Ältester Beleg einer menschlichen Besiedlung nordwestlich des Altdorfes an der ehemaliegen Lehmgrube Korbacher ist ein altsteinzeitlicher Kratzer, auch Schaber genannt. Weitere Funde aus verschiedenen vorzeitlichen Epochen bis zu Beginn unserer Zeitrechnung belegen lückenlos die Siedlungsentwicklung unseres Dorfes.

779
nennt die Markungsbeschreibung von Würzburg u.a. die Rodungsgebiete im Kürnachtal
843
Teilung des fränkischen Reiches nach dem Vertrag von Verdun
844
erste urkundliche Erwähnung des Königsgutes in villa Espinaveld, nach welcher ein Amtslehen des königlichen Grafen Hessi an den Abt des Klosters Fulda vertauscht wird
914
der Abt von Fulda gibt sein Esbenefelt einem Adeligen namens Gunther
1144
stattet Domprobst Otto das von ihm in Würzburg gegründete Dietrichspital mit Gütern seines Heimatdorfes aus
1226
wird Otto I. als Ritter und Schenk von Estenfeld und als des Bischofs fidelis noster genannt
1265
Otto II. wird Komtur des Deutschordenshauses zu Würzburg. Ihm ist die Widmung und Verehrung des Hl. Mauritius als Kirchen- und Ortspatron zuzuschreiben
1277
erste Erwähnung des Dorfgerichtes von Estenfeld, auch Mahel genannt
1278
übertragen Kapellan Heinrich und Prokurator Hermann den größten Teil ihres Besitzes in Estenfeld an Heinrich Weibeler, wobei die Güter in Rothof von Estenfeld abgetrennt werden
1285
geht der Besitz der Schenken von Weitingen in Mühlhausen an den Abt von Ebrach
1292
erscheint erstmals das Siegel der Herren von Espenefelt
1294
kommt das Geschlecht der Weibeler in Besitz des Schultheißen- und Flurhegeamtes zu Estenfeld
1298
anzunehmende Errichtung einer Kirche am Schloßberg
1330
entsagt Elisabeth, die Witwe Wiprechts von Grumbach allen Ansprüchen auf die Ebrachsche Mühle in Mühlhausen
1336
erste Erwähnung einer Pfarrei Estenfeld
1337
erste Erwähnung einer Burg zu Estenfeld
1347
Erwähnung einer Kirche mit Leichhof am Burggraben zu Estenfeld, aus welcher die kleine Madonna in der neuen Pfarrkirche stammen dürfte
1352
stiften Rüdiger und Wölflein Teufel die Kartause Engelgarten zu Würzburg
1364
erwirbt die Kartause Engelgarten das Schulheißenamt und Fluramtsrechte in Estenfeld
1372
belehnt Bischof Gerhard von Schwarburg die Brüder Hans und Rüdiger von Espenfeld mit dem Cent (Gericht) uff den Rödern
1380
gestattet der Bischof die Verlegung des Gerichts uff den Rödern an den Burggraben
1383
läßt der Prior der Kartause Engelgarten das erste Weistum schriftlich niederlegen
1398
König Wenzel bestätigt das Centgericht zu Estenfeld
1429
Bischof Johann von Brunn belehnt Stefan von Grumbach mit Burg und Cent von Estenfeld
1470
verkündet der Prior der Kartause Engelgarten ein zweites schriftlich gefaßtes Weistum, das die Pflichten der Bürgerschaft besser regeln sollte
1494
das Wappen der Grumbacher in der Burgmauer erinnert an größere Baumaßnahmen durch die Grumbacher zu Estenfeld
1525
wird das Schloß im Bauernkrieg geplündert und geschleift
1542
wird die Kirche am Schloßberg erweitert, woran das aufgefundene Relief des Kirchen- und Ortspatrons St. Mauritius aus dem Jahre 1543 erinnert
1575
errichtet die Gemeinde Estenfeld auf bestehenden Grundmauern der Kirche am Schloßberg den Glockenturm
1586
wird erstmals das Schulhaus von Estenfeld erwähnt
1596
verlegt Fürstbischof Julisu Echter das Gericht von Estenfeld nach Rimpar
1597
wird unter dem Patronat der Kartause Engelgarten Estenfeld durch Trennung von Kürnach eigenständige Pfarrei
1606
Erwähnung einer dem Hl. Georg geweihten Kirche in Mühlhausen
1614
unter Fürstbischof Julius Echter wird in Estenfeld an bestehendem Kirchenturm eine neue Kirche gebaut
1668
errichtet der Prior der Kartause Engelgarten Wirtschaftsgebäude mit prunkvollem Torbogen, den noch heute das Wappen mit dem Engel hinterm Gartenzaun krönt
1708
stiften die Bürger von Estenfeld das Altarbild von der Himmelfahrt Mariens für den Hochaltar ihrer Pfarrkirche
1743
liefert der bischöfliche Hoforgelbaumeister Johann Peter Wagner den neuen Hochaltar und zwei Seitenaltäre für die Pfarrkirche
1773 u. 1779
fertigt der Hofbildhauermeister Johann Peter Wagner dem neuen Hochaltar und zwei Seitenaltäre für die Pfarrkirche
1796
wird Estenfeld unmittelbar Zeuge der Schlacht vor Würzburg, an welche eine Gedenktafel für Carl Kaspar von Siebold und eine Dauerausstellung in der Weißen Mühle erinnert
1803
verlieren Kartause und Hochstift durch die Säkularisation ihren Besitz, der durch den Staat an Private verkauft wird
1814
wird unsere Gemeinde vom Großherzogtum in das Königreich Bayern überführt
1817/1818
Die Rauchpfundrechnung war das Namensverzeichnis der Grundsteuerpflichtigen mit konkreter Angabe des gemeindlichen Steuersatzes für das Wohnhaus. Heute wäre dies der Grundsteuerbescheid.
1862
legt Pfarrer Michael Wolf den ersten finanziellen Grundstock zur Errichtung einer Kinderbewahranstalt. In deren Nachfolge ist noch heute die Kirchengemeinde Träger zweier Kindergärten
1873
Bau einer neuen Schule vor der ehemals bischöflichen Schäferei
1895
kommen Ordensschwestern nach Estenfeld, die in der Krankenpflege, im Kindergarten und in der Schule segensreich wirkten.
1910
wird in Estenfeld die erste Wasserleitung gebaut
1914/1924
wird unter aktiver Leitung von Pfarrer Wilhelm Barth die neue Pfarrkirche auf dem Point gebaut, wodurch die bauliche Entwicklung des Dorfes zur Bundesstraße hin eingeleitet wird. Pfarrer Wilhelm Barth wurde dank seines Wirkens der erste Ehrenbürger der Gemeinde.
1962/1966
wird die Autobahn in Richtung Kassel gebaut, die belastenden Durchgangsverkehr nach Estenfeld bringt, der 1982 auf 23 000 Fahrzeuge pro Tag angewachsen war
1963/1965
wird eine neue Schule hinter der Schafmauer gebaut, der 1972/74 die Verbandschule Kürnachtal zugebaut wurde
1964
richtet sich die evangelische Kirchengemeinde St. Markus ein bescheidenes Gotteshaus im ehemaligen Wasserhaus ein, das 1987/88 durch ein staatliches Gemeindezentrum abgelöst wurde
1965/1969
wird die altehrwürdige Pfarrkirche am Schloßberg mit wesentlicher Unterstützung des Freistaates Bayern und der bischöflichen Behörde von Grund auf saniert und dadurch vor dem Zerfall gerettet
1976
zieht die Gemeindeverwaltung in die alte Schule um, die 1978 Sitz der Verwaltungsgemeinschaft geworden ist und die 1997/98 mit einem Anbau erweitert wurde
1976
versiegen die Estenfelder Trinkwasserquellen, es erfolgt Anschluß an die Fernwasserversorgung Mittelmain und inzwischen wird in einer Zweckverbandslösung mit den Würzburger Stadtwerken wieder die eigene Trinkwasserversorgung angestrebt
1977
wird Mühlhausen nach Abschluß der bayerischen Gemeindereform auf eigenen Wunsch in Estenfeld eingemeindet. Estenfeld wird Sitz der Verwaltungsgemeinschaft, der heute noch Prosselsheim und Eisenheim angehören
1981
erfolgt eine gründliche Renovierung des Kartausentores, das die Gemeinde in Besitz genommen hat
1983/1986
wird die Ortsumgehung B 19 mit Autobahnauffahrt gebaut, über die heute ca. 40 000 Kraftfahrzeuge im Tagesablauf rollen
1987
wird die 1966 erworbene Weiße Mühle saniert und die Mehrzweckhalle angebaut
1997/1998
Um- und Anbau des Estenfelder Rathauses
1998
erfolgte die Kooperation mit den Stadtwerken Würzburg wegen einer Eigenwasserversorgung
1999
Verschönerung des Altortes im Rahmen der Städtebauförderung
2000
wurde der Wasserlieferungsvertrag mit der neugegründeten Gesellschaft Wasserversorgung Würzburg-Estenfeld unterzeichnet
Nov. 2001
Start der Wasserversorgung aus den eigenen gemeinsam genutzten Quellen