Rundweg:  Estenfelder Linden
Entfernung: ca. 4 km
Dauer:   Wandern  60 Min.

Linden, „300 Jahre wachsen sie, 300 Jahre stehen sie, 300 Jahre vergehen sie.“
Die Estenfelder Linden sind Winterlinden, die Blattunterseite hat braune Haarbüschel. Die ältesten sind über 100 Jahre alt. Sommerlinden haben größere Blätter und keine Büschel. „Linde“ kommt wahrscheinlich von „lind“ = weich. Weiches Lindenholz dient zum Schnitzen, z. B. auch bei Riemenschneider. Aus den Blüten wird feinwürziger Tee bereitet.

Wir beginnen unseren Rundgang am öffentlichen Parkplatz Untere Ritterstraße (1). Von dort gehen wir zunächst nach rechts die Untere Ritterstraße bis zum Ende, wo wir dem Straßenverlauf vor der Lengfelder Straße nach links folgen, bis zur Kartause (2).
Das Kartausentor wurde 1668 errichtet. Das Wappen (Engel hinter einem Gartenzaun) weist auf den früheren klösterlichen Besitzer, die Kartause Engelsgarten in Würzburg hin, seit 1802 säkularisiert. Hinter dem Tor stehen 2 relativ junge Linden, vielleicht 60 Jahre alt. Im Hof befand sich früher auch ein Brunnen. Da konnte manchem jungen Dorfburschen der Text des Schubert-Liedes in den Sinn kommen: „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum; ich träumt' in seinem Schatten so manchen süßen Traum...“
Weiter gehen wir nach links, biegen in die Untere Straße ein und folgen ihr an dem Brunnen an der Schönfelder Mühle (Ecke Mühlgasse/Reisgrubengasse) vorbei nach links in die Stra-ße "Am Eichelein" bis zum neuen Friedhof. Dort geht es rechts am Friedhof vorbei bergauf zu den Linden oberhalb des Friedhofs (3). Diese beiden Linden sind etwa 100 Jahre alt. Die alt-griechische Sage vom alten Ehepaar Philémon und Baukis passt zum Standort der beiden Linden an einem Friedhof:
Philémon bat den Göttervater Zeus, mit seiner geliebten Frau Baukis gleichzeitig sterben zu dürfen. Da verwandelte Zeus Philémon in eine Eiche, Baukis in eine Linde. Sie riefen ein-ander zu: "Leb' wohl o mein Gatte..." So strecken auch jetzt zwei nebeneinander stehende Bäume ihre Äste wie Arme ineinander und berühren sich wie zwei Liebende.
Wir gehen nun den Elsweg weiter Richtung Würzburger Str. (alte B 19) bis zur Einmündung in die Obere Ritterstraße (4). 1910 wurde hier ein Wasserhaus gebaut, das 1964 zur evange-lischen St.-Markus-Kirche umgestaltet wurde. Nach dem Bau der neuen St.-Markus-Kirche in den 80er Jahren erhielt der Musikverein das Gebäude als Probenraum, weshalb es nun als „Blaskapelle“ bezeichnet wird. Jährlich findet hier unter den 100 Jahre alten Linden die „Wassermusik“ statt, wie es in einem alten Volkslied heißt: „... wo wir uns finden wohl unter Linden zur Abendzeit.“
Wir wandern weiter, ca. 50 m dorfauswärts zur Würzburger Str., in die wir nach links Richtung Würzburg einbiegen und weiter bis zum Wegkreuz auf der rechten Straßenseite vor der Shell-Tankstelle Mathes (5). Zu beiden Seiten der Würzburger Straße stehen junge Linden. Die Linden, die das Wegkreuz von anno 1720 umrahmen, werden bei der Renovierung
- anstelle der über 200 Jahre alten Vorgänger - 2010 neu gepflanzt.. Links neben den Linden befindet sich ein roter Ziegelbau, der früher das „Gasthaus zur Linde“ war.
Auf dem Weg zurück, Richtung Kürnach, kommen wir am neuen Baugebiet (ehemalige Ziegelei) vorbei, welches den Namen der Linden trägt. An der Kreuzung Maidbronner-/Wilhelm-Barth-Str. überqueren wir die Würzburger Str. und folgen der Wilhelm-Barth-Str. bis zur Unteren Ritterstraße mit dem Parkplatz, unserem Ausgangspunkt.

Ag21-Wirtschaft/Verkehr:    Idee und Text stammen von der Ortsgruppe des Bundes Naturschutz. Prof. Trompke hat die Textunterlagen freundlicherweise für die Serie Rundwege zur Verfügung gestellt. - Februar 2007/ Dezember 2009