hinsicht. Es sei daher geboten, möglichst rasch zu handeln. Die Kosten für das Mammutprojekt schätzten die Experten auf fast zehn Millionen Euro.

Wohl wissend, dass es sich hier um eine stattliche Summe handelt, erklärten die Planer zuvor ganz genau, was sie bislang unternommen haben. Die Begutachtung fand im September und Oktober statt. Um einen besseren Überblick zu haben, wurde das Gesamtgebäude in fünf Abschnitte gegliedert: Turnhalle mit Flur zur Grundschule (Abschnitt I), Grundschule (Abschnitt II), Übergang Grundschule/Mittelschule (Abschnitt III), Mittelschule mit Treppenhaus (Abschnitt IV) und Außengelände (Abschnitt V).

Die einzelnen Spezialisten, die Abschnitt für Abschnitt unter die Lupe genommen haben, zogen in der Gemeinderatssitzung Bilanz – einer nach dem anderen. Den Anfang machte Christian Krafft vom Ingenieurbüro Krafft + Franz (Würzburg), das das Tragwerk geprüft hat. Sein Fazit war recht erfreulich: Schulen und Turnhalle haben keine wesentlichen statischen Mängel. So sei es zum Beispiel nicht nötig, Decken zu verstärken oder gar neue einzuziehen. Wenn die Gemeinde „statisch tätig“ werde, dann nur „kosmetisch“, sagte Krafft.

Ganz anders fiel das Urteil von Ingenieur Rainer Martin (Waldbüttelbrunn) aus, der die technische Gebäudeausrüstung untersucht hat, also Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen. Der Großteil sei „abgewohnt und damit sanierungsbedürftig“, stellte er klar. Es gebe nur ganz wenige Ausnahmen, wie die Heizung im Untergeschoss des Turnhallentrakts (neben der Kegelbahn), die bereits im Jahr 2003 erneuert wurde. Fast alles andere sei jedoch nicht mehr zeitgemäß, betonte Martin und nannte als Beispiel die Versorgungsleitungen. Früher habe man sie gerade in Schulen gerne im Boden verlegt, heute verlaufen sie stattdessen im Deckenbereich.

Auch bei den elektrischen Anlagen wird eine punktuelle Sanierung nicht ausreichen. Bernd Becker von der Firma Elektro Pixis (Gerbrunn) sagte, er könne nur zu einer „ganzheitlichen Maßnahme“ raten. Man müsse einfach bedenken, dass die Grundschule in den 1960er Jahren und die heutige Mittelschule sowie die Turnhalle in den 1970er Jahren gebaut wurden.

Brandschutz-Experte Rainer Endres (Untereisenheim) erklärte, die Rettungswege seien in Teilen verbesserungswürdig. So gebe es beispielsweise im Obergeschoss der Mittelschule zwei Klassenzimmer, die nicht direkt an äußere Fluchttreppen angeschlossen seien. Was Endres noch monierte: Im Alarmfall verfügen die Schulen über keinen adäquaten Sammelplatz. Früher war dies der Fußballplatz gegenüber – doch dort steht jetzt die Kinderkrippe. Das schuleigene Sportgelände bezeichnete Endres als „ungeeignet zum Sammeln“. Dennoch sind die Schulen laut Endres in puncto Brandschutz bereits relativ gut gerüstet – dank größerer Investitionen im Jahr 2008.

Dem Kanalsystem im Untergrund des Schulgeländes stellte Ingenieur Christian Horn (Eibelstadt) ein sehr schlechtes Zeugnis aus. Mit einer Kamera wurden Leitungen von insgesamt mehr als 600 Metern Länge befahren. „Nur etwa 20 Prozent davon sind in einem Zustand, dass man sie in den nächsten Jahren so lassen kann“, sagte Horn.

Einen weiteren Kritikpunkt führten die Architekten Bernhard Schubert und Andreas Hanisch (Würzburg) an. Eine Schule müsse komplett barrierefrei sein – das sei in Estenfeld allerdings nicht der Fall. Um hier nachzubessern, schlugen sie etwa vor, am Haupteingang der Mittelschule einen Außenaufzug anzubringen. Der „Forderungskatalog“ der beiden war noch länger: neue Fenster und Türen, eine vernünftige Wärmedämmung, ein besserer Sonnenschutz, ein Satteldach mit leichtem Gefälle, damit das Regenwasser besser ablaufen kann – die Liste ließe sich fortsetzen.

Um die meisten Aufgaben wird die Gemeinde nicht herumkommen. Nach der bayerischen Bauordnung gelten die Estenfelder Schulen und die Turnhalle als ein großes Gebäude, das in die Klasse 3 und als Sonderbau eingestuft wird – und dafür macht der Gesetzgeber feste Vorgaben.

Nun kam der Moment, auf den alle mit Spannung gewartet hatten: die Kostenschätzung. Nach und nach ging Architekt Schubert die einzelnen Bauteile durch. Für die Turnhalle mit Flur zur Grundschule (Bauteil I) rechnen die Planer mit 1,817 Millionen Euro, für die Grundschule (Bauteil II) mit 2,846 Millionen Euro, für den Übergang Grundschule/Mittelschule (Bauteil III) mit 369 000 Euro, für die Mittelschule mit Treppenhaus (Bauteil IV) mit 4,274 Millionen Euro und für das Außengelände (Bauteil V) mit 553 000 Euro – macht summa summarum 9,859 Millionen Euro.

Wie viel Geld die Gemeinde am Ende tatsächlich für die Schulsanierung bezahlen muss, ist derzeit noch völlig offen. Denn erstens steht noch nicht fest, ob wirklich alle Punkte bis ins letzte Detail verwirklicht werden. Zweitens besteht natürlich die Hoffnung, eine möglichst hohe staatliche Förderung zu bekommen. Deshalb wird die Gemeinde auch bei der Regierung vorstellig werden und sich ein Bild machen, welche Zuschussmöglichkeiten es gibt.

Einen Beschluss fassten die Gemeinderäte in ihrer Sitzung nicht. Die Präsentation der Bestandsanalyse und der Kostenschätzung war als reine Diskussionsgrundlage gedacht. Fürwahr: Gesprächsstoff wird das Thema Schulsanierung sicher noch genug liefern.

Feuerwehr-Kommandanten

15.12.2015


Feuerwehr-Kommandanten: Gemeinde bestätigt

Hasch und Koppenhöhl


Die beiden neuen Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr sind vom Estenfelder Gemeinderat in seiner Sitzung jeweils einstimmig (17:0) bestätigt worden. Konrad Hasch (links) war bei der Jahreshauptversammlung im November zum 1. Kommandanten gewählt worden – als Nachfolger von Alfred Herrmann (Mitte). Julian Koppenhöhl (rechts) ist der neue

2. Kommandant, er muss im Laufe des nächsten Jahres noch einen Lehrgang „Leiter einer Feuerwehr“ erfolgreich absolvieren. Die Amtszeit der beiden Kommandanten beträgt sechs Jahre und beginnt am 1. Januar 2016. So lange ist Alfred Herrmann offiziell noch im Amt. Er, der insgesamt 35 Jahre erst 2. und dann 1. Kommandant war, wird von der Gemeinde beim Neujahrsempfang geehrt.

15.12.2015


Externes Büro kalkuliert Wasser- und Abwassergebühren


Ein externes Dienstleistungsbüro wird im Auftrag der Gemeinde Estenfeld die Wasser- und Abwassergebühren, die ab 1. Januar 2017 gelten sollen, neu kalkulieren. Den Auftrag vergab der Gemeinderat in seiner Sitzung mit 16:1 Stimmen an die Kommunale Transparenz Pro Fide GmbH (Würzburg), die dafür 1750 Euro netto verlangt. Die Neuberechnung wird aus Sicht der Verwaltung nötig, weil die Kosten in den Bereichen Wasser und Abwasser gestiegen sind.

15.12.2015


Kies IV“: Sieben Laternen sorgen für Helligkeit


Rund 13 000 Euro brutto wird die Straßenbeleuchtung im Baugebiet „Kies IV“ in Mühlhausen kosten. Die BayernGrund GmbH (München), die Träger der Erschließung ist, hat ein entsprechendes Angebot der Stadtwerke Würzburg angenommen. Für diesen Preis werden sieben Pilzleuchten der Firma Siteco (Nürnberg) aufgestellt. In seiner Sitzung wurde der Estenfelder Gemeinderat über diese Entscheidung informiert.

Türe Mühlen-Restaurant

15.12.2015


Neue Türe für Mühlen-Restaurant


Die Gaststätte „Weiße Mühle“ bekommt eine neue Eingangstüre. Eingebaut wird diese – samt einem besseren Schließmechanismus – von der Firma Holzgestaltung Krümpel (Kürnach). Kosten: 5224,10 Euro brutto. Der Estenfelder Gemeinderat, der den Auftrag in seiner Sitzung einstimmig (17:0) vergab, gab diesem Angebot den Vorzug vor dem zweiten, das 7949,20 Euro gekostet hätte. Die Untere Denkmalschutzbehörde des Landratsamts Würzburg hat den Austausch der Türe bereits genehmigt.

15.12.2015


Neuer Rechtsbeistand: Gemeinde überträgt Mandate


Martin Schaut (Würzburg), der die Gemeinde Estenfeld in mehreren Rechtsstreitigkeiten beraten hat, beendet seine Tätigkeit als Rechtsanwalt zum 31. Dezember 2015 aus Altersgründen. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung einstimmig (17:0) beschlossen, dass alle anhängigen Verfahren auf die Kanzlei Ulbrich & Kollegen (ebenfalls Würzburg) übertragen werden. Dabei geht es um den Bebauungsplan „Westlich der Konrad-Adenauer-Straße“ zur Öffnung der Wilhelm-Hoegner-Straße, um eine wasserrechtliche Auseinandersetzung im Zusammenhang mit dem Baugebiet „Triebweg“ und um eine geplante Werbeanlage in der Würzburger Straße.

15.12.2015


Generalplaner steuert Sanierung der Hallenbeleuchtung


Die Beleuchtung in der Mehrzweckhalle „Weiße Mühle“ ist marode, die Gemeinde kommt um eine Sanierung nicht herum. Zu diesem Zweck hat der Gemeinderat im nichtöffentlichen Teil der Sitzung beschlossen, einen Generalplaner zu beauftragen. Das Büro Pfenning wird nun die komplette Projektabwicklung übernehmen. Kosten lässt sich die Gemeinde dies etwa 20000 Euro brutto.

15.12.2015


Kartause: Gemeinderat stimmt geändertem Kaufvertrag zu


Es war nur noch eine Formalie – aber eine sehr wichtige: Der Gemeinderat hat im nichtöffentlichen Teil der Sitzung dem geänderten Vertrag zum Kauf des Wirtschaftshofs der Kartause Estenfeld zugestimmt. Bei den Änderungswünschen, die die Eigentümerfamilie hatte, ging es nicht um den Kaufpreis. Die erste Rate der vereinbarten Kaufsumme von 810000 Euro hat die Gemeinde bereits bezahlt, die zweite Rate wird zum 30. Juni 2016 fällig. Einen Tag später, also am 1. Juli, geht dann auch der hintere Teil des Kartausen-Areals in den Besitz der Gemeinde über. Der vordere Teil gehört der Gemeinde schon seit 2001.

Letzte Änderung: 25.01.2016 18:47 Uhr