Die Geschichte der Weißen Mühle

1144
wird berichtet, dass die Sehemullin zur Hälfte auf Grund und Boden des Gotteshauses liegt, wofür sie jährlich zwei Pfund Wachs als Zins zahlen muss.

1383
die älteste Lagebezeichnung und es ist im Wachstum des Priors und des Konvent in der Kartausen zum Engelgarten in Würzburg zu lesen die Bezeichnung Seemüln oberhalb des Lengfelder Ried.

1507
übernimmt die Kartause Engelgarten die volle Dorfherrschaft.

1562
baut das Bürgerspital Würzburg den Mühlentrakt, woran der Türbogen zum Keller erinnert.

1602
kauft die Kartause Engelgarten die Weiße Mühle zur Hälfte.

1618-1648
tobt der Dreißigjährige Krieg. Schwedenkönig Gustav Adolf schont die Weiße Mühle, da sie den Kartäusern gehörte: "Euch Kartäuser haben wir gern, weil ihr stille Leut seyd und nichts wider die evangelische Religion attendirt. Darumb sollt ihr sambt euren Klöstern allweg Sicherheit haben", sagte der König.

1666
wird die Kartause Engelgarten Besitzer des ganzen Areals, einschließlich Wiesen, Äcker und Weinberge.

1670
waren Schloß, Dorf und Weiße Mühle in Besitzder Kartause.

1685
beschimpft der Schloßmüller den Weißmehlmüller als Gräuleinsmüller. Zu dieser Zeit war 1/3 der Estenfelder Bürger verpflichtet in der Weißen Mühle mahlen zu lassen. Der Weißmehlmüller verkauft im Auftrage der Kartause das Weißmehl an die Würzburger Klöster und Pfarreien zur Herstellung der Hostien.

1796
Einquartierung Österreichischer Truppen in der Weißen Mühle. Ein Soldat hat um diese Zeit den Pfeifenmann in Uniform mit Kohle an die Wand gemalt. Ob es eine liebe Erinnerung für des Müllers Töchterchen sein sollte?


1796
am 3. September tobt die Schlacht vor Würzburg. Erzherzog Karl schlägt die Franzosen unter General Jourdan. Auf den Feldern im Kürnachtal liegen Sterbende und Verwundete beider Heere. Carl Caspar von Siebold kommt mit Ärzten und Schwestern aufs Schlachtfeld und in der Weißen Mühle mag der Hauptverbandsploatz gewesen sein, wo Freund und Feind erste hilfe zuteil wird.

1803
werden in Bayern im Zuge der Säkularisation Klöster geschlossen und deren Hab und Gut versteigert. So fällt auch die Weiße Mühle mit 22,6 Hektar Ackerland und 20 Morgen Weinberge unter dem Versteigerungshammer. Bald geht das Mahlwerk der Besitzer heruntergewirtschaftet.

1966
am 5. August kauft die Gemeinde Estenfeld die Weiße Mühle mit nur noch 7,7 Hektar restlicher Ackerfläche.


1983
am 18. Mai gibt Generalkonservator Dr. Michael Petzet für die Denkmalpflege ein rettendes Gutachten ab: "das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege vertritt die Auffassung, dass es sich bei der Weißen Mühle um ein Baudenkmal von geschichtlicher und volkskundlicher Bedeutung handelt".
Planungsauftrag an das Architekturbüro Haas und Schubert aus Randersacker.
1985
am 6. Mai wird mit dem Bau von Mühle und Merzweckhalle begonnen und am 13. Juni 1986 Richtfest gefeiert.

1987
am 25. Oktober erfolgt die feierliche Einweihung von Mühle mit Gaststätte und Merzweckhalle.

1995
seit dem 5. Mai führt Joachim Graber die Gaststätte mit köstlichem Angebot in fränkischer Küche und in Besonderheit aus heimatlicher Jagd mit Wildspezialitäten. Bei Hochzeiten und Geburtstagsfeiern bietet Innenhof, Mühlenstube und Foyer einen geschichtlich festlichen Rahmen.

Wer einmal hier gefeiert hat, der kommt immer wieder gern hierher in die Weiße Mühle im Kürnachtal zu Estenfeld.