November 2014

Solarpark

11.11.2014


Energie und Kosten sparen
Konzept soll der Gemeinde als

Planungsinstrument dienen

Wer Energie spart, schont die Umwelt – und den Geldbeutel gleich mit dazu. Das gilt für private Haushalte genauso wie für Kommunen. Die Gemeinde Estenfeld hatte vor einigen Monaten ein Energiekonzept in Auftrag gegeben, das vom Amt für Ländliche Entwicklung gefördert wird. Auf diese Weise wollte sie herausfinden, wo im Ort die größten Einsparpotenziale bestehen und wo sich konkret ansetzen lässt. Den Abschlussbericht stellte jetzt Andrea Henneberger vom Ingenieurbüro Roos Geo Consult (Würzburg) vor.
Das Erfreuliche vorneweg: In Estenfeld hat sich in den vergangenen Jahren schon sehr viel im Bereich der erneuerbaren Energien getan. So gibt es bereits 189 Solarthermiekollektoren, 95 Photovoltaikanlagen auf Dächern und eine auf freier Fläche sowie 60 Erdwärmesonden. Das hat eine Umfrage im Mitteilungsblatt der Gemeinde ergeben.
Um zu veranschaulichen, wie sich das Umweltbewusstsein der Menschen verändert hat, lohnt sich ein Blick auf die Entwicklung bei den Photovoltaikanlagen: Im Jahr 2003 lag die maximale Leistung aller Solarmodule in Estenfeld bei gerade mal 45 Kilowatt Peak (kWp) – mittlerweile sind so viele Module hinzugekommen, dass die Spitzenleistung insgesamt 1798 kWp beträgt.
Das Potenzial sei allerdings längst nicht ausgeschöpft, sagte Henneberger bei der Präsentation. Im gesamten Dorf stünden noch etwa 120000 Quadratmeter an Dachflächen zur Verfügung, die für Solaranlagen nutzbar wären. Die Hälfte der Flächen befindet sich auf privaten Wohngebäuden.
Auch in den Häusern selbst wäre durch eine energetische Sanierung (Dämmung, Isolierung usw.) viel möglich. Bei allen Gebäuden, die vor dem Jahr 2000 entstanden sind, liege der mögliche Einspareffekt zwischen 40 und 60 Prozent, rechnete Henneberger vor.
Bei den kommunalen Liegenschaften sieht sie ebenfalls noch jede Menge Spielraum zum Sparen. Insgesamt wurden in den Jahren 2012/13 410000 Kilowattstunden (kWh) Strom und 1,1 Millionen kWh Gas verbraucht. Spitzenreiter sind die Schule, das Rathaus, die Weiße Mühle und das Pumpwerk in Mühlhausen. Am Beispiel der Schule schilderte Henneberger, dass der Energieverbrauch auch ohne horrende Kosten gesenkt werden könne.
Windräder können im gesamten Bereich der Gemarkung Estenfeld nicht betrieben werden. Das hängt mit der so genannten 10 H-Regelung zusammen, die der bayerische Landtag kürzlich beschlossen hat. Das bedeutet: Der Abstand eines Windrads zur Wohnbebauung muss das Zehnfache der Höhe dieses Windrads betragen – bei den heute üblichen Windrädern mit 200 Metern Höhe also zwei Kilometer.
Henneberger sprach noch zwei weitere Punkte an. Ein Nahwärmeversorgungsnetz kann nach Berechnungen des Ingenieurbüros zurzeit nicht wirtschaftlich betrieben werden. Und zur Wärmegewinnung aus dem Abwasserkanal lassen sich nur dann verlässliche Angaben machen, wenn man die Kosten dafür objektbezogen berechnet.
Als nächster Schritt wird das Energiekonzept dem Gemeinderat vorgelegt. Sollte es dort beschlossen werden, könnten die denkbaren Maßnahmen detaillierter ausgearbeitet werden. Übrigens: Das Konzept dient der Gemeinde als Planungsinstrument, für die einzelnen Haushalte ist es nicht bindend.

Feuerwehrhaus

11.11.2014


Feuerwehrhaus wird nicht umgebaut
Patt im Gemeinderat: Antrag der UWG gilt als abgelehnt

Was ist sinnvoller: das Feuerwehrhaus in der St.-Mauritius-Straße zu sanieren oder ein neues an einem anderen Standort zu bauen? Über diese Frage hat der Estenfelder Gemeinderat in seiner Sitzung eine lange, teils emotionale Diskussion geführt.
Den Anstoß dazu hatte ein Antrag der UWG-Fraktion gegeben. Sie hatte gefordert, dass der Gemeinderat die Verwaltung beauftragen solle, den Finanzbedarf für den Umbau des bestehenden Feuerwehrhauses zu ermitteln — und zwar unter Berücksichtigung der gesetzlichen Auflagen.
UWG-Fraktionssprecher Jens Dietzsch erklärte in der Sitzung, warum seine Fraktion das Thema zur Sprache bringe. Im August habe sich die Feuerwehr in einem Schreiben an die Gemeinderäte gewandt. Darin wies sie mit deutlichen Worten darauf hin, dass die Situation im aktuellen Gebäude nicht länger tragbar sei.
Die Probleme der Feuerwehr seien absolut nachvollziehbar, sagte Dietzsch. Er plädierte deshalb dafür, schnell Abhilfe zu schaffen — und das könnte nach Auffassung der UWG am ehesten durch eine Sanierung gelingen. Um diese auf den Weg zu bringen, brauche man aber zunächst einmal aktualisierte Zahlen, was eine solche Maßnahme kosten würde. Die Daten, die der Gemeinde vorlägen, stammten noch aus dem Jahr 2007 und seien somit völlig veraltet.
Damals, vor sieben Jahren, hatte der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, für rund eine Million Euro ein neues Feuerwehrhaus zu bauen. Die Kosten für einen Umbau des bestehenden Gebäudes waren seinerzeit auf etwa 700000 Euro geschätzt worden. Weil die Gemeinde finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, wurde der Neubau bislang noch nicht verwirklicht.
SPD-Fraktionssprecher Günther Grimm sagte, man könne der Feuerwehr nicht zumuten, noch länger warten zu müssen. Seine Fraktion unterstütze daher den Antrag der UWG. „Wir sind einstimmig der Überzeugung, dass jetzt endlich etwas passieren muss.“
Nach Ansicht von Bürgermeisterin Rosi Schraud und der gesamten CSU-Fraktion würde eine neue Kostenschätzung nur dann etwas bringen, wenn ein Umbau des Feuerwehrhauses auch wirklich vernünftig und praktikabel erscheint. Schraud gab zu bedenken, dass nicht die Verwaltung die Kosten des Umbaus ermitteln könne, sondern ein Planungsbüro beauftragt werden müsse — was wiederum Kosten verursacht. Darüber hinaus müsse man nicht nur die Kosten eines Umbaus, sondern auch die eines Neubaus ermitteln lassen, um diese tatsächlich gegenüberstellen zu können.
Schraud sagte, sie habe mit Kreisbrandrat Heinz Geißler gesprochen und ihn nach seiner Meinung gefragt. Geißler halte einen Umbau für „nicht wirtschaftlich und auch nicht zielführend“. Seine Gründe fasste der ranghöchste Feuerwehrmann im Landkreis in einem Schreiben an die Bürgermeisterin zusammen:
- Die Halle sei so niedrig, dass der Einbau einer Absauganlage für Dieselmotoren-Emissionen nahezu unmöglich ist.
- Die Tore seien zu schmal und könnten nicht verbreitert werden.
- Die einzelnen Stellplätze seien teilweise mit mehreren Fahrzeugen, Hängern oder anderen Gerätschaften belegt. In Feuerwehrhäusern sei vorgeschrieben, dass zwischen Fahrzeugen, Geräten und Gebäudeteilen der Verkehrsweg ausreichend breit ist. Das bedeutet: Bei geöffneten Fahrzeugtüren und/oder -klappen muss ein Abstand von mindestens 50 Zentimetern bleiben. Diese Vorgabe könne im bestehenden Gerätehaus jedoch nicht eingehalten werden.
- Es würden fünf statt der vorhandenen vier Tore benötigt.
- Die zusätzlich erforderlichen Räume wie Lagermöglichkeiten, Umkleiden, Hygiene- und Sozialräume seien bei dem vorhandenen Raumangebot nicht zu realisieren.
Ein weiteres Argument schob die Bürgermeisterin nach. Für einen Umbau gebe es keinerlei Fördermittel — für einen Neubau dagegen schon. Würde ein neues Feuerwehrhaus mit fünf Fahrzeugtoren entstehen, wären insgesamt 200000 Euro zuschussfähig — 40000 Euro pro Tor.
Gemeinderat Andreas Förster (CSU) stellte die Frage in den Raum, wo die Feuerwehr im Falle eines Umbaus untergebracht werden sollte. Eine Antwort darauf wusste niemand.
Die Estenfelder Feuerwehr selbst hält von einem Umbau ihres Domizils nichts. Zweiter Kommandant Konrad Hasch, dem der Gemeinderat Rederecht erteilt hatte, sagte, die Feuerwehr sei geschlossen für einen Neubau. Alle anderen Alternativen wären „grob fahrlässig gegenüber dem Brandschutz“. Das hätten auch mehrere Gutachten ergeben. Hasch lud die Gemeinderäte ein, sich ein Bild vom Feuerwehrhaus zu machen. „Wir werden Ihnen Dinge zeigen, die man beim Maifest nicht sieht.“
Nach einer fast einstündigen Diskussion stimmte der Gemeinderat über den Antrag der UWG ab. Zunächst ging es darum, ob die Verwaltung die Kosten für einen Umbau des Feuerwehrhauses ermitteln lassen solle — dann wurde darüber entschieden, ob die Realisierung des Umbaus unter Berücksichtigung der gesetzlichen Auflagen geprüft werden solle. Beide Male waren SPD und UWG geschlossen dafür, die CSU war geschlossen dagegen — die Abstimmungen gingen jeweils 8:8 aus. Bei einem Patt gilt ein Antrag als abgelehnt.

Jugendzentrum

11.11.2014


Jugendzentrum wird nicht verpachtet


Die Estenfelder Karnevalsgesellschaft (EKG) darf das derzeit leer stehende Jugendzentrum an der Weißen Mühle auch weiterhin unentgeltlich als Übungs-, Versammlungs- und Gemeinschaftsraum nutzen. Gänzlich möchte die Gemeinde das Gebäude aber nicht dem Verein überlassen. Das haben die Gemeinderäte in ihrer Sitzung beschlossen. Zwar wäre die EKG zur Zahlung eines Pachtbetrags bereit gewesen — die Gemeinde will das in ihrem Besitz befindliche Gebäude jedoch nicht aus den Händen geben. Der Grund: Möglicherweise werde es in Zukunft doch wieder als Jugendzentrum benötigt.

Behindertenparkplatz

11.11.2014


Schwerbehinderte braucht eigenen Parkplatz

Gemeinde will Möglichkeiten mit Hauseigentümer ausloten


Eine Frau, die in der Joseph-Knapp-Straße 16 wohnt, wünscht sich vor dem Haus einen personenbezogenen Parkplatz für Schwerbehinderte. In einem Schreiben an die Gemeinde Estenfeld versicherte sie, dass weder ihr selbst noch einem Haushaltsangehörigen eine Garage oder ein Stellplatz auf dem Grundstück zur Verfügung stehe.

Obwohl die Gemeinderäte für die Situation der Frau Verständnis haben, lehnten sie deren Antrag in der Sitzung ab — vorläufig, wohl gemerkt. Bevor ein eigener Parkplatz ausgewiesen wird, solle sich die Gemeinde erst mit dem Hauseigentümer und Vermieter in Verbindung setzen. So solle geklärt werden, ob nicht doch ein Parkplatz auf dem Grundstück geschaffen werden kann.

Um eine vernünftige Lösung für alle Beteiligten zu finden, wird die Gemeinde auch Kontakt mit Elisabeth Schäfer aufnehmen, der Behindertenbeauftragten des Landkreises Würzburg. Schäfer, die ihre Tätigkeit ehrenamtlich ausübt, hatte zu Beginn der Sitzung erklärt, welche Aufgaben und Ziele sie hat.

Für alle, die ihre Hilfe benötigen, ist Schäfer zu folgenden Zeiten im Landratsamt erreichbar: montags und donnerstags von 13.30 bis 16.30 Uhr unter 0931/8003-843. Vor einem Besuch sollte man unbedingt einen Termin vereinbaren — entweder telefonisch oder per E-Mail unter e.schaefer@lra-wue.bayern.de.

Spielplätze und Bäume

11.11.2014


Bäume und Spielplätze werden digital erfasst


Die Gemeinde Estenfeld wird ihr Geographisches Informationssystem (GIS) um zwei Module erweitern. Mit ihnen wird ein Verzeichnis angelegt, in dem sämtliche Bäume und Spielplätze im Ort sowie ihr Zustand digital erfasst sind. Das ist nötig, damit die Gemeinde ihrer Sicherungspflicht künftig noch besser nachkommen kann.

Laut dem Angebot der Firma RMK Freising sollen die Aufnahme, die Zustandsbewertung und das Einpflegen von rund 2000 Bäumen knapp 17000 Euro brutto kosten. Für die gleiche Arbeit bei zehn Spielplätzen und insgesamt 50 Spielgeräten werden 5355 Euro brutto fällig.

Damit die Aufgabe nach der erstmaligen Erfassung der Daten vom Bauhof selbst übernommen werden kann, ist eine Schulung nötig. Außerdem müssen spezielle Tablets oder Smartphones angeschafft werden.

Mauer-Sanierung

11.11.2014


Natursteinmauer: Sanierung

statt Neuaufbau


Die Natursteinmauer in der Maidbronner Straße, die auf Höhe der Anwesen mit den Hausnummern 7, 7a, 9 und 11 steht, wird saniert. Den entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinderat in seiner Sitzung einstimmig. Die Instandsetzung kostet laut dem günstigsten Angebot rund 6250 Euro brutto.

Die Alternative wäre gewesen, die Mauer abzureißen und durch eine neue zu ersetzen. Das wäre aber um ein Vielfaches teurer gewesen. Laut Kostenschätzung wären 21000 Euro brutto für den Neubau angefallen, dazu etwa 1800 Euro brutto pro Pfeiler. Obendrein wären noch zirka 8000 Euro hinzugekommen, um die Zufahrtsstraße zu den Wohnhäusern an das Niveau der Mauer anzugleichen.

A 7 Mühlhausen

11.11.2014


Lärmschutz für Mühlhausen

bei A 7-Ausbau?


Der sechsspurige Ausbau der A 7 zwischen den Autobahnkreuzen Schweinfurt/Werneck und Biebelried ist im aktuellen Bundesverkehrswegeplan aufgeführt — allerdings nur unter dem „weiteren Bedarf“. Das heißt, das Verkehrsministerium hält andere Maßnahmen derzeit für dringlicher. Trotzdem hat sich Estenfelds Bürgermeisterin Rosi Schraud schon jetzt an die Autobahndirektion Nordbayern gewandt. Sie wollte wissen, ob Lärmschutzmaßnahmen für die Menschen im Ortsteil Mühlhausen nötig wären, wenn die A 7 zwischen den Anschlussstellen Estenfeld und Gramschatzer Wald in beiden Richtungen auf jeweils drei Spuren verbreitert werden würde. Wie es in dem Antwortschreiben der Autobahndirektion heißt, lassen sich zu einem möglichen Lärmschutz für Mühlhausen noch keine verlässlichen Angaben machen. Gegenwärtig würden die Grenzwerte nicht erreicht.

Parksituation

11.11.2014


Zu viele Autos, zu wenig Platz


Die Verkehrssituation im Bereich Friedrich-Ebert-Straße / Käthe-Kollwitz-Straße / Am Köhler hat Gemeinderat Siegfried Krieger in der Sitzung angesprochen. Hier müsse unbedingt etwas geschehen, da die Autos auch im Kurvenbereich parken. Ein Ausweichen sei nur noch schwer möglich. Oft müssten Autofahrer bis zu 50 Meter rückwärts rangieren, um andere vorbeizulassen. Krieger schlug ein Halteverbot im Kurvenbereich vor. Allein auf die Vernunft der Leute könne man nicht hoffen.

11.11.2014


Gemeinde „entschädigt“ Ehefrauen

Zuschuss für Freiwillige Feuerwehr


Im Mai wurden die Feuerwehrmänner Alfred Herrmann, Albin Wolz, Leo Wolz, Dieter Reisinger und Norbert Knoblach für ihren über 40-jährigen Dienst bei der Estenfelder Feuerwehr geehrt. Das Innenministerium verlieh ihnen das Ehrenkreuz für Feuerwehrleute in Gold. Als Dank für ihren jahrzehntelangen Einsatz durften die fünf Estenfelder im Oktober eine Woche im Feuerwehrheim in Bayerisch Gmain verbringen, die Kosten dafür übernahm der Freistaat Bayern. Mit dabei waren auch ihre Ehefrauen.

Auf Anregung von Kreisbrandrat Heinz Geißler stellte die Feuerwehr nun den Antrag, ob die Gemeinde Estenfeld die Kosten für den Aufenthalt der Frauen übernehmen würde. Geißler hatte argumentiert, eine derartige finanzielle Beteiligung sei nicht unüblich. Eine Gemeinde könne sich so ein klein wenig erkenntlich zeigen, da die Frauen doch viele Entbehrungen durch die regelmäßigen Feuerwehreinsätze ihrer Männer hinnehmen mussten.

In ihrer Sitzung kamen die Estenfelder Gemeinderäte der Bitte der Feuerwehr nach. Sie gewährten für die Zeit in Bayerisch Gmain 250 Euro pro Ehefrau.

Geplante Wohnhäuser

11.11.2014


Zwei Häuser mit jeweils

sechs Wohnungen


In der Oberen Ritterstraße 14 können zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen entstehen. In seiner Sitzung genehmigte der Gemeinderat den entsprechenden Bauantrag. Das Eckgrundstück befindet sich direkt an der Einmündung zur Seinsheimgasse. Die beiden Häuser zählen zwar zu den etwas größeren Bauvorhaben im Ort — dennoch werden sie sich in die Umgebung einfügen, urteilten die Gemeinderäte. Auch die Anzahl der Stellplätze sei ausreichend. Die Unterschriften der Nachbarn müssen noch eingeholt werden.

Turmkugel Kartause

14.11.2014


„Manitou“ hebt Turmkugel aufs Dach

Restauriertes Patriarchenkreuz der Kartause

ist zurück an seinem alten Platz


Das vergoldete Turmkreuz der Kartause Engelgarten in Estenfeld ist wieder auf dem ehemaligen Wohnhaus von Engelbert Pfeuffer aufgerichtet worden. Möglich wurde dies auf Initiative des Freundeskreises der Kartause Estenfeld e. V. und mit der Unterstützung von vielen Spendern.

Als Gemeinschaftsleistung von erfahrenen Experten und Handwerkern wurde die neue Turmkugel mit dem Patriarchenkreuz in Kupferblech erstellt und vergoldet. Dabei hat Peter Walter den Korpus nach der alten Vorlage exakt rekonstruiert, Altbürgermeister Heinz Bär hat den konischen Schaft aus Holz passgenau erstellt.

Josef Konrad hob das Kreuz mit einer fahrbaren Arbeitsbühne, dem „Manitou“, zielgenau auf das Dach. Die Kugel, die zuvor mit aktuellen Dokumenten gefüllt worden war, wurde dann von den Vorstandsmitgliedern des Freundeskreises, Dr. Michael Baumann, Matthias Wolz und Joachim Iwanowitsch, auf den Schaft aufgesetzt (im Bild).

Das Doppelkreuz ist das Symbol der Dorfherrschaft der Mönche in der Kartause. Von 1700 bis 1810 befand sich eine Klosterkirche neben dem Kartäusertor. Im Zuge der Säkularisation wurde das Inventar verkauft und der Kirchenbau niedergerissen. Ein Bild aus der Dorfchronik von 1969 mit dem Wirtschaftshaus der Kartause, dem Engelgarten und dem See zeigt zwei Kreuze an beiden Seiten des Walmdaches.

Im April 1944 wurde im Unterdorf von Estenfeld großer Schaden bei gezielten Luftangriffen von angeschossenen Flugzeugen angerichtet, die ihre restliche Bombenlast abwarfen. Viele Scheunen und Hausdächer brannten damals in Estenfeld ab. Noch heute kann man die Brandspuren an dem über 200 Jahre alten Dachstuhl des Wirtschaftshauses der Kartause erkennen.

Das alte Kreuz stammte vermutlich aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, da es aus verzinktem Stahlblech gefertigt war und sich keine historischen Dokumente in der Kugel befanden. Ein Sommergewitter beschädigte es im Jahr 2013 so stark, dass die Gemeinde Estenfeld daraufhin die Kugel hatte abnehmen lassen.

27.11.2014


Damit unser Dorf noch schöner wird

Agenda 21-Arbeitskreis will „Estenfeld 2020“ mitgestalten


15 Jahre ist es her, dass der Estenfelder Agenda 21-Arbeitskreis gegründet wurde. Seither waren die Bürger, die sich dafür ehrenamtlich engagieren, an vielen Entwicklungen im Ort entscheidend beteiligt. Der Einkaufsbus, der Grillplatz am Ostring, der Bildband „Kleinode in Dorf und Flur von Estenfeld / Mühlhausen“ - alles sind Projekte, die der Arbeitskreis angestoßen hat und die inzwischen verwirklicht wurden.

Bei der jüngsten Veranstaltung, zu der die „Agenda 21“ eingeladen hatte, ging es jedoch nicht darum, in die Vergangenheit zu blicken, sondern in die Zukunft — genauer gesagt ins Jahr 2020. Die Bürger sollten Wünsche äußern, wie Estenfeld und Mühlhausen in sechs Jahren aussehen sollten.

Der Agenda 21-Beauftragte Bernhard Strümper bat um „finanzierbare Ideen und Vorstellungen“. Diese dürften „schon ambitioniert“ sein, aber „keine Luftschlösser, welche viel Zeit und Aufwand erfordern, Kapazität binden und im Verlauf Frust erzeugen, weil sie letztlich doch nicht machbar sind“.

Es kamen viele Anregungen zusammen, die dann den drei Agenda-Arbeitsgruppen zugeordnet wurden. Dort sollen sie gewichtet und weiter ausgearbeitet werden.


Die wichtigsten Ideen im Einzelnen:


Arbeitsgruppe Familie — Soziales — Jugend:

- Dorfwirtschaft bzw. Café als „sozialer Treffpunkt“

- „virtuelle Bürgerversammlungen“ (Bürger sollen ihre Anliegen im Internet äußern können)

- regelmäßige Dorfführungen

- stärkere Einbindung der Jugend in allen Bereichen

- großes Dorffest mit allen Vereinen

- Veranstaltungen für die Generation „55plus“

- unbürokratische Hilfe durch die Gemeinde bei einem Notfall wie Brand oder Wasserschaden (Raum für Übernachtung, Versorgung der Betroffenen usw.)

- „Tag des Sports“ (Sportvereine näher kennen lernen, Turnhalle/Mehrzweckhalle)

- „Mehrgenerationen-Dorf“ (verstärktes Miteinander von jungen und älteren Menschen, evtl. unter einem Dach)

- Jugendraum und Freizeitplatz für Mühlhausen


Arbeitsgruppe Wirtschaft und Verkehr:

- höhere Busfrequenz an der Haltestelle Triebweg im Hinblick auf das neue Baugebiet

- Verwirklichung einer Haltestelle „Maidbronner Straße“ (auf Höhe Campingplatz, für Anwohner und Gäste)

- Begrüßungstafeln an den Ortseingängen

- einheitliche Dorfwegweiser

- Erweiterung der Spielstraße „Kurzes Roth“ bis kurz vor der tegut-Kreuzung

- Rad- und Wanderwegenetz mit Beschilderung


Arbeitsgruppe Energie — Umwelt — Landwirtschaft („EULE“):

- Ansiedlung eines Biomarktes und/oder Biobäckers

- Unterstützung von Landwirten, die auf Bio-Anbau setzen

- weitere Biotope in Estenfeld

- Blumenwiese zum Selbstpflücken

- energieneutrales Estenfeld (im Ort soll so viel Energie erzeugt werden, wie dort verbraucht wird)

- Streuobstflächen mit Bäumen unterschiedlicher Arten und Sorten


Für das Konzept „Estenfeld 2020“ hat sich Agenda-Beauftragter Strümper ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis zu den Pfingstferien 2015 soll es stehen und dann dem Gemeinderat vorgestellt werden.

Letzte Änderung: 19.12.2014 21:43 Uhr