Rundwege:  Stätten der Estenfelder                                        Vorgeschichte
Entfernung:  12 km
Dauer:  Wandern  ca. 3 Std.,   Radfahren   ca. 1,5 Std.
> Nur bei trockener Witterung zu empfehlen <

Besonderheiten:
Aufschlussreiche Wanderung zu den Fundstätten der vorgeschichtlichen Besiedlung Estenfelds von der Altsteinzeit bis hin zur ersten urkundlichen Erwähnung.

Wir beginnen unseren Rundgang am Parkplatz Untere Ritterstraße (1). Von dort gehen wir zunächst nach links und biegen rechts in die Kirchgasse ein und wandern vorbei an der Kleintierzuchtanlage Richtung Kürnach. Kurz vor der Anhöhe verlassen wir den Hauptradweg, biegen rechts ab und erreichen nach ca. 300 m den ersten Gemarkungsstein (2) mit der Inschrift „Siedlung Jungsteinzeit, 4000 v.Chr.“ Die Darstellung auf dem Stein zeigt eine Frau beim Getreidemahlen vor ihrem mit Schilf verkleidetem Haus.
Weiter geht es bis zur Einmündung in den nächsten Weg. Dort biegen wir nach links ab Richtung Autobahn bzw. Erddeponie und kommen zur Kapelle „Am Tabor“. Dort sind 2 Ruhe-bänke mit schönem Ausblick. Auf dem Schotterweg geht es weiter bis zu den landwirtschaftl. Hallen, dann links Richtung Waldschneise/Rottendorf. Am Ende des asphaltierten Weges biegen wir rechts ab und erreichen den Estenfelder Wald. Ca. 300 m nach der vorhanden Schranke liegen linksseitig im Wald - ca. 60 m vom Weg entfernt -„Hügelgräber“ (3) aus der Zeit von ca. 700 – 450 v. Chr.  Von den 27 Grabhügeln, die 9 bis 22 m im Durchmesser weit und o,50 bis 1,80 m hoch sind, grub man 1902 acht aus. Diese Gräber sind ein Beweis dafür, dass in diesem Bereich die letzte vorzeitliche Siedlung von Estenfeld gewesen sein muss. (Da dort Hinweise fehlen, sind diese Gräber etwas schwierig zu finden.)
Wir wandern weiter bis zum Gebäude „Trinkwasserhochbehälter“, biegen dort rechts ab und erreichen außerhalb des Waldes nach ca. 200 m, am Bach, den zweiten Gemarkungsstein (4) mit der Inschrift Hallstattzeitliche Siedlung,  500 v. Chr.“  Die Darstellung auf diesem Stein zeigt eine Frau am Webstuhl. 1969 wurden dort u.a. Webstuhlgewichte, Spinnwirtel und Tonscherben gefunden.
Bereits an der nächsten Abzweigung geht es rechts Richtung Mühlberg/Estenfeld. In der Riemenschneiderstraße, kurz vor der Schule, kommen wir zum vierten Gemarkungsstein (5). Dieser Stein trägt die Inschrift „Hockergrab am Schleifweg,  2000 v.Chr.“ und zeigt dieses
bildlich. Im Jahr 1932 wurde in diesem Bereich ein Hockergrab gefunden.
Wir gehen weiter durch die Riemenschneider-, St. Mauritius-, Goethe-, Friedrich-Ebert- u. Konrad-Adenauer-Str. bis zum fünften Gemarkungsstein (6) in der Würzburger Str., ca. 80 m rechts neben der Tankstelle. Die Inschrift lautet hier „Siedlung Altsteinzeit 10.000 v. Chr.“
Die Bilddarstellung zeigt eine Familie, die auf die Rückkehr ihrer Männer von der Jagd wartet. In der Lehmgrube der Ziegelei fand man 1938 in einer schwärzlichen Löß-Schicht
einen Kratzer (Werkzeug). Dieser wurde aus Kieselschiefer roh zugeschlagen und mit einer Kante versehen.
Den sechsten und letzten Stein (7) finden wir in der Wilhelm-Barth-Straße gegenüber der Kirche. Dieser „Jubiläumsstein“, aufgestellt 1994 anläßlich der 1150 Jahr-Feier, zeigt das Siegel mit der Inschrift „844 Koenigsgut Espinaveld“ (erste urkundliche Erwähnung). Bereits nach ca. 200 m  erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt (1).
Anmerkungen: Nähere Informationen zur Vorgeschichte Estenfelds siehe Dorfchronik 1982 und das 1995 erschienene Buch  „Erinnerungen - Ein Jahr danach“  (Christian Will).

  
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